Plastik ist überall – und es wird immer mehr: Coffee-To-Go-Becher, Tüten, Flaschen, Lebensmittelverpackungen. Plastik im Meer, im Essen, in Medikamenten, im Blut. Kein Lebensbereich, in dem man nicht auf Plastik und Erdölanteile trifft! Und genau über diese Problematik möchte die Stadt Würzburg mit einer größeren Kampagne aufklären. Unter anderem gehört eine Wanderausstellung im Rathaus dazu und die Entscheidung der Stadt, im Rathaus weitestgehend auf Plastik zu verzichten, heißt es in einer Pressemitteilung.
Kampagne „Plastikarmes Rathaus“
Die Stadtverwaltung möchte in Sachen nachhaltiges Ressourcenmanagement mit gutem Beispiel vorangehen und so richtete sich unlängst Oberbürgermeister Christian Schuchardt per Rundschreiben an die rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hier
listete er auch einige Beispiele auf, was bereits unter dem Programmtitel „Plastikarmes Rathaus“ läuft: „In vielen Bereichen werden schon erfolgreich Schritte umgesetzt.“
Glasflaschen statt Plastikbecher
Beispielsweise habe das städtische Kasino auf plastikfreie Becher umgestellt, Getränke werden nunmehr nur noch in Glasflaschen verkauft. Bei der Essensausgabe werde auf Plastikverpackungen verzichtet und bei Vorratshaltung, wo möglich, auf Edelstahlbehältnisse umgestellt, heißt es. Die zentrale Büromittelbeschaffung stelle Schritt für Schritt auf recyclebare Materialien um. Die weitere Ausdifferenzierung des Mülltrennsystems in den Dienstgebäuden der Stadt Würzburg sei in der Vorbereitung. „Unsere Stadtreiniger tragen Berufsbekleidung aus nachhaltigen Rohstoffen. In der neuen Dienstanweisung Vergabe wird die nachhaltige Beschaffung als Ziel ausdrücklich aufgenommen“, so der OB weiter.
Wanderausstellung „PlanetPlastic“
Die Wanderausstellung „PlanetPlastic“ des entwicklungspolitischen Vereins Vamos e.V. Münster, welche noch bis Ende August in den Fluren des Rathauses zu sehen ist, informiert und regt Jugendliche und Erwachsene zum Handeln an. Auf 15 hochformatigen Informations-Bannern erfährt der Besucher der Wanderausstellung, dass Plastik zu einem weltweiten Problem geworden ist und es daher zwingend notwendig ist, nach Alternativen Ausschau zu halten.
Großes Thema Mikroplastik
Die Ausstellung zeigt, dass sich die globale Plastikproduktion von 1964 bis 2014 verzwanzigfacht hat, dadurch wertvolles Erdöl verschlungen wird und die Weltmeere vermüllt werden. Eine Weltkarte zeigt fünf Plastikstrudel in den Weltmeeren; der größte ist so groß wie Mitteleuropa. Plastik als Synonym für Kunststoff wird in vielen Bereichen des menschlichen Lebens verwendet. Als weniger bekannte Beispiele werden Styropor, Nylon, Plexiglas oder Teflon genannt. Auch Mikroplastik ist Thema der Ausstellung. Dieses befindet sich zum Beispiel im Duschgel, Shampoo, Schminke, Waschmittel, in Cremes oder in Kleidung und gelangt, weil Kläranlagen die kleinen Teile nicht herausfiltern können, über Bäche und Flüsse ins Weltmeer.

Die Wanderausstellung PlanetPlastic“ im Rathaus. Foto: Georg Wagenbrenner
Für die Herstellung von Plastik wird Erdöl verwendet, dessen Förderung negative Folgen für Mensch und Umwelt nach sich zieht. Inzwischen wird selbst in Naturparks Erdöl gefördert, wie das Beispiel des Yasuni-Nationalparks in Ecuador belegt. Die Ausstellung zeigt auch, wie man einen Beitrag zur Verringerung der Plastikproduktion leisten kann. „Die beste Verpackung wird erst gar nicht produziert“, steht auf einem Banner und macht deutlich, dass man viele Obstsorten nicht in Plastikfolien verpacken muss, weil ihre natürliche Schale völlig ausreichend ist.
Konsum kritisch überdenken
Plastik ist dabei aber auch nicht generell zu verteufeln und findet in vielen Bereichen seine berechtigte Anwendung. Hier ist auch der Verbraucher gefragt, seine Gewohnheiten und seinen Plastikkonsum kritisch zu überdenken.