Ein erster Detektor, der nun in der Grombühlstraße Verkehrsdaten für das UVM sammelt, ist verschraubt. Foto: Georg Wagenbrenner
Ein erster Detektor, der nun in der Grombühlstraße Verkehrsdaten für das UVM sammelt, ist verschraubt. Foto: Georg Wagenbrenner

Neues Verkehrs- und Mobilitätsmanagement für besseren Verkehrsfluss

Um die Luftqualität für alle Würzburger Bürger zu verbessern, soll mit dem Umweltorientierten Verkehrs- und Mobilitätsmanagement (UVM) der Autoverkehr flüssiger und in Verbindung mit begleitenden Informations- und Mobilitätsdiensten zugleich auch umweltverträglicher gestaltet werden, das berichtet die Stadt in einer Pressemitteilung. Der erste Detektor für das vom Bund geförderte System wurde am Dienstag in der Grombühlstraße montiert.

Umsetzung im Innenstadtbereich

Um die von der EU vorgegebenen, gesetzlichen Grenzwerte zur Luftreinhaltung einzuhalten, wird in Würzburg ein „Umweltorientiertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement“ (UVM) implementiert. Umgesetzt wird das System zunächst im Bereich der Würzburger Innenstadt, denn hier sind die NO2-Jahresmittelwerte heute naturgemäß am höchsten. Von diesen
Grenzwertüberschreitungen sind rund 2.000 Einwohner direkt betroffen.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt: „Diese Anstrengungen richten sich direkt auf die seit Jahren bekannten Hotspots. Profitieren wird aber die Stadt in Gänze, wenn der Verkehrsfluss durch intelligente Steuerungen mit Echtzeitdaten alle Verkehrsteilnehmer verbessert wird.“

Schadstoffbelastung nachhaltig reduzieren

Das Konzept UVM sieht vor, durch eine umweltorientierte und netzadaptive Steuerung des Straßenverkehrs in Würzburg die NO2-Belastung an den Straßenabschnitten mit NO2-Grenzwertüberschreitungen nachhaltig zu reduzieren, so die Stadt. Voraussetzungen für das UVM sind die Echtzeit-Erfassung, Vernetzung und öffentliche Bereitstellung einer Vielzahl relevanter
Daten (Open Data) wie Verkehrsaufkommen, Zählung von Radfahrern und Fußgängern, lokale Wetterinformationen (Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Wetterlage) und aktuelle Schadstoffbelastungen. Zu dieser Erfassung sind für alle hochbelasteten Straßenabschnitte (Hotspots) in Würzburg Verkehrsmessstellen in jeweils beiden Fahrtrichtungen erforderlich.

Monitoring der Verkehrs- und Luftschadstoffsituation

Der erste innovative, über Solarpanel versorgte Detektor wurde nun in der Grombühlstraße montiert. Die erfassten Daten werden per Mobilfunk an das Zentralsystem übertragen und stehen dort künftig zum Monitoring der Verkehrs- und Luftschadstoffsituation zur Verfügung. Das Monitoring-System zur stadtweiten Überwachung der Luftschadstoff- und Lärmbelastung berechnet auf der Basis von aktuellen oder prognostizierten Verkehrsdaten, Schadstoffmesswerten und Wetterdaten in z.B. halbstündlicher Auflösung Kfz-Emissionen, Hintergrundkonzentrationen und die Immissionen sowie die Lärmbelastung im Straßenraum. Darüber hinaus wird auch die Luftschadstoffbelastung für den folgenden Tag prognostiziert

Verbesserung der Verkehrsqualität

Darüber hinaus werden Straßenabschnitte im Stadtgebiet mit hohen NO2-Emissionen mit einer modernen netzadaptiven Steuerung der durch die WVV betriebenen Lichtsignal-Anlagen ausgestattet. Ziel ist es hier, die Verkehrsqualität insbesondere in den Spitzenzeiten deutlich zu verbessern und damit die NO2-Emissionen des Straßenverkehrs im gesamten Stadtgebiet Würzburg nachhaltig zu reduzieren, erklärt die Stadt. Zur Umsetzung der Maßnahmen wurde ein Zielsystem in gemeinsamer Zusammenarbeit von der Stadt Würzburg, der WVV und der Firma Siemens Mobility GmbH entwickelt, welches ein kontinuierliches stadtweites umweltorientiertes Verkehrsmanagement mit begleitenden Informations- und Mobilitätsdiensten für die Öffentlichkeit verbindet.

Auto Symbolbild. Foto: Pascal Höfig

Auto Symbolbild. Foto: Pascal Höfig

Modernisierte Verkehrssteuerungssysteme

Die Stadt Würzburg verfügt über ein von der WVV betriebenes Verkehrsrechnersystem, an dem die 182 Lichtsignalanlagen (LSA) der Stadt Würzburg angeschlossen sind. Die derzeit eingesetzten Softwaremodule und die Server-Hardware werden im Rahmen des Projektes auf den modernsten Stand gebracht. Die Lichtsignalanlagen in den acht Regelbereichen werden mit einer modernen netzadaptiven Steuerung ausgerüstet. Funktionalitäten bezüglich der Messstationen, der Ansteuerung von dynamischen Schildern, des städtischen Parkleitsystems und der Verkehrslage- und Reisezeitdaten werden integriert.

Neues Informations- und Mobilitätsmanagement

Ziel des UVM ist, die Luft-Belastungsspitzen zu reduzieren und damit die Jahreswerte für NO2 dauerhaft zu senken, heißt es von Seiten der Stadt. Die Bürger sollen über die eingeleiteten Maßnahmen für den Kfz-Verkehr bereits am Vortag informiert
werden:

Per multimodalen Mobilitätsmonitoren werden Kunden, Besucher und Reisende über die in der nahen Umgebung aktuell verfügbaren Mobilitätsangebote informiert. Für die Stadt Würzburg wird, zunächst im Bereich des Hauptbahnhofes, ein Mobili-tätsmonitor installiert. Hier werden zum Beispiel die aktuelle Verkehrslage im Straßenverkehr, aktuelle Baustellen und weitere Störungsmeldungen angezeigt. Die Anzeige der aktuellen Abfahrtszeiten an den umliegenden Haltestellen hilft ÖPNV-Fahrgästen, ihre Weiterreise in die Stadt besser zu planen. Darüber hinaus werden auch Taxistände, Fahrrad- und Autoverleih-Stationen mit Verfügbarkeitsanzeigen integriert.

Dynamische Informationstafeln

Bei der geplanten Installation von sechs dynamischen Informationstafeln auf den Hauptzufahrtsstraßen in Richtung Würzburg können an einem durchschnittlichen Werktag rund 90.000 Verkehrsteilnehmer erreicht und mit aktuellen Verkehrsmeldungen versorgt werden. Hier wird bei Vorliegen einer Prognose, die eine Überschreitung der festgelegten Schwellwerte erwarten lässt, eine entsprechende Vorankündigung für den folgenden Tag erfolgen.

Mobilitäts-App stellt Infos bereit

In einer multimodalen Mobilitäts-App werden alle verfügbaren Daten zu den in Würzburg vorhandenen Mobilitätsoptionen bereitgestellt. Die mobile Anwendung wird darüber hinaus Informationen über die aktuelle Straßenverkehrslage, Verkehrsstörungen, den ÖPNV, Fahrradverkehr, Sharing-Angebote und freie Ladesäulen für Elektrofahrzeuge bieten.

Auch im Internetportal der Stadt Würzburg werden zukünftig neben bereits bestehenden statischen Verkehrsinformationen auch die dynamischen Verfügbarkeitsinformationen von Mobilitätsangeboten sowie Informationen zum aktuellen Betrieb des umweltorientierten Verkehrsmanagements und zur aktuellen Verkehrslage angezeigt. „Diese Maßnahme ist ein Herzstück unseres Programms „Sauber Mobil“, so Baureferent Benjamin Schneider.

WVV: Nachrüstung von Bussen, Ökostrom und E-Busse

Die WVV betreibt seit Beginn der Verkehrslenkung 182 Lichtsignalanlagen und den Verkehrsrechner im Auftrag der Stadt Würzburg. WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer: „Wir sind sicher, dass wir für das UVM im Rahmen des Projekts „Sauber Mobil“ einen weiteren Beitrag für den Mobilitätswandel leisten können. Doch nicht nur beim UVM setzt die WVV Zeichen für eine saubere Luft. CO2-neutrale Mobilität bieten wir schon heute mit der Straßenbahn, welche mit 100 Prozent Ökostrom fährt und keinerlei CO2 -Emissionen verursacht.

Auch die im Green City-Plan fest verankerte Nachrüstung von 26 älteren WVV Bussen mit hocheffektiven NO2-Filtern ist vollzogen und ebenfalls eine sehr effiziente Maßnahme zur Luftreinhaltung. Zudem sind 34 Fahrzeuge der WVV-Busflotte bereits moderne Busse der Euro 6-Norm. Im kommenden Jahr werden zwei E-Busse ihren Probebetrieb aufnehmen. Und auch mit dem weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität, bieten wir für jeden die Möglichkeit, die Verkehrswende in unserer Stadt zu unterstützen.“

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg.

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