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Drei Kiliani-Schausteller im Interview. Foto: Pascal Höfig
Drei Kiliani-Schausteller im Interview. Foto: Pascal Höfig

Drei Kiliani-Schausteller im Interview

Das Kiliani Volksfest auf dem Festplatz Talavera ist in vollem Gange. 17 Tage lang kann man hier fahren, schlemmen und feiern was das Zeug hält! Insgesamt 74 Schausteller, Festwirte, Gastronomen und die Stadt Würzburg sorgen täglich mit zahlreichen Highlights für ein unvergessliches Volksfest-Erlebnis. Wir haben dieses Jahr mal die Perspektive gewechselt und einen Blick hinter die Kulissen von drei Schaustellern geworfen und sie gefragt, was das Kiliani in Würzburg für sie so besonders macht.

Über die Franken & das Business

Markus Heitmann stammt aus einer Schaustellerfamilie, welche bereits seit fast 200 Jahren im Schaustellerbusiness tätig ist. Seit circa 20 Jahren wiederum kommt die Familie schon zum Volksfest nach Würzburg. Herr Heitmann betreibt insgesamt drei Wildwasserbahnen und ist dieses Jahr mit der „Poseidon“ am Start.

Markus Heitmann vor seinem Fahrgeschäft, der Wildwasserbahn „Poseidon“. Foto: Pascal Höfig.

Würzburg erleben (WE): Herr Heitmann, wie viele Tage benötigen Sie für den Aufbau und Abbau Ihres Fahrgeschäfts?
Markus Heitmann: „In der Regel brauchen wir zwei bis drei Tage für den Aufbau und zwei Tage für den Abbau. Jetzt kamen wir aber direkt vom Schweinfurter Volksfest und hatten wenig Zeit. Da haben wir den Abbau in Schweinfurt und den Aufbau in Würzburg sogar innerhalb von drei Tagen geschafft. Für so eine Veranstaltung wie das Kiliani nimmt man das aber gerne in Kauf.“

WE: Inwiefern hat sich das Leben als Schausteller seit Ihrer Kindheit verändert?
Markus Heitmann: „Bei uns ist das einfach Tradition. Man wird da reingeboren. Meine Eltern haben mir früher aber die Wahl gelassen, ob ich in das Familienbusiness einsteigen möchte. So mache ich es bei meinen Kindern auch. Das Leben eines Schaustellers ist knallhartes Business.“

WE: Inwiefern?
Markus Heitmann: „Wie in der gesamten deutschen Wirtschaft haben wir beispielsweise ein Personalproblem. Außerdem werden die Kosten immer höher (Energiekosten, Spritkosten usw.). Die Umsätze sind gut, das Publikum hat Spaß, aber man muss natürlich immer schauen, dass man den Kostenfaktor im Rahmen hält. Man ist im Prinzip Logistiker, Buchhalter und Entertainer zugleich.“

WE: Einmal Schausteller, immer Schausteller? Ist ein Leben ohne Rummel für Sie unvorstellbar?
Markus Heitmann: „Ja, definitiv! Für mich ist das kein Beruf, sondern eine Berufung!“

Die Wildwasserbahn „Poseidon“ sorgt bei heiße Temperaturen für Abkühlung. Foto: Pascal Höfig.

WE: Leben Sie komplett aus dem Koffer?
Markus Heitmann: „Nein, wir haben einen festen Wohnsitz in Dortmund und Münster. Wenn die Saison Mitte Oktober vorbei ist, sind wir bis Ostern erstmal zuhause.“

WE: Haben Sie auch Haustiere auf Ihren Reisen mit dabei?
Markus Heitmann: „Ja, wir haben einen Hund mit dabei. Man sagt, dass die Hunde, die bei Schaustellern groß werden, ganz spezielle Hunde werden: Heutzutage macht man das zwar nicht mehr so, aber früher konnte man die einfach frei rumlaufen lassen, die sind nie abgehauen.“

WE: Was macht das Kiliani in Würzburg so besonders für Sie?
Markus Heitmann: „Das Schöne ist, dass das Fest mitten in der Stadt ist, das ist leider immer seltener der Fall. Außerdem ist es sehr familiär. Und die Franken sind einfach freundliche Menschen. Es macht Spaß, mit den Menschen hier zusammen zu arbeiten.“

Weinliebhaber aufgepasst!

Daniel Asmuß ist zum ersten Mal als Schausteller auf dem Würzburger Kiliani, mit einem ganz neuen Konzept. Wer auf der Suche nach regionalem Wein oder einer großen Speisekarte ist, ist bei ihm genau an der richtig Stelle: Insgesamt 17 Sorten Wein, hausgemachter Kuchen, Kaffeespezialitäten und eine große Essensauswahl erwarten einen in seinem „Gänseliesel Weingarten und Café“.

Zum ersten Mal auf dem Würzburger Kiliani: Schausteller Daniel Asmuß. Foto: Pascal Höfig.

WE: Wie viele Stunden arbeiten Sie pro Tag auf dem Kiliani? Haben Sie auch mal einen Tag frei?
Daniel Asmuß: „Mein Arbeitstag beginnt in der Regel um 9 Uhr und endet um 1.30 Uhr. Nein, ich habe keinen Tag frei. Ich arbeite 17 Tage durch. Teilweise muss ich nachts sogar auch noch auf eine andere Veranstaltung fahren und dort aufbauen und dann bin ich morgens wieder hier.“

WE: Wie viele Volksfeste besuchen Sie als Schausteller pro Jahr?
Daniel Asmuß: „So 30 bis 35 Volksfeste. Wir haben zwei Betriebe, meine Frau betreibt auch noch ein Waffelgeschäft.“

WE: Wohin geht die Reise nach dem Kiliani?
Daniel Asmuß: „Nach dem Kiliani geht es für mich nach Erbach, Paderborn und Fulda. Das läuft parallel.“

Ein Lebkuchenherz als Erinnerung an das Würzburger Kiliani. Foto: Pascal Höfig.

WE: Wie viele Tage sind Sie im Jahr zuhause (Lichtenau)?
Daniel Asmuß: „Wir sind immer erst ab April unterwegs, wenn die Saison beginnt: Paderborn, Kassel und dann geht’s Stück für Stück weiter.“

WE: Was macht das Kiliani in Würzburg so besonders für Sie?
Daniel Asmuß: „Mein erster Eindruck vom Kiliani ist sehr positiv. Um mal ein paar Beispiele zu nennen: Das Zusammenspiel der Schausteller ist sehr gut. Jeder hilft jedem! Man fühlt sich als Schausteller sehr willkommen hier. Außerdem ist viel Leben und Bewegung in Würzburg, die Leute stehen zu der Veranstaltung, das merkt man. Die Eröffnung hat mir auch sehr gut gefallen, im Zelt kam direkt gute Stimmung auf. Und die Neugierde am Volksfest ist riesig, die Besucher schauen nicht nur, sondern fragen auch interessiert nach.“

Willi Kipp & der Klassiker

Kaum zu übersehen und seit Jahren ein Klassiker auf dem Kiliani: Das Riesenrad „Europarad“. Betrieben wir dieses von der Familie Kipp. Für das Interview haben wir uns Willi Kipp geschnappt und uns – wie könnte es anders sein – nicht vor, sondern in einer Gondel des Riesenrads über sein Fahrgeschäft und Würzburg unterhalten.

Der Klassiker des Kiliani Volksfests: das Riesenrad „Europarad“. Foto: Pascal Höfig.

WE: Zum wievielten Mal sind Sie schon dabei?
Willi Kipp: „Mittlerweile schon zum sechsten Mal in Folge!“

WE: Wie viele Mitarbeiter sind bei Ihrem Fahrgeschäft an der Arbeit beteiligt?
Willi Kipp: „Wir sind insgesamt zu acht.“

WE: Wo wohnen Sie zur Zeit des Kilianis?
Willi Kipp: „Im Wohnwagen auf dem Talavera Festplatz.“

WE: Was bereitet Ihnen am meisten Freude an Ihrem Beruf?
Willi Kipp: „Mir gefällt, dass meine Arbeit so abwechslungsreich ist. Es macht mir Spaß, immer woanders zu sein und was Neues zu sehen. Ich bin kein Mensch, der lange an ein und demselben Ort sein kann.“

WE: Sind Sie in einer Schaustellerfamilie geboren? Wenn ja, in der wievielten Generation betreiben Sie ihr Fahrgeschäft?
Willi Kipp: „Ja, ich bin in einer Schaustellerfamilie geboren und betreibe das Europarad in der sechsten Generation.“

Entspannt über das Würzburger Kiliani schlendern. Foto: Pascal Höfig.

WE: Stand es schon immer fest, dass Sie Schausteller werden?
Willi Kipp: „Als Kind wollte ich – wie wahrscheinlich jedes Kind in dem Alter – eigentlich Fußballer werden. Aber später stand für mich fest, dass ich in den Familienbetrieb einsteigen werde.“

WE: Was macht das Kiliani in Würzburg so besonders für Sie?
Willi Kipp: „Würzburg ist einfach eine sehr schöne Stadt, wir fühlen uns rundum wohl hier. Das Kiliani hat vielfältige Besucher und macht insgesamt einfach sehr viel Spaß. Die Location ist für uns auch etwas besonderes.“

Das Würzburger Kiliani

Kiliani ist ursprünglich der Namenstag des fränkischen Schutzpatrons, des Heiligen Kilian. Acht Tage lang finden die Feierlichkeiten zu Ehren des Schutzpatrons statt, unter anderem die Kiliani-Wallfahrt. Das Kiliani Volksfest, welches am Freitag, den 5. Juli um 14 Uhr begonnen hat und am Sonntag, den 21. Juli um 23.30 Uhr endet, findet jährlich auf dem Festplatz Talavera statt. Den Rahmen bildet dabei immer ein großes Eröffnungs- sowie Abschlussfeuerwerk (21. Juli, 22.30 Uhr). Neben zahlreichen Aktionen wie der Ladies Night oder dem Familientag erwarten einen zahlreiche Fahrgeschäfte und Essbuden. Für Stimmung sorgen täglich Bands im Kiliani-Festzelt der Würzburger Hofbräu und der Festwirtsfamilie Hahn.

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