Symbolfoto Wald. Foto: Pascal Höfig
Symbolfoto Wald. Foto: Pascal Höfig

5.000 tote Bäume: Stadt will Baumsterben entgegentreten

Die lang anhaltende Trockenheit und Hitze des letzten Jahres hat bei den Bäumen im Bereich der Stadt Würzburg zu einer permanenten Stresssituation geführt. Dazu kommen noch der trockene Winter und das anfänglich ebenfalls trockene Frühjahr.
Die Auswirkungen dieser Wetterextreme werden nun im gesamten Stadtgebiet sichtbar: Alleine im Ringpark sind 72 Bäume abgestorben. Im gesamten Stadtwald ist von über 5.000 abgestorbenen Bäumen auszugehen, so die Stadt Würzburg. Bei insgesamt ca. 500.000 Bäumen entspricht dies einem Verlust von rund einem Prozent.

Mit Aktionsprogramm entgegenwirken

Mit einer Weiterentwicklung des vom Gartenamt und dem Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz entwickelten Aktionsprogramms „Stadtgrün“ will die Stadt Würzburg dem Baumsterben entgegentreten, heißt es. Vor dem Hintergrund der sich anbahnenden krisenähnlichen Situation sei nun vorgesehen, das Aktionsprogramm „Stadtgrün“ zu verstetigen und auszubauen. Hier werden nachhaltige und langfristig angelegte Strategien gegen die Auswirkungen des Klimawandels entwickelt. Bislang hatte man versucht, Baumarten anzupflanzen, die robuster sind und Hitze und Trockenheit besser wegstecken können.

Sogar Laubbäume betroffen

Auch der Bund Naturschutz weist darauf hin, dass die Auswirkungen des Klimawandels in der Region um Würzburg immer stärker sichtbar werden. Am Beispiel der Wälder würde dies aktuell besonders deutlich. Während in vielen Regionen Bayerns besonders Nadelbäume absterben, sind hier sogar Laubbäume betroffen, heißt es. „Erschreckend ist, dass gerade die Rotbuche – unsere Hauptbaumart – zunehmend unter der Trockenheit leidet“, erklärt Geschäftsführer Steffen Jodl.

Thema Wald im Bundestag

Die CSU-Bundestagsabgeordnete und Klimabeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Anja Weisgerber hat sich im April diesen Jahres selbst ein Bild von den unterfränkischen Wäldern gemacht und das Thema nun mit nach Berlin gebracht. „Der Wald leidet extrem unter der Dürre und ist besonders vom Schädlingsbefall betroffen. Unter dem persönlichen Eindruck von den Schäden habe ich mich umgehend an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gewandt, um die Forderungen der Waldbesitzer an sie zu übermitteln“, so Weisgerber. „Es freut mich sehr, dass das Thema nun auf der politischen Agenda in Berlin ganz oben angekommen ist. Die Bundeslandwirtschaftsministerin hat Unterstützung angekündigt.

Darüber hinaus haben Koalitionsfraktionen im Bundestag einen Antrag „Unser Wald braucht Hilfe – Waldumbau vorantreiben“ auf den Weg gebracht und auch die Bundeskanzlerin hat in ihrem wöchentlichen Podcast Maßnahmen angekündigt.“ Die Bundesregierung wird „den Waldbauern in besonderer Weise unter die Arme greifen“ und sich „für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung einsetzen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

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