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Das Team hinter dem Sonate-Projekt im Missionskontrollzentrum des Satelliten am Campus Hubland Nord.
Foto: Kristian Lozina / Universität Würzburg
Das Team hinter dem Sonate-Projekt im Missionskontrollzentrum des Satelliten am Campus Hubland Nord. Foto: Kristian Lozina / Universität Würzburg

Bayerns größter Uni-Satellit ins All gestartet

SONATE heißt der jüngste Satellit der Universität Würzburg und ist am Freitag erfolgreich ins All gestartet. Seine Mission: Neue und innovative Technik – entwickelt an der Uni Würzburg – im All unter realen Bedingungen testen. Er ist in etwa so klein wie ein Schuhkarton und doch der größte und auch komplexeste in ganz Bayern: Der jüngste Nanosatellit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) ist am Freitag, 5. Juli, erfolgreich ins All gestartet. Der Raketenstart vom russischen Weltraumbahnhof in Wostotschny erfolgte um 7.41 Uhr, seit Freitag 12.02 Uhr ist der Satellit im Erdorbit in einer Höhe von rund 530 Kilometern aktiv.

Mit dieser Sojus-Rakete wurde Sonate von Roskosmos ins All geschossen.

Hinter Sonate stecken Hakan Kayal, Professor für Raumfahrttechnik an der JMU und sein Projektleiter Oleksii Balagurin. „Die Mission von SONATE ist es, neue Technologien für die Steigerung der Autonomie von Nanosatelliten zu erproben – unter realen Bedingungen im Weltraum“, erklärt Kayal.

Drei Jahre Bau und Vorbereitungen

Rund drei Jahre Bauzeit und Vorbereitungen liegen inzwischen hinter dem Satelliten-Projekt. Zahlreiche Mitarbeiter, Hilfskräfte und auch Studierende aus Bachelor- und Master-Studiengängen waren an Bau und Entwicklung von SONATE und den einzelnen Nutzlasten beteiligt. Nach der Startparty am Freitagmorgen wird nun im Würzburger SONATE -Missionskontrollzentrum am Campus Hubland Nord rund um die Uhr gearbeitet. Ein Kommandooperator und mehrere Nutzlastspezialisten überwachen und arbeiten mit dem Satelliten und der darin enthaltenen neuen Technik. Die Daten werden von den zwei Bodenstationen am Campus empfangen, ausgewertet und archiviert. In den nächsten Tagen geht es darum, die ersten Tests zu überstehen. „Erst nach ein paar Monaten wird der Aufwand abflauen“, so der Würzburger Raumfahrttechniker Kayal.

Einsatz auch in der Lehre

„Autonome Nanosatelliten wie SONATE sind vor allem für interplanetare Missionen von großer Bedeutung“, erklärt Kayal. Bis ein Signal von der Erde zum Beispiel einen Satelliten im Marsorbit erreicht, könnte es für bestimmte Situationen zu spät sein. Daher der Wunsch nach verbesserter Autonomie. Mit SONATE will man entsprechend Erfahrungen für künftige interplanetare Missionen sammeln. Die aktuelle SONATE -Mission ist für ein Jahr ausgelegt. Doch auch danach wird der Satellit noch im All sein und von der Uni genutzt werden: in der Lehre. Im Fach „Raumfahrtbetrieb“ werden Studierende dann die Möglichkeit haben, direkt mit dem Satelliten zu arbeiten. So können sie lernen, wie man Satelliten kommandiert oder ihre Daten empfängt und sammelt.

Prof. Dr. Hakan Kayal bei der Entwicklung von Sonate. Foto: Uni Würzburg

Förderung für den SONATE

Das Missionsmanagement und die Integration von SONATE an die Rakete wurde von Exolaunch, einem deutschen Anbieter von Kleinsatellitenstartdiensten und Separationssystemen, ausgeführt. SONATE wird gefördert vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages (50RM1606) – mit 1,3 Millionen Euro. Hinzu kommen noch Fördermittel für die einzelnen Nutzlasten an Bord.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Julius-Maximilian-Universität Würzburg.

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