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Professor Dr. Markus Besenbeck (li.) mit Studierenden des Studiengangs Betriebswirtschaft, die den Brauprozess ihres Bieres begleiteten. Foto: Malte Schroth
Professor Dr. Markus Besenbeck (li.) mit Studierenden des Studiengangs Betriebswirtschaft, die den Brauprozess ihres Bieres begleiteten. Foto: Malte Schroth

Es braut sich was zusammen: FHWS-Studenten starten eigenes Bierprojekt

Drei Projektgruppen an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt mit 22 Wirtschaftswissenschaften-Studierenden haben in Kooperation mit der Distelhäuser Brauerei eine eigene Biermarke entwickelt. Unter der Leitung von Professor Dr. Markus Besenbeck und mit dem Projektcoach Alexander Kimmel zeichneten die jungen Betriebswirte mit Schwerpunkt Marketing verantwortlich für die Bereiche Rezeptur, Markenentwicklung, Vertrieb und Marketing; die Brauerei übernahm die Produktion des Bieres.

Wie kam es zur Idee?

Wie es zu der Idee kam, erklärt Schwerpunktleiter Professor Besenbeck: „Praxisprojekte sind ein wichtiger Teil der Ausbildung an unserer Fakultät. Was uns umgetrieben hat, war die Vision, in einem studentischen Projekt ein eigenes Produkt zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, von der Marktforschung bis zum Verkauf.“ Fündig wurde Besenbeck bei der Distelhäuser Brauerei, die sich bereit erklärt hat, den Produktentstehungsprozess zu sponsern und mit Know-how zu begleiten. Marketingleiter Frank Störzbach, der selbst einmal an der FHWS studiert hat, erklärt die Motivation dahinter: „Wir unterstützen sehr gerne die Idee einer praxisorientierten Ausbildung an Hochschulen. Dabei können wir auch vermitteln, dass regionales Bier ein absolutes Genussprodukt ist.“

Der Traum vom eigenen Bier

Bei den Studierenden kam das Projekt sehr gut an. Gesamtprojektleiter Malte Schroth: „Wir waren begeistert von der Idee, ein eigenes Produkt zu entwickeln und einmal alles aus einer Hand liefern – von der Produktgestaltung über die Produktion bis hin zu Marketing und Vertrieb.“ Sie versuchten, Rezepte neu zu interpretieren und über das Experiment mit Hopfen, Hefe und Malz neue Biertypen hervorzubringen. Geschmack und Qualität der Rohstoffe wie auch des Bieres seien ihnen dabei besonders wichtig gewesen. Eine Erfahrung, die die Studierenden mitnehmen können für weitere Projekte: Die Entwicklung eines neuen Produkts ist eine komplexe Aufgabe.

Abgefülltes Tropzz Bier. Foto: Malte Schroth

Abgefülltes Tropzz Bier. Foto: Malte Schroth

Die verschiedenen Teams und Funktionen müssen eng aufeinander abgestimmt sein, um ein marktfähiges Produkt in einem engen Zeitplan fertig zu stellen. Doch über allem, habe der Traum vom eigenen Bier gestanden. Die Kunden, so Schroth weiter, seien an Alternativen zu „Industriebier“ interessiert. Ein Trend, den Craft Biere und kleinere regionale Brauereien bereits sehr gut nutzen. Im Fokus stehe ihre Zielgruppe der „Lifestyle-Biertrinker“ zwischen 20 bis 29 Jahren, die sich für neue Geschmackserfahrungen interessierten, offen seien für weitere Kulturen und den Blick auch über den Tellerrand wagten. Als weitere Zielgruppen wurden die „Genuss-Trinker“ zwischen 30 und 34 Jahren sowie die „Party-Biertrinker“ zwischen 18 und 25 Jahren definiert. Zielmarkt ist die Region Würzburg. Insgesamt 150 Liter Bier werden in dreihundert Flaschen abgefüllt.

Marktforschung für das perfekte Bier

Die Projektgruppe 1 um Teamleiter Julian Haller beschäftigte sich mit dem Thema „Marktforschung und Rezeptur“: Sie arbeiteten auf Basis einer Marktforschung die relevante Zielgruppe sowie die favorisierte Bierart „Hell“ heraus. Am Ende stand das Konzept eines fruchtig-hellen Sommer-bieres, das mit tropischen Citrus- und Frucht-Aromen perfekt auf den sommerlichen Lifestyle der Zielgruppe abgestimmt sei. Für die Produktentwicklung wurden verschiedene Methoden wie Design Thinking, Expertenbefragungen und eine Marktstudie angewendet.

Die „Marktentwicklung und strategische Positionierung“ passend zur Bierart war Aufgabe der Projektgruppe 2 mit Teamleiter Dominik Matje. Sie entwickelte den Namen, das Logo, den Slogan, das Storytelling sowie das Design der Bierflasche. Als Ergebnis präsentierten sie „TROPZZ“ als Markenname mit einer Kombination aus dem fruchtig-tropischen Geschmack und dem Zischen beim Öffnen der Bierflasche. Die Entwürfe fassten die Studierenden zusammen in einem Gestaltungshandbuch.

Live-Abfüllung bei Distelhäuser

Projektgruppe 3 mit Teamleiter Malte Schroth befasste sich mit der Bekanntmachung des Bieres in der Zielgruppe. Um ein Markenerlebnis zu schaffen und die adäquate Sprache der Zielgruppe zu sprechen, realisierten sie ihr Marketingkonzept in einem Social Media Content auf Facebook und Instagram. Dafür nutzten sie farbige, hochwertige Bilder, die das Bier auch emotional inszenieren. Im Juni wurde dann der langgehegte Traum wahr: Die drei Teams konnten den Brauvorgang ihrer 150 Liter Bier in dreihundert Flaschen direkt vor Ort live in der Brauwerkstatt der Brauerei begleiten. Das gebraute Bier muss sechs Wochen lagern, bevor es in die Flaschen abgefüllt werden kann. Die „Kunden“ dieser einmaligen Sonder-edition, so die Studierenden, werden ihre Kommilitonen während der Semester Opening Party der Fakultät Wirtschaftswissenschaften zum Wintersemester 2019 / 20 in der Würzburger Diskothek „Das Boot“ sein, bei der gleichzeitig der Launch des Bieres gefeiert wird.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der FHWS Würzburg-Schweinfurt.

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