Bald könnten wir mehr und mehr E-Tretroller in Würzburg sehen. Foto: Sarah Willer.
Bald könnten wir mehr und mehr E-Tretroller in Würzburg sehen. Foto: Sarah Willer.

Wie und wo man Würzburg mit dem E-Tretroller erkunden kann

Die Stadt mittels E-Scooter zu erkunden liegt europaweit aktuell voll im Trend und seit Mitte Juni sind Tretroller mit Elektroantrieb (mit Straßenzulassung) auch auf den deutschen Straßen erlaubt. Daher könnte es sein, dass bald mehr und mehr E-Tretroller auch auf den Würzburger Straßen unterwegs sind. Wie und wo man Würzburg mit einem E-Scooter erkunden kann, haben wir zusammengefasst.

Diese „Grundregeln“ gelten für E-Scooter

Laut einem Bericht des BR zeigen bereits drei Verleihfirmen Interesse daran, E-Scooter in Würzburg anzubieten und verhandeln mit der Stadt Würzburg über die Auflagen. Aber wer darf eigentlich solche Roller ausleihen?

E-Scooter darf jeder ab 14 Jahren fahren, der eine Haftpflichtversicherung hat und da die E-Tretroller nicht schneller als 20 Kilometer pro Stunde fahren, gibt es grundsätzlich keine Helmpflicht. Zu fahren ist auf Radwegen und wenn diese nicht vorhanden sind, auf der Fahrbahn. Auf Bürgersteigen oder in Fußgängerzonen ist es nicht erlaubt, zu fahren.

Auch wenn das Fahren auf Radwegen zwar erlaubt ist, E-Scooter sind „Elektrokleinstfahrzeuge“ und keine Fahrräder! Wenn also das Fahrradfahren aufgrund eines „Fahrrad frei“-Schild in Fußgängerzonen erlaubt ist, so gilt das nicht gleichzeitig für E-Scooter. Für E-Scooter muss extra das neue Zusatzszeichen „Elektrokleinstfahrzeuge frei“, ein Tretroller mit einem Stromkabel, angebracht sein. Nur dann ist das Fahren mit dem E-Scooter auf Gehwegen und in Fußgängerzonen erlaubt.

Würzburger Fußgängerzone als Tabuzone

Wer sich jetzt schon gefreut hat, mit einem E-Scooter über das Kopfsteinpflaster von der Residenz über den Dom zur Alten Mainbrücke zum Schoppen trinken zu sausen, der muss also leider einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Das Zusatzzeichen „Elektrokleinstfahrzeuge frei“ wurde in Würzburg noch nicht angebracht. Die Stadt Würzburg weise bereits jetzt darauf hin, dass neben den Parks und Gehwegen die gesamte Fußgängerzone für E-Scooter erstmal weiterhin tabu sein werde, so der BR. Die Sicherheit der Fußgänger sei für die Stadt Würzburg im Hinblick auf die bis zu 20 km/h schnellen E-Tretroller ausschlaggebend, heißt es.

Wo darf man fahren – wo nicht?

Bis auf weitere Änderungen wird also vorerst die gesamte Fußgängerzone in Würzburg für E-Tretroller tabu sein, ebenso die Gehwege in den Parks. Für die Innenstadt betrifft das die folgenden Bereiche:

  • Ringpark: Abgesehen von den Straßen, die den Ringpark durchkreuzen, sind alle Gehwege für E-Scooter verboten.
  • Hofgarten: E-Scooter sind auf den Gehwegen im Hofgarten nicht erlaubt.
  • Leonhard-Frank-Promenade: Zwar sind Fahrräder hier zulässig, E-Scooter jedoch nicht.
  • Alte Mainbrücke: Die Frage, ob man hier überhaupt mit einem E-Tretroller irgendwie voran kommen würde, sei einmal dahin gestellt, jedenfalls darf man hier nicht mit dem E-Tretroller fahren.
  • Vierröhrenbrunnen bis Bahnhof: Der Bereich vom Rathaus bis zum Dom, über den Markplatz und die Schönbornstraße, von der Juliuspromenade bis hin zum Bahnhof ist ebenfalls Fußgängerzone. Die Eichhorn- und Spiegelstraße sind seit Anfang Juni als Fußgängerzone eröffnet.

Diese Darstellung ist nur eine grobe Begrenzung.

Stadt Würzburg positiv auf E-Scooter gestimmt

Grundsätzlich begrüßt die Stadt Würzburg aber die E-Scooter als „Beitrag zu einem umweltfreundlichen Mobilitätsmix“, so diese in einer Pressemitteilung. Als Ergänzung zum Öffentlichen Nahverkehr können mit ihnen die letzten Meter von oder zur Haltestelle zurückgelegt werden und für den Verkehrsbund Mainfranken gilt ab sofort die Regelung, dass die Mitnahme der klappbaren E-Scooter kostenlos ist, sofern sie nicht mehr als zwei Stehplätze in Anspruch nehmen.

Kostenlos im ÖPNV mitführen

E-Scooter dürfen bei ausreichender Kapazität somit in Bussen und Straßenbahnen als Gepäck, durch einen Fahrgast mit gültigem Fahrschein kostenfrei mitgenommen werden, sofern sie (zusammengeklappt) auf dem Schoß transportiert werden oder nicht mehr als zwei Stehplätze einnehmen. Ein separates Ticket (etwa eine Fahrrad-Tageskarte) ist hierfür nicht nötig. Die Elektrotretroller werden als „Sache“ befördert, wenn dadurch die Ordnung und Sicherheit des Betriebes nicht gefährdet und andere Fahrgäste nicht gestört werden, so die WVV in einer Pressemitteilung. Die finale Entscheidung über die Mitnahme obliege, wie auch bei der Beförderung aller anderen „Sachen“, dem Betriebspersonal.

Analog zu bestehenden Regelungen für andere Fortbewegungsmittel, dürfen E-Roller in den Fahrzeugen und an den Haltestellen nicht benutzt werden, erklärt die WVV. Beim Abstellen der E-Tretroller müsse die komplette Haltestelle, die Blindenleitsysteme sowie Rettungswege oder Einfahrten jederzeit freigehalten werden. Weder den Fahrgästen, den Fußgängern noch Rollstuhlfahrern sei dabei der Weg zu versperren.

Man werde zudem die Lage genau beobachten, erklärt die Stadt weiter. Zunächst bleibe es aber ausdrücklich bei einem Verbot für E-Scooter in den Bereichen der Gehwege und Fußgängerzonen.

- ANZEIGE -

AUCH INTERESSANT