Wasserrettung am Badesee. Foto: Pascal Höfig
Wasserrettung am Badesee. Foto: Pascal Höfig

Main, Schwimmbad oder Badesee: Tipps für das sichere Baden

Auf der Suche nach Abkühlung tummeln sich zahlreiche Menschen in diesen Tagen in den Schwimmbädern, an Badeseen, im Gartenpool oder sogar am Main. Bei den aktuellen Rekordtemperaturen auch kein Wunder. Bei aller Wärme sollte aber beim Baden immer ein „kühler Kopf“ bewahrt werden.

Die Badeseen der Region in unserer Badeseen-Map!

Leichtsinn, Übermut, Selbstüberschätzung, Unkenntnis der Gefahren und auch mangelnde Schwimmfähigkeiten – das sind der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zufolge die Hauptursachen für Badeunfälle.

504 Menschen ertrunken

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mindestens 504 Menschen ertrunken. 435 Männer und Frauen, das sind rund 86 Prozent der Opfer, verloren in Flüssen, Bächen, Seen und Kanälen ihr Leben. Wie in den Vorjahren ertranken die meisten Menschen in Bayern. Im Freistaat kamen 89 Personen ums Leben.

Archivfoto: Pascal Höfig

Archivfoto: Pascal Höfig

Die meisten Todesfälle ereigneten sich an den ungesicherten Badestellen, vor allem im Binnenland. Dort kamen 435 Menschen ums Leben, das entspricht etwa 86 Prozent der Gesamtzahl. 161 starben in Flüssen, 233 in Seen und Teichen.

Die Anzahl der Opfer ist 2018 laut DLRG insgesamt um 24,8 Prozent auf 504 gestiegen. Der Sommer im Jahr 2018 setzte bereits im April ein und ab da stiegen die Ertrinkungszahlen sukzessive an.

Viele Menschen sehnten sich bei schönstem Wetter nach Abkühlung und gingen oft zu sorglos ins Wasser. Das beweisen allein die Monate Juni und Juli, in denen allein 212 Menschen im Wasser ums Leben kamen – 42 Prozent der Gesamtzahl.

Andere Gründe sind erneut auch Alkoholmissbrauch und Selbstüberschätzung. Und dies könnte sich im Jahr 2019 mit Blick auf den zu erwartenden Sommer wiederholen.

Wassertemperaturen nicht unterschätzen

Unterschätzt werden vor allem an Seen oft die Wassertemperatur. Baggerseen beispielsweise sind in der Regel sehr tief und nur die oberen Schichten sind erwärmt. Tiefer liegende Wasserschichten sind deutlich kühler.

Die Folgen: Der Schwimmer kühlt aus, er verliert Energie, die Leistung sinkt, Krämpfe drohen. Wer zu frieren beginnt, der sollte das Wasser sofort verlassen.

Auf keinen Fall mit einem sportlichen Kopfsprung in ein unbekanntes Gewässer springen, das kann lebensgefährlich sein.

Wasserwacht am Baggersee. Foto: Pascal Höfig

Wasserwacht am Baggersee. Foto: Pascal Höfig

Schwimmen im Main

In Flüssen sollten grundsätzlich nur diejenigen schwimmen, die fit und gesund sind, denn dort lauern viele Gefahren. Im Zweifel lieber darauf verzichten. Die DLRG warnt vor überraschenden Untiefen und Brückenpfeiler, die die Strömung verändern und dadurch Sogwirkungen auslösen können.

In Flüssen müsse man auch immer wieder mit Treibgut wie Ästen rechnen und mit Unterwasserhindernissen wie entsorgten Fahrrädern. Außerdem sollte man sich nicht zu lange im Wasser aufhalten, denn Flüsse erwärmen sich nie so stark wie Seen. Die Fließgeschwindigkeit ist oft von außen auch nicht einzuschätzen.

Generell darf man im Main baden – allerdings nicht überall

Verboten sind die Bereiche von 100 m oberhalb bis 100 m unterhalb von Brücken, Wehr- und Schleusenanlagen, einschließlich der Schleusenvorhäfen, Kraftwerksanlagen und Hafeneinfahrten.

Sprünge von Brücken – wie in letzter Zeit häufig zu beobachten war – sind fast überall verboten und lösen regelmäßig Großeinsätze für Feuerwehr, DLRG und Wasserwacht aus.

Besonders gefährlich und unterschätzt ist der Sog im Bereich von Schiffen.

Auch geübten Schwimmern drohen Gefahren

Beachtet beim Schwimmen grundsätzlich diese Baderegeln:

  • Springt nicht überhitzt ins Wasser, sondern duscht vorher und geht langsam hinein
  • Geht nicht mit vollem und nicht mit leerem Magen ins Wasser
  • Überschätzt Eure Kräfte nicht: Schwimmen im kalten Wasser verbraucht mehr Energie als Schwimmen im warmen Wasser
  • Geht nicht schwimmen, wenn Ihr müde seid
  • Bekommt Ihr beim Schwimmen einen Krampf in Fuß, Bein oder Hand, dann dreht Euch in Rückenlage, bewahrt möglichst die Ruhe. Wenn Ihr gar nicht mehr schwimmen könnt, ruft um Hilfe!
  • Kinder, die nicht schwimmen können, müssen am und im Wasser grundsätzlich Schwimmflügel tragen – auch wenn sie nur am Wasserrand spielen. Lasst Kinder (kleine und große) am Wasser nie aus den Augen!
  • Geht bei Gewitter sofort aus dem Wasser

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Wasser- und Schifffahrtsamt Schweinfurt, Wasserwacht und der DLRG.

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