Symbolfoto: Pascal Höfig
Symbolfoto: Pascal Höfig

Säugling in aufgeheiztem Auto zurückgelassen

Am Montagvormittag, gegen 09:45 Uhr, ließ eine Muttter ihren neun Monate alten Säugling in dem geparkten Pkw auf einem Parkplatz eines Großmarktes in der Rottendorfer Straße zurück, während sie den Einkauf tätigte.

Ein aufmerksamer Passant reagierte schnell, als das Baby bei einer bereits hohen Außentemperatur im Inneren des Fahrzeuges zu schreien begann und anschließend deutliche Anzeichen der Hitzeauswirkung zeigte. Die Mutter konnte im Verbrauchermarkt ausfindig gemacht werden und das Fahrzeug nach etwa 15 minütiger Abwesenheit öffnen.

Eine zufällig anwesende Kinderkrankenschwester kümmerte sich um die medizinische Erstversorgung, ehe der Säugling zur weiteren medizinischen Abklärung in ein örtliches Krankenhaus transportiert wurde. Über Verletzungen liegen der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt derzeit keine Erkenntnisse vor.

Die Polizei ermittelt nun gegen die Mutter wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Warnung der Feuerwehr

Auch die Feuerwehren warnen eindringlich davor, Kinder und Haustiere in Autos alleine zurück zulassen, denn hier herrscht auf Grund der rasant ansteigenden Temperatur im Fahrzeuginneren akute Lebensgefahr!

Wie uns Moritz Hornung von der Feuerwehr Volkach erklärt erhitzt sich bei etwa 30°C Außentemperatur das Fahrzeuginnere innerhalb von 10 Minuten auf 37°C. Bei 38°C Außentemperatur sind es bereits 45°C im Innenraum.

Grafik: Feuerwehr Volkach

Grafik: Feuerwehr Volkach

„Ein unerwarteter Small-Talk kann hier schon über Leben und Tod entscheiden.“

Erhöht man die Wartezeit nun auf 30 Minuten, so herrschen bei 32°C Außentemperatur im Auto anschließend unerträgliche 48°C! „Bei dieser Temperatur dauert es nicht lange bis ein Kind oder ein Hund einen Hitzekollaps erleidet.“

Daher rät die Feuerwehr im Sommer: „Lassen Sie niemals Kinder und Tiere alleine zurück im Auto! Ein unerwarteter Small-Talk kann hier schon über Leben und Tod entscheiden.“ Doch egal ob das Auto „nur mal schnell“ im Schatten oder in der Sonne steht. Ein Fenster, welches eine Spalt offen steht ist zwar gut gemeint, reicht aber für eine Zirkulation der Luft im Innenraum bei weitem nicht aus.

Was tue ich, wenn ich als Passant eine derartige Situation vorfinde?

Hier ein paar Tipps der Volkacher Feuerwehr:

  • Erkundigen Sie sich zunächst über den Zustand des Kindes. Reagiert es auf Klopfen an die Scheibe? Ist eventuell eine Kommunikation mit dem Kind möglich? Falls ja, bleiben Sie bei dem Fahrzeug und holen Sie weitere Passanten zur Hilfe herbei. Diese sollen dann den Fahrzeughalter im unmittelbaren Umfeld suchen. Zum Beispiel im entsprechenden Einkaufsmarkt ausrufen lassen.
  • Merken Sie, dass sich der Zustand des Kindes während der Suche nach dem Halter des Fahrzeugs verschlimmert, beispielsweise durch starkes Schnaufen, Ringen nach Luft oder andeutender Bewusstlosigkeit, dann verständigen sie sofort den Notruf 112 und versuchen Sie eine abgewandte Seitenscheibe einzuschlagen, denn hier herrscht Gefahr im Verzug. Hier zu am Besten einen Stein oder einen anderen harten Gegenstand benutzen.
  • Ist das Kind aus dem Auto befreit, bringen Sie es in den Schatten. Versorgen Sie es anschließend sofort mit Wasser. (Nicht eiskalt!)
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