Streetart in der Zellerau. Foto: Jessica Hänse
Streetart in der Zellerau. Foto: Jessica Hänse

Streetart in Würzburg

In der Kunstszene ist Streetart schon lange anerkannt – Banksy und Co. machen es vor. Auch in Würzburg finden wir viel Graffiti – teils legal aber auch illegal. Doch nicht alles ist nur sinnloses Gekritzel: wir haben uns mal aufmerksam in der Stadt umgesehen und auch schöne Motive gefunden! Zu beachten ist aber trotz der bewundernswerten „Kunstwerke“, dass Graffiti an nicht von der Stadt freigegeben Wänden verboten und daher Sachbeschädigung ist!

Hommage an Michelangelo

Michelangelos Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle ist wohl eines der beeindruckendsten Werke in der Geschichte der Kunst. Von großer Bekanntheit ist dabei „Die Erschaffung Adams“: Adam auf der linken Seite, der versucht mit seinem linken Zeigefinger Gott, auf der rechten Seite des Bildes, zu erreichen. Dieser streckt ihm seinen rechten Zeigefinger entgegen, um Adam einen Lebensfunken zu übertragen. 

Eine Hommage an Michelangelos „Die Erschaffung Adams“. Foto: Jessica Hänse

Diese oft reproduzierte Szene findet sich auch in den Straßen Würzburgs wieder, so am Grabenberg in der Altstadt, direkt wenn man am Müller vorbei zum Kolpinghaus geht. Zwischen anderen Kritzeleien dominiert eine moderne Interpretation Michelangelos und bringt das Motiv vom 16. Jahrhundert direkt in unsere Zeit nach Würzburg.

Wenn Katzen Finger besäßen….

…würden sie wohl öfter einen ganz Bestimmten zeigen. Ja genau – die Rede ist vom Mittleren. Denn in Wirklichkeit wollen Katzen ihren Besitzer eigentlich umbringen und sind sowieso ziemlich link, so heißt es manchen Klischees nach.

Ist das Kunst? Foto: Jessica Hänse

Ist das Kunst? Foto: Jessica Hänse

Und genau diese Einstellung zeigt unser ausgewähltes Graffito: Ganz lässig in Grün wurde diese Wand mit einer besonderen Message gestaltet und entstand wohl aus einer „bestimmten“ Laune heraus. Dieses witzige Motiv liegt etwas versteckt in der Herzogenstraße in der Altstadt. Wer hat es schon entdeckt?

Zellerauer Streetart-Kunst

Im Rahmen des „Street Meet Festivals“ vor ein paar Jahren, bei dem verschiedene Künstler legal Wände in Würzburg gestalten durften, wurden Hauswände in der Frankfurter Straße in der Zellerau verschönert. Und die sind noch immer ein Blickfang und bleiben jedem Zelleraubesucher im Gedächtnis. Statements wie „We say no to Racism“ unterstreichen die sozialkritische Thematik der Bilder, was auch schon mal zum Nachdenken anregt.

In der Frankfurter Straße in der Zellerau stößt man auf dieses schöne Werk. Foto: Sandro Weiß

In der Frankfurter Straße in der Zellerau stößt man auf dieses schöne Werk. Foto: Sandro Weiß

Auch im Moscheeweg (hinter dem DJK Sportzentrum am Jugendzentrum) gibt es ein Trafohäuschen, das mit Bildern aus der Spraydose gestaltet wurde: Blüten und Blätter umringen Bär und Fuchs im „Kawaii“ Stil zieren das funktionale Häuschen. Auch eine schöne Art, Streetartkünstlern eine Chance zu geben und gleichzeitig das Stadtbild im Viertel etwas aufregender zu machen.

Dieses Trafohäuschen am Moscheeweg in der Zellerau wurde von Streetartkünstlern verschönert. Foto: Sandro Weiß

Dieses Trafohäuschen am Moscheeweg in der Zellerau wurde von Streetartkünstlern verschönert. Foto: Sandro Weiß

Koala-Liebe

Definitiv die süßeste Idee überhaupt: ein tierisch niedlicher Koala klettert eine Regenrinne hoch. Dieses Motiv grenzt nicht nur an geniale Kreativität, sondern ist auch eine kleine Verschönerung und lenkt von den zahlreichen Aufklebern ab, die am Rohr angebracht wurden.

Auch kreativ: ein kleiner Koala hängt an der Regenrinne. Foto: Jessica Hänse

Auch kreativ: ein kleiner Koala hängt an der Regenrinne. Foto: Jessica Hänse

So kommt ein Stück Australien nach Würzburg! Doch auch hier gilt noch einmal: so schön das Motiv auch scheint, Graffiti ist Sachbeschädigung und daher nicht erlaubt.

Legale Graffiti im Frauenland

In der Zeppelinstraße befindet sich wohl die bekannteste legale Graffitiwand in Würzburg. Vor allem denjenigen, die öfter mit dem Bus oder Auto ins Frauenland und ans Hubland müssen, wird die Wand in der Unterführung unter dem Stadtring, genannt „Hall of Fame“, definitiv aufgefallen sein.

Dieses Kunstwerk findet man in der Unterführung am Südbahnhof. Foto: Sandro Weiß

Dieses Kunstwerk findet man in der Unterführung am Südbahnhof. Foto: Sandro Weiß

Die Motive werden nach einiger Zeit übermalt und neuen Graffitikünstlern zur Verfügung gestellt. Hier findet man auch besonders coole Motive, die zum Teil auch politische Statements beinhalten, aber auch sehr kunstvolle Bilder, wie diese „weinende Indianer Lady“ mit detailliertem Federschmuck und expressiven Rottönen, die sich im Hintergrund und im Kopfschmuck wiederfinden.

Wachsender Trend

Auch in anderen Städten gibt es bereits neben den illegalen Graffiti auch legale Streetartwände zu sehen. Im Landkreis hat die Gemeinde Leinach vor einiger Zeit eine Wand zur legalen Gestaltung von Künstlern freigegeben. Dabei lässt sich Graffiti durchaus von Streetart unterscheiden: Graffiti entsteht aus der Emotion heraus und wird häufig auch mit Illegalem konnotiert, während Street Art „geplanter“ und auch ausführlich gestalteter ist, eine genaue Definition gibt es allerdings nicht. Wer in Würzburg aber mal die Augen offen hält, der entdeckt bestimmt auch so die ein oder anderen Kunstwerke zwischen den Straßen.

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