Am 04. Juni 2019 war es soweit: Die neue 7.500 Quadratmeter große Fußgängerzone Eichhorn-/Spiegelstraße wurde offiziell eröffnet! Foto: Pascal Höfig.
Am 04. Juni 2019 war es soweit: Die neue, 7.500 Quadratmeter, große Fußgängerzone Eichhorn-/Spiegelstraße wurde offiziell eröffnet! Foto: Pascal Höfig.

Spiegelstraße: Baustelle ade – neue Fußgängerzone mit Busverkehr hallo

Die für manche wohl lästigste Baustelle in Würzburg hat ein Ende! Nach sechs Jahren Bauphase war es diese Woche soweit: Die neue Fußgängerzone in der Eichhorn- und Spiegelstraße wurde eröffnet. In den vergangenen sechs Jahren ist hier einiges passiert. Die neugestaltete Flanier- und Shoppingmeile ist nun 7.500 Quadratmeter groß, mit kleinen Eichhörnchen und Spiegeln verziert und im Herzen befindet sich der QR-Code als Marketing-Glanzstück. Während der Bauzeit wurden 3.500 Meter Strom-, 1.900 Meter Fernwärme- und 500 Meter Gasleitungen, sowie 700 Meter Kanal neu verlegt. Ab Mitte Juni wird auch die ursprüngliche Linienführung der Buslinien 6 und 16 durch die Spiegelstraße wieder aufgenommen. Würzburgs „neue Mitte“ lädt zum Shoppen, Bummeln und Flanieren ein. Der geplante Busverkehr stößt jedoch nicht nur auf Gegenliebe. 

Verbesserte Innenstadtanbindung

Während der Bauzeit wurden die Buslinien 6 und 16, die beide ursprünglich durch die Spiegelstraße führten, über die Theaterstraße umgeleitet. Ab 15. Juni sollen die Buslinien nun wieder auf ihrer alten Route durch die Spiegelstraße über die Dominikanergasse hin zur Juliuspromenade führen. Laut einer Pressemitteilung der WVV wird dadurch den Fahrgästen aus den Stadtteilen Gartenstadt Keesburg und Frauenland eine bessere Erschließung der Innenstadt geboten. Die Busse halten nun wieder direkt in der Innenstadt, erklärt die WVV, was gerade auch für ältere Menschen eine große Erleichterung bringt. Auch für das Verkehrsaufkommen in der Theaterstraße bedeutet die Rückführung der Linien eine deutliche Entlastung und eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität, so die WVV abschließend.

So sah die Fußgängerzone übrigens vor ein "paar" Jahren im Jahr 1951 aus. Foto: Willi Dürrnagel.

So sah die Fußgängerzone übrigens vor ein „paar“ Jahren im Jahr 1951 aus. Foto: Willi Dürrnagel.

Gegner des Busverkehrs in der Spiegelstraße

Aber nicht jeder ist von dem Busverkehr in der neuen Fußgängerzone begeistert. Insbesondere die Grünen fordern: keine Busse durch die Spiegelstraße! Durch die Neugestaltung der Spiegelstraße wurde eine angenehme Atmosphäre geschaffen, die die Attraktivität und die Qualität der Shopping- und Flaniermeile deutlich steigen lässt. Durch einen Busverkehr im Minutentakt mit erheblichen Sicherheitsrisiken geht diese entspannte Atmosphäre eventuell verloren. Auch die ansässigen Gastronomen könnten beeinträchtigt werden. Zudem scheint der bestehende Busverkehr zwischen Mainfranken Theater und Barbarossaplatz mit “neuer” Route zu funktionieren. Von der Spiegelstraße aus liegen die nächsten Bushaltestellen nur 100 bzw. 50 m entfernt – das scheint ein gutes und angemessenes Angebot. Eine Anbindung an die Innenstadt besteht bereits. Auf Nachfrage unserer Redaktion, warum man diese Nachteile in Kauf nehmen möchte, reagierte die Stadt Würzburg leider bis heute nicht. 

Die neue, 7.500 Quadratmeter große, Fußgängerzone Eichhorn-/Spiegelstraße! Foto: Pascal Höfig.

Am 04. Juni 2019 war es soweit: Die neue, 7.500 Quadratmeter, große Fußgängerzone Eichhorn-/Spiegelstraße wurde offiziell eröffnet! Foto: Pascal Höfig.

Gemischte Gefühle bei Passanten, Anwohnern und Gewerbetreibenden

Wir haben uns bei den Passanten, sowie den Anwohnern und ansässigen Gewerben in der Spiegelstraße umgehört und nachgefragt, wie sie die Neugestaltung ganz allgemein finden und auch, was sie von dem Busverkehr in der Fußgängerzone halten. Bei der Neugestaltung von „Würzburgs neuer Mitte“ war man sich meist noch einig und beinahe durchgehend wurde die neue Fußgängerzone gelobt, wenn auch auf die lange Bauphase oder den fehlenden Bezug zum Kardinal-Faulhaber-Platz hingewiesen wurde. Bei dem Busverkehr in der Spiegelstraße hatten die Befragten allerdings unterschiedliche Meinungen. Die befragten Gewerbetreibenden – mit Ausnahme der Gastronomen – lobten den Busverkehr, da er Kunden direkt vor die Tür bringt. Passanten, sowie die Gastronomiebetriebe lehnten den Busverkehr jedoch überwiegend ab. Zu viel Unruhe werde geschaffen und die naheliegenden Haltestellen am Theater, sowie Barbarossaplatz reichen ihren Ansichten nach aus.

Neue Fußgängerzone Gewinn für Würzburg

Bei der Eröffnung der Fußgängerzone stelle OB Christian Schuchardt fest: „Heute erhalten wir ein Stück wertigste Innenstadt“. Auch mit Busverkehr, so muss man eingestehen, ist die neue Fußgängerzone in der Spiegel- und Eichhornstraße mit ihrem hochwertigen Belag (wenn auch sehr empfindlich) – ausnahmsweise mal kein Kopfsteinpflaster – und ihren Baumoasen mit Sitzbänken wohl ein Gewinn für Würzburg. Was hälst Du von der Neugestaltet und dem Busverkehr in der Fußgängerzone? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar!

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