Djevelporten - das Teufelstor. Foto: Hupp Photography.
Djevelporten - das Teufelstor. Foto: Hupp Photography.

Roadtrip: Mit der Kamera durch Skandinavien

Ein Roadtrip durch Skandinavien – wer träumt davon nicht? Die Halbinsel im Norden Europas zählt schließlich zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Maxi Hupp, ein talentierter Hochzeits- und Reisefotograf aus Höchberg, hat sich diesen Traum im April verwirklicht. Den Bachelor in der Tasche, bauten er und ein Freund kurzerhand den Lieferwagen der Eltern in einen Reise-Van um. Mit nicht viel mehr als der Kamera und dem nötigsten Equipment im Gepäck, machten sie sich auf den Weg und durchquerten eines der schönsten Gebiete Europas. Das Ergebnis: beeindruckende Landschaftsszenerien, die sofort das Fernweh wecken.

Was der 22-Jährige auf seiner Reise alles erlebt hat, welche Reiseziele er wärmstens empfehlen kann und welch‘ atemberaubende Aufnahmen auf der Reise entstanden sind, hat uns Maxi verraten.

Dänemark, Norwegen, Schweden – die Reiseroute

Würzburg erleben (WE): Gib uns doch einen kurzen Überblick: Wie genau sah eure Route durch Skandinavien aus?

Maxi: Zunächst erreichten wir Norwegen mit der Fähre von Dänemark aus. Die ersten eineinhalb Wochen verbrachten wir weitestgehend im Süden von Norwegen. Danach ging es an der Westküste entlang Richtung Norden. Dabei fuhren wir fast immer die Route am Fjord entlang, wodurch schon die Autofahrt spannend war. Nach gut zwei Wochen ging es für uns auf die Lofoten, ein sehr bekannter Teil einer Inselgruppe im Norden, welche sehr schöne Fotomotive zu bieten hat.

Die beiden Würzburger Freunde. Foto: Hupp Photography.

Die beiden Würzburger Freunde. Foto: Hupp Photography.

In Tromsø, dem nördlichsten Punkt der Reise, wechselte meine Reisebegleitung – mein guter Kumpel Sebastian, der die ersten drei Wochen mit mir unterwegs war, flog wieder nach Hause und meine beste Freundin Melanie reiste für eine gute Woche an. Von dort aus ging es nochmal zurück auf die Inselgruppe der Lofoten – diesmal aber auf den nördlichen Teil. Nach gut einer Woche Lofoten verließen wir den Norden mit der Fähre nach Bodø, von wo aus ich nach Melanies Heimflug meine Reise alleine fortsetzte. Mein Heimweg führte mich durch Schweden. Über die beiden Großstädte Stockholm und Göteborg ging es auch für mich nach gut fünf Wochen wieder langsam nach Hause.

Skandinavien ist bekannt für seine atemberaubenden Landschaftsszenerien. Foto: Hupp Photography.

Skandinavien ist bekannt für seine atemberaubenden Landschaftsszenerien. Foto: Hupp Photography.

WE: Wie seid ihr ausgerechnet auf Skandinavien gekommen, was hat dich an dieser Reise gereizt?

Maxi: Die Idee kam mir letzten Sommer, als mich das Fernweh so richtig packte. Zu dieser Zeit konnte ich aber auf Grund des Studiums und meiner Hochzeitsaufträge keine derart lange Reise machen. Deswegen entschloss ich mich, den Roadtrip zu machen, wenn ich meinen Bachelor in der Tasche habe.

An Norwegen haben mich vor allem die Landschaft und die genialen Fotos gereizt, die man immer wieder im Fernsehen oder in den sozialen Netzwerken sieht. Ich hatte Skandinavien schon länger im Kopf und jetzt war die Gelegenheit einfach perfekt, auch mal für eine längere Zeit weg zu sein. Nebenbei sind Norwegens Berge auch sehr bekannt für tolle Wandertouren, was meine Entscheidung zusätzlich bekräftigte. Danach war es nicht schwer meine Travel-Buddies zu finden.

Die Berge Norwegens laden zu tollen Wanderrouten ein. Foto: Hupp Photography.

Die Berge Norwegens laden zu tollen Wanderrouten ein. Foto: Hupp Photography.

Highlights und Geheimtipps

WE: Was waren die absoluten Highlights eurer Reise?

Maxi: Es gab auf jeden Fall unzählige tolle Erlebnisse und es fällt schwer, sich auf ein paar davon festzulegen… Ein Highlight war auf jeden Fall die Wanderung zu einer sehr bekannten Felsplattform – dem „Preikesstolen“. Die Felskante fällt knapp 600 Meter ab und mündet direkt in einem Fjord, was absolut beeindruckend für uns war. Ein Foto von dort stand von Anfang an auf unserer Liste.

Der Preikesstolen. Foto: Hupp Photography.

Der Preikesstolen. Foto: Hupp Photography.

Ein weiteres Highlight war der Abend am Strand von Bleik, Lofoten. In einer atemberaubenden Kulisse von weißem Sandstrand, Meer und hohen Bergen, grillten wir Würste und Brot – dazu noch ein traumhafter Sonnenuntergang: ein perfekter Abend. Besonders der Kontrast aus Meer und Bergen ist für mich etwas ganz besonderes.

Lagerfeuer in Norwegen. Foto: Hupp Photography.

Lagerfeuer am Strand. Foto: Hupp Photography.

Sehr beeindruckend waren außerdem die wilden Moschusochsen, die wir auf unserer Schnee-Schuh-Wanderung durch den „Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark“ entdecken.

Wilde Moschusochsen. Foto: Hupp Photography.

Diese Tiere sieht man selten: wilde Moschusochsen. Foto: Hupp Photography.

WE: Geheimtipps für zukünftige Skandinavien – Traveller?

Maxi: Zum einen das Übernachten in einer „Hytter“. Das empfehle ich wirklich jedem, der so etwas vorhat. Es gibt zahlreiche „Camping-Hütten“ in Norwegen und sicherlich auch in den anderen skandinavischen Ländern. Meist bekommt man den Schlüssel zum Beispiel gegen Kaution in einem nahe gelegenen Ort. Bezahlt wird dann einfach in der Hütte in einer Box – sehr unkompliziert. Diese Hütten sind meist schön eingerichtet und teilweise sogar mit Sauna ausgestattet. Einfach eine sehr gemütliche Atmosphäre, um eine Nacht zu verbringen.

Hütte. Foto: Hupp Photography.

Ein Reisetipp von Maxi: das Übernachten in einer „Hytter“. Foto: Hupp Photography.

Außerdem empfehle ich einen Besuch des „Djevelporten“ in Norwegen, zu deutsch Teufelstor. Dies ist ein eingeklemmter Fels in einer großen Felsspalte, den man auf der Wanderung auf den „Floya“ überhalb der Stadt Svolvaer passiert. Ein sehr ähnlicher Spot ist der „Kjerag“. Wir konnten diesen leider auf Grund von zu viel Schnee nicht begehen. Der Djevelporten ist im Gegensatz zum „Kjerag“ nicht so bekannt und überlaufen aber trotzdem mindestens genauso beeindruckend.

Djevelporten - das Teufelstor. Foto: Hupp Photography.

Ebenfalls ein Besuch wert: „Djevelporten“ – das Teufelstor. Foto: Hupp Photography.

Auch ein Besuch des Strands bei „Eggum“ kann ich jedem ans Herz legen. Der kleine Ort liegt nördlich auf den Lofoten und ist nur teilweise in den Reiseführern eingetragen. Man findet dort einen Bilderbuchstrand – der Besuch lohnt sich also auf jeden Fall.

Der Strand bei Eggum. Foto: Hupp Photography.

Der Strand bei Eggum. Foto: Hupp Photography.

Eiseskälte und hohe Lebenskosten

WE: Gab es auch weniger schöne Erfahrungen, die ihr dort sammeln musstet?

Maxi: Was man leider sagen muss ist, dass es teilweise sehr kalt war. Die Nächte in unserem umgebauten Van waren in extrem kalten Nächten bei denen wir bis zu -12° hatten schon etwas unangenehm – trotz Schlafsack und Standheizung. Ansonsten hatten wir aber viel Glück mit dem Wetter. Wir hatten zumindest große Teile der Reise Sonnenschein bzw. keinen Regen, was für diese Jahreszeit nicht selbstverständlich ist.

Der Preikesstolen. Foto: Hupp Photography.

Fünf Wochen reiste Maxi Hupp durch Skandinavien. Das Ergebnis: beeindruckende Fotoaufnahmen. Foto: Hupp Photography.

Was uns zwar schon vor der Reise klar war, aber was vielleicht an dieser Stelle erwähnt werden sollte: Skandinavien und besonders Norwegen ist sehr teuer für Touristen. Egal ob Lebensmittel, Tanken oder Klamotten – man zahlt ca. 1,5 – 2 mal so viel wie bei uns. Beispielsweise kostet ein Restaurant-Besuch in einem normalen Burger-Restaurant in einer Großstadt mit einem Getränk gut und gerne 30€. Darauf sollte man sich einstellen, wenn man dort hinfährt… aber es ist ja auch Urlaub und mit genau der Einstellung sind wir das Ganze angegangen.

Eiseskälte: teilweise herrschten -12°C bei Nacht. Foto: Hupp Photography.

Eiseskälte: teilweise herrschten -12°C bei Nacht. Foto: Hupp Photography.

Hotel kann jeder: der Reisevan

WE: Im Hotel schlafen kann jeder – ihr habt euch dagegen für einen eigens umgebauten Van als Herberge entschieden. Wie aufwendig war der Umbau und wie hat es sich zu zweit darin aushalten lassen für sechs Wochen?

Maxi: Genau, wir haben uns dazu entschieden, den Lieferwagen meiner Eltern umzubauen und darin zu wohnen. Der Umbau und das Einräumen ging tatsächlich verhältnismäßig schnell – circa einen Tag haben wir gebraucht. Aus einfachen Getränkekisten und Holzbrettern bauten wir das Bett. Matratze drauf und fertig. Unter dem Bett und in den Getränkekisten ergab sich somit genug Stauraum für unsere ganzen Sachen.

Wenn man davon absieht, dass der Van nicht zusätzlich isoliert ist und es dementsprechend teilweise etwas kalt war, konnte man es sehr gut aushalten. Dadurch, dass wir im Van stehen konnten, war es auch zu zweit recht angenehm. Zusätzlich konnten wir im hinteren Teil mit unserem Gaskocher kochen, sodass wir dabei nicht draußen sitzen mussten, was sehr angenehm war. Alles in Allem eine sehr gemütliche und komfortable Sache und abenteuerlich noch dazu!

Vom Lieferwagen zum Reisevan. Foto: Hupp Photography.

Vom Lieferwagen zum Reisevan. Foto: Hupp Photography.

Zukunftspläne

WE: Dürfen wir uns auf weitere Reisen mit dir und deiner Kamera freuen? Welche Pläne hast du für die Zukunft in Sachen Fotografie?

Maxi: Sicherlich werde ich auch in Zukunft wieder viel unterwegs sein – ob und wann mal wieder eine Reise in diesem Umfang realisierbar ist, weiß ich allerdings momentan nicht. Nun hat erstmal die Hochzeitssaison für mich begonnen. Es stehen einige Sachen für dieses und kommendes Jahr in der Planung, wie z.B. die erneute fotografische Begleitung das RaceAcrossAmerica 2020, von welchem ihr ja letztes Jahr bereits berichtet habt.

Beim Race Across America ist Maxi auch nächstes Jahr wieder mit dabei. Foto: Hupp Photography.

Beim Race Across America ist Maxi auch nächstes Jahr wieder mit dabei. Foto: Hupp Photography.

Generell liegt mein Fokus in Sachen Fotografie für die Zukunft auf der Hochzeits- sowie Eventfotografie. Weil ich die letzten Jahre gemerkt habe, wie viel Freude es mir macht, eine Hochzeit mit all den schönen Momenten und Emotionen zu begleiten, ist mir dieser Bereich besonders wichtig. Auch bei Veranstaltungen, wie dem „RaceAcrossAmera“ oder dem „Desert Dash“ in Namibia, will ich noch öfter dabei sein – somit komme ich viel rum und kann gleichzeitig neue Länder bereisen.

Weitere Infos und Bilder von Maxi finden sich online auf seiner Homepage oder auch auf seinem Instagramprofil.

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