Minigolfplatz an der Stettiner Straße. Foto: Pascal Höfig
Minigolfplatz an der Stettiner Straße. Foto: Pascal Höfig

Erstes P+R-Parkhaus in der Sanderau geplant

Die Parksituation in Würzburg erhitzt immer wieder die Gemüter. Zu wenige Parkplätze, zu teuer, kein angemessenes Park & Ride-Angebot. Die Diskussionen reißen nicht ab, allerdings tut sich jetzt anscheinend etwas in Sachen P&R. Im Ausschuss für Planung, Umwelt und Mobilität (PUMA) wurde laut Berichten der Mainpost jetzt für ein neues Parkhaus mit bis zu 600 Stellplätzen in der Sanderau gestimmt, mit zehn zu sieben Stimmen. Das Parkdeck soll gegenüber der s.Oliver Arena auf dem Areal des dortigen Minigolfplatzes entstehen, heißt es. Eine Bebauung auf dem benachbarten Parkplatz der TGW-Sporthalle wurde laut Mainpost abgelehnt.

Widerspruch zum ursprünglichen Beschluss

Die Örtlichkeit stößt nicht bei allen auf Begeisterung, so hat sich beispielsweise Stadtrat Willi Dürrnagel schon vor dem Beschluss ganz klar gegen diesen Standort ausgesprochen und auch aus Reihen der Grünen, SPD und FWG kommt Kritik. Mit dem Bau des Parkhauses würde eine größere Grünfläche wegfallen. Auch wurde mit der Entscheidung nur für die Stettiner Straße der ursprünglichen Beschlusslage aus dem Oktober 2018 widersprochen. Hier hieß es nämlich, dass in der Sanderau am Sportzentrum Feggrube des TG 1848 ein neues Parkhaus für rund fünf Millionen Euro und Platz für circa 260 PKW errichtet werden soll. Gleichzeitig aber auch die Pläne für eine P+R-Anlage auf der Fläche des Minigolfplatzes weiter verfolgt werden.

Baureferat für Standort Stettiner Straße

Laut Mainpost wurden die beiden Standorte nun konkret untersucht und das Baureferat bevorzuge eindeutig die Stettiner Straße aufgrund der näher liegenden Straba- und Bushaltestellen. Diese sollen außerdem neu angeordnet und barrierefrei werden – ebenso die Straßenbahn-Wendeschleife. Baureferent Benjamin Schneider erklärte, dass der Standort Feggrube wohl schlechter angenommen werden würde, da der Weg zur Straßenbahnhaltestelle „Königsberger Straße“ mehr als doppelt so weit entfernt wäre als vom Standort Stettiner Straße, so die Mainpost. Außerdem würde die direkte Sicht auf die Haltestellen durch die Konrad-Adenauer-Brücke beeinträchtigt werden.

Zu den wegfallenden Grünflächen erklärte Schneider gegenüber der Mainpost, dass durch die geplante Bebauung auf dem Minigolfplatz weniger als 20 Prozent der Gesamtfläche betroffen sei und der Großteil der großen Bäume auch erhalten bleiben könne. Über die Kosten den Park&Ride-Parkhauses ist laut Mainpost noch nichts bekannt, es soll 26 Meter hoch werden und eine begrünte Fassade bekommen.

Minigolfplatz an der Stettiner Straße. Foto: Pascal Höfig

Minigolfplatz an der Stettiner Straße. Foto: Pascal Höfig

Zustimmung von FDP/Bürgerforum-Fraktion

Zustimmung erhielt der Beschluss bereits von FDP/Bürgerforum-Fraktion. „Dieses P&R-Parkhaus an mehreren vielbefahrenen Einfallstraßen Würzburgs ist ein erster großer Schritt zu einem umfassenderen Park-and-Ride-Konzept, das geeignet ist die Innenstadt zu entlasten,“ erklärt Fraktionsvorsitzender Joachim Spatz in einer Pressemitteilung.

Stadträtin Charlotte Schloßareck betonte außerdem, dass gerade dieses Parkhaus eine große Entlastung für die Sanderauer Bürger darstelle: „Mit diesem Park-and-Ride-Parkhaus mit unmittelbarer Anbindung an die Straßenbahn erhoffen wir uns eine spürbare Entlastung der Parksituation in der Sanderau. Das neue Parkhaus dient vor allem als Park-and-Ride Parkhaus für auswärtige Besucher. Gleichzeitig verringert sich der Parksuchverkehr für die Anwohner der Sanderau, da insgesamt mehr Parkplätze zur Verfügung stehen. Das hat das Bürgerforum bereits 2002 beantragt und ich freue mich, dass wir nun endlich mit der konkreten Planung beginnen.“

Kritik an Haltung der Grünen

Gleichzeitig kritisierte Schloßareck aber den Standpunkt der Grünen: „Für mich ist das Abstimmungsverhalten der Grünen in dieser Sache absolut nicht nachvollziehbar. Auf der einen Seite fordern die Grünen seit vielen Monaten unbedingt den Autoverkehr aus der Innenstadt zu verbannen. Gleichzeitig stimmen sie aber gegen ein Park-and-Ride-Parkhaus an einer Stelle, die hierfür besonders geeignet ist. Das ist dreist und für den Wähler irritierend.“

VCD ebenfalls gegen Stettiner Straße

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) möchte ebenfalls keine P+R-Anlage an der Stettiner Straße. „Versiegelung rarer Grünflächen in verdichteten Stadtteilen wie der Sanderau für neue Parkplätze verbietet sich von selbst“, so der in der Sanderau kundige stellv. VCD-Kreisvorsitzende Dr. Christian Loos in einer Pressemitteilung. „Hinzu kommt, dass die Entfernung von 200 m zur Strabahaltestelle nicht ideal ist, dann sind aber 300 m zur Feggrube auch kein Argument“, ergänzt Loos. Mittelfristig sollte daher die Straba um diese kurze Strecke verlängert und kurzfristig die Einmündung der Stettiner Strasse in die Randersackerer Strasse zur allseiten Erreichbarkeit umgestaltet werden, ergänzt der VCD.

„Fahrgäste aus dem Süden sollten bereits südlich des Mains, spätestens am neuen Haltepunkt „Heidingsfeld-West (Herrieden), der bald gebaut wird, auf den ÖPNV umsteigen und aus Südosten an den DB-Stationen Marktbreit, Ochsenfurt, Winterhausen oder Gossmannsdorf, wobei der Bahntakt verdichtet werden muss“, entkräftet der VCD die Argumente gegen den P&R-Standort Feggrube.

Neue Buslinie gewünscht

Zur besseren Anbindung, aber auch Querverbindung empfiehlt der VCD möglichst zeitnah eine neue Buslinie ab der Straba Endhaltestelle mit Anbindung von der s.Oliver-Arena, P&R Feggrube, Geriatrische Rehaklinik der AWo, Ebertsklinge,
Walddorfschule, Adamibad, Fachhochschule, Uni Hubland zum Bhf. Rottendorf.

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