Die Litfaßsäule in der Kaiserstraße. Foto: ÖDP Fraktion
Die Litfaßsäule in der Kaiserstraße. Foto: ÖDP Fraktion

Litfaßsäulen Kaiserstraße: ÖDP kritisiert Vorgehen der Stadtverwaltung

Seit der Neugestaltung der Kaiserstraße sind dort neben neuen Sitzbänken auch zwei Litfaßsäulen zu finden. Diese sollten eigentlich als Werbeflächen dienen und die Passanten über Veranstaltungen und Co. informieren. Für die Stadtratssitzung am 11. April wurde von Raimund Binder für die ÖDP Fraktion eine Anfrage zu diesen Litfaßsäulen gestellt.

„Verlotterter Zustand der Plakate“

Darin hieß es, dass der „verlotterte Zustand der Plakate an den Litfaßsäulen in der Kaiserstraße“ aufgefallen sei. Deshalb wurde gefragt:

  • Wer ist für die Vermarktung und Beklebung der Säulen zuständig?
  • Warum sind offenbar einzelne Flächen gar nicht vermietet?
  • Gibt es demnach vielleicht mittlerweile zu viele Plakatierungsflächen?

„Die neuen Litfaßsäulen wurden für viel Geld angeschafft und sollten eine besondere Innovation in der neuen Kaiserstraße darstellen. Die Freie Kulturszene hat in der Vergangenheit mehrfach beklagt, dass zu wenig Flächen vorhanden sind“, heißt es weiter.

Flächen ganzjährig vermietet

In einer Pressemitteilung erklärt die ÖDP nun, dass jetzt eine Antwort der Verwaltung vorliege, die in keiner Weise zufriedenstellend sei:

„Die zwei Werbesäulen wurden im Rahmen der Umgestaltung der Kaiserstraße als Prototypen entwickelt und dort erstmals aufgestellt. Die Litfaßsäulen werden, wie die Flächen der Dreieckständer und Plakatwände, ganzjährig vom FB Kultur „vermietet“. Grundsätzlich werden alle vorhandenen Flächen belegt. Mit der Plakatierung sämtlicher Flächen ist ein privater Dienstleister beauftragt.

Große Probleme mit Plakathaftung

Die noch laufende Erprobung der Litfaßsäulen in der Kaiserstraße hat ergeben, dass es aufgrund des Materials bzw. der Oberflächenbeschichtung große Probleme mit der Haftung der Plakate gibt. Dies führt z.B. dazu, dass Plakate von Passanten sehr leicht abgerissen werden können bzw. teilweise durch Feuchtigkeit oder Winddruck gelöst werden. Tests verschiedener Kleister/Kleber führten bisher leider noch nicht zum gewünschten Erfolg.

Die Litfaßsäule in der Kaiserstraße. Foto: ÖDP Fraktion

Die Litfaßsäule in der Kaiserstraße. Foto: ÖDP Fraktion

Lösungsansätze werden diskutiert

Weiterhin hat sich gezeigt, dass auch die Aufteilung der einzelnen Segmente für die nachgefragten Plakatformate nicht in allen Fällen praxisgerecht ist. Die verschiedenen Problemstellungen sowie Lösungsansätze werden innerhalb der Stadtverwaltung aber auch mit dem Konstrukteur der Säulen und dem Plakatierer diskutiert und fließen in eine mögliche Weiterentwicklung der Litfaßsäulen ein.

Abschließend wird darauf hingewiesen, dass der Bedarf an Werbeflächen gerade für die freie Kulturszene nach wie vor hoch ist. Der Fachbereich Kultur steht hier in engem Kontakt mit dem Dachverband Freie Kulturträger, der erst vor kurzem weiteren Bedarf angemeldet hat.“

Antrag auf weitere Maßnahmen

Bereits mit „Antrag Nr. 43/2018 des Stadtratsmitgliedes Binder – auch namens der ÖDP-Stadtratsfraktion – vom 26.06.2018 zur Aufstellung mind. zwei weiterer Bänke und zur Prüfung der Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität, z.B. mittels dauerhafter Begrünung, Ausweitung der gastronomischen Nutzung oder Aufstellung eines Spielpunktes…“ hatte die Fraktion weitere Maßnahmen beantragt, heißt es in der Pressemitteilung.

„Aufhängen von Plakaten keine Würzburger Erfindung“

Die Antwort auf die Anfrage zeige, dass bisher nichts geschehen sei. In der Verwaltung herrschte Ratlosigkeit, was im Rat zu allgemeiner Verwunderung, teils Gelächter führte, heißt es in der Pressemitteilung der ÖDP. Binder fragte in der Sitzung noch genauer nach und wollte wissen, was denn die Konsequenz aus der o.g. Feststellung zu den Litfaßsäulen sei? Man habe damals nur auf Empfehlung des Stadtbaurates einem Prototyp zugestimmt und erfahre jetzt nur auf Nachfrage, dass auf diesem nicht mal die Plakate kleben würden. Das Schweigen der Verwaltung könne so nicht hingenommen werden, heißt es weiter. Es sei Aufgabe der Verwaltung, hier schnell Abhilfe zu schaffen, schließlich sei das Aufhängen von Plakaten keine Würzburger Erfindung.

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