Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig
Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig

Wir erkunden die WüSpots: Unsere Highlights

Würzburgs Stadtteile mal auf eine andere Art und Weise erkunden? Wir hatten da eine Idee: Kürzlich haben wir eine neue Instagram-Storyreihe gestartet, in der wir euch die „WüSpots“ der Stadt präsentieren. Durch eine Abstimmung können die Zuschauer wählen, welche Spots wir Euch in Würzburg zeigen sollen. Die Highlights der vergangenen Storys haben wir hier aufgelistet und werden sie stets aktualisieren. Auch auf Instagram könnt ihr euch bei „wuerzburglieben“ in den Highlights unter „WüSpots“ alle Storys anschauen, die Veranstaltungsstorys findet ihr unter „Events„.

1. Hubland erleben

Wir haben gemeinsam das ehemalige Landesgartenschaugelände 2018 erkundet, welches seit Februar 2019 für die Öffentlichkeit zugänglich ist und nun einen Stadtpark für alle hinterlässt. Neben grünen Wiesen und genug Möglichkeiten zum Austoben, gibt es noch immer Anhaltspunkte, die auf die Geschichte des Areals hinweisen: ehemals erstreckte sich hier das Gelände der Leighton Barracks, wo die US Army bis 2008 ansässig war.

Aus für US Tankstelle

Außerdem wird der Stadtteil derzeit mit dem Bau von Wohnhäusern und Nahversorgungszentren immer weiter erschlossen. Das Hubland besteht also aus mehr als nur Uni-Campus!

Das Landesgartenschaugelände am Hubland hat noch einiges zu bieten! Foto: Sarah Willer

2. Grombühl erleben

Crimebühl, Grombronx oder Grombrooklyn: der Stadtteil Grombühl hat viele Namen, die auf das Vorurteil, dort gehe es besonders kriminell zu, anspielen. Zum Glück ist das nur ein Spiel mit Klischees und Vorurteilen, weshalb wir ganz sorglos die Gegend um den Wagnerplatz erkunden konnten.

5 Sätze, die ein Grombühl-Bewohner nicht mehr hören kann

Hier kann man entspannen, Tischtennis spielen, ein paar Körbe werfen oder den Flohmarkt besuchen, der hier zweimal im Jahr stattfindet. Auch für das Weinfest Ende August gibt es hier genug Platz. Musikbegeisterte können in den Plattenladen „Monophon“ gehen und durch tausende von Platten stöbern. Im „Cannameleon“ findet man alles rund um Cannabis und im Grombühlkiosk gibt es von früh bis spät alles, was man braucht. Jenseits der Gleise gibt es in Grombühl also viel zu entdecken!

Zwischen den Häusern erstreckt sich der Wagnerplatz in Grombühl. Foto: Jessica Hänse.

Zwischen den Häusern erstreckt sich der Wagnerplatz in Grombühl. Foto: Jessica Hänse.

3. Sanderau

Auch Würzburgs dicht besiedelter  Stadtbezirk darf in unserer Reihe natürlich nicht fehlen: die Sanderau. So haben wir sämtliche Hotspots rund um die Adalberokirche erkundet. Diese Kirche ist übrigens die Einzige die nach dem heiligen Bischof Adalbero benannt wurde.

5 Sätze, die Bewohner aus der Sanderau nicht mehr hören können 

Auch Sportfans werden in der Sanderau glücklich: Der Sanderrasen bietet ausreichend Platz für Basketball, Fußball und Co. Wer es ein wenig entspannter mag, der kann am Main entspannen oder einen Cocktail am Stadtstrand trinken. Wie man sieht, stellt auch die Sanderau ein absolut lebenswertes Viertel in Würzburg dar.

Sanderau. Foto: Sarah Willer

Sanderau. Foto: Sarah Willer

4. Event: Frühling International

Diesmal haben wir keinen Stadtteil, sondern eine Veranstaltung vorgestellt: Frühling International fand schon zum 21. Mal zu Muttertag am alten Landesgartenschaugelände in der Zellerau statt. Rund um den japanischen Garten kann man verschiedene Kulturen erkunden und an verschiedenen Aktionen teilnehmen, oder sich kulinarisch verwöhnen lassen. Ein Thema ist auch aus aktuellem Anlass die Europa-Wahl: der Europabus tourt durch verschiedene Länder und hält im Rahmen von Frühling International auch in Würzburg. An verschiedenen Ständen kann man sich informieren oder sich am „Wahl-o-maten zum Aufkleben“ versuchen. Auch nächstes Jahr findet die Veranstaltung wieder im Mai statt.

5. Zellerau

Die Zellerau ist von viele Vorurteilen behaftet: viele Assis, nur Öko und viel zu weit weg vom Zentrum. Wir haben uns dieses mal den Stadtteil angesehen und sind überrascht, wie hip der viertgrößte Bezirk mit seinen Cafés und Streetartwänden wirkt.

5 Sätze, die Bewohner aus der Zellerau nicht mehr hören können 

Hier gibt es im Dencklerblock, der schon in den 20ern erbaut wurde und heute von WGs bewohnt wird, sogar ein „Späti“, das noch bis Mitternacht mit Snacks versorgt. Leckere Wraps gibt es auch bei „Frida“, gefüllt mit Dönerfleisch, Halloumi oder Falafel. Nur ein paar Häuser weiter gibt es bei „Viertelkultur“ einen Unverpacktladen und ein Familienfreundliches Café in Einem – mit leckeren selbstgemachten Kuchen. Den Tag kann man dann bei gutem Wetter an den Mainwiesen ausklingen lassen, wo man viele Aktivitäten ausprobieren kann.

Welche Sätze können die Bewohner aus der Zellerau nicht mehr hören? Foto: Jessica Hänse

Welche Sätze können die Bewohner aus der Zellerau nicht mehr hören? Foto: Jessica Hänse

Im hinteren Bereich der Zellerau befindet sich das Bürgerbräu-Gelände: Auf dem Areal entwickelt sich seit 2012 ein vielfältiges Kultur- und Dienstleistungszentrum: Dazu zählen zum Beispiel das Central – ein Programmkino, das aus dem ehemaligen Corso-Kino in der Kaiserstraße hervorgegangen ist – und das Exit Maschinenhaus, eine roughe Location mit gelegentlichen Techno-Veranstaltungen. Weiterhin gibt es dort neben dem Siebold-Palais mit integriertem Sieboldmuseum (zur Betonung des deutsch-japanischen Austausches) unter anderem noch Cafés, Kreativwerkstätten und ein Hotel.

Das Central-Kino auf dem Bürgerbräu-Gelände im hinteren Teil der Zellerau. Foto: Lilli Müller

Das Central-Kino auf dem Bürgerbräu-Gelände im hinteren Teil der Zellerau. Foto: Lilli Müller

Unweit des Bürgerbräu-Areals liegt außerdem das ehemalige Zollhaus – auch Examinatorenhaus genannt: Bis 1934 trieb die Stadt hier beispielsweise den Wein- und Bieraufschlag, Pflasterzoll und Fleischaufschlag ein. Fertiggestellt im Jahr 1897, steht es heute unter Denkmalschutz und wird als Wohnhaus genutzt. Unterhalb des Zollhauses führt der Mainradweg in Richtung Zell entlang, zu dem auch eine der zahlreichen Hundefreilaufflächen im Stadtgebiet gehört. In der Zellerau liegt auch der Großparkplatz Talavera: Wenn gerade keine Großveranstaltungen wie das Frühjahrvolksfest oder Kiliani darauf stattfinden, können dort Autos kostenfrei parken. Seinen Namen hat er übrigens von der spanischen Stadt „Talavera de la Reina“ – Schauplatz der Napoleonischen Kriege, bei denen auch Würzburger Soldaten kämpften.

6. Mainviertel

Als Nächstes hat es uns in den ältesten Stadtteil Würzburgs verschlagen – das Mainviertel. Zunächst erscheint dieses Viertel am Fuße der Festung für viele etwas unscheinbar, aber hier trifft Geschichte und Kultur auf Freizeit und Spaß. Das “Meeviertel” ist noch heute davon geprägt, dass viele Bewohner früher der Fischerzunft angehörten und es somit viele Fischerhäuser gab. Zudem verstecken sich alte, historisch bedeutsame Kirchen zwischen den Wohnungshäusern. Das Jugendkulturhaus und das ehemalige Landesgartenschau-Gelände von 1990 sorgen für zusätzlichen Charme an verschiedenen Ecken.

Der Weg hoch zur Festung ist zwar etwas anstrengend, aber der Ausblick ist die Mühe definitiv wert. Foto: Annika Betz.

Der Weg hoch zur Festung ist zwar etwas anstrengend, aber der Ausblick ist die Mühe definitiv wert. Foto: Annika Betz.

7. Frauenland

Das Frauenland hat immer wieder mit dem Vorurteil “Da gibt’s doch nur Wohnhäuser!” zu kämpfen. Tatsächlich ist es gar nicht mal so schwierig, interessante Stellen – die keine Wohnhäuser sind – im Frauenland zu finden. Viele Orte sind geprägt von geschichtlichen Ereignissen, wie der Letzte Hieb oder der Galgenberg. Und wer nicht so gerne in die Vergangenheit zurückblickt, sondern lieber zu den Sternen hinauf schaut, für den ist die Sternwarte genau das Richtige.

Der Stadtbezirk Frauenland ist der flächenmäßig zweitgrößte in Würzburg und fasst die Stadtteile Frauenland, Mönchberg und Gartenstadt Keesburg zusammen. Gemessen an seiner großen Fläche ist er recht dünn besiedelt: Neben lockerer Bebauung und Wohnsiedlungen mit Gartenanlagen zeichnet er sich vor allem durch seine zahlreichen Bildungseinrichtungen aus. Grundschulen, Gymnasien (Dag-Hammarskjöld, Matthias-Grünewald), die Franz-Oberthür-Berufsschule und eine Zweigstelle der Universität Würzburg am Wittelsbacher Platz sind hier angesiedelt.

Weiter oben im Stadtteil Keesburg befindet sich der Planetenweg: Auf Stelen aus Muschelkalk – der am häufigsten in der Region Würzburg vorkommenden Gesteinsart – werden die wichtigsten Infos über unser Sonnensystem präsentiert. Im Stadtteil Mönchberg steht das Missionsärztliche Klinik („Missio“) mit ihrer bedeutenden Tropenmedizinischen Abteilung. Besonders beeindruckend ist außerdem die dortige Herz-Jesu-Kirche.

Der Name des weitläufigen Stadtbezirks stammt ursprünglich von den ehemals dort angesiedelten Frauenklöstern. Bis zur Säkularisation im Jahr 1803 unterhielten diese im heutigen Frauenland ihre Wein- und Krautgärten. Die Männerklöster dagegen bewirteten ihre Anlagen auf dem Mönchberg.

8. Altstadt – Peter Viertel

Die Altstadt ist besonders historisch angehaucht – so auch das Peter Viertel, welches sich rund um die Kirche St. Peter und Paul befindet. In der Badergasse gab es früher eine Badestube, wo man sich gerne mal getroffen hat. In der Elefantengasse befindet sich die älteste Pizzeria Deutschlands und in der Sanderstraße das Till Eulenspiegel – ein richtiges Würzburger Original. Außerdem interessant: an der Neubaustraße befand sich im Mittelalter der Stadtgraben – die Sanderstraße war zu dem Zeitpunkt der Vorort „Sand“ und gehörte damals noch nicht zur Stadt. Den Tag kann man dann bei einem gemütlichen Kaffee im „Café Rudowitz“ ausklingen lassen.

Die Kirche St. Peter und Paul und die älteste Pizzeria Deutschlands gehören zum Peter Viertel. Foto: Jessica Hänse/ Sarah Willer

Die Kirche St. Peter und Paul und die älteste Pizzeria Deutschlands gehören zum Peter Viertel. Foto: Jessica Hänse/ Sarah Willer

9. Steinbachtal

Als Nächstes erkundeten wir das Steinbachtal, das zwar flächenmäßig der größte Stadtteil ist, aber gleichzeitig die wenigsten Einwohner hat. Hier gibt es kaum Infrastruktur, keine Supermärkte, Tankstellen oder sonstige Geschäfte.

5 Sätze, die Steinbachtal Bewohner nicht mehr hören können

Dafür aber eine Menge Natur und schöne Wanderwege, die das Steinbachtal als eines der besten und vornehmsten Stadtteile, ebenso wie die großen Häuser und Villen auszeichnen. Apropos Beste: von wo man eigentlich den besten Ausblick über die Stadt hat – ob Frankenwarte oder Käppele – muss jeder für sich selbst entscheiden.

10. Heidingsfeld

Heidingsfeld ist ein Stadtteil, der besondes viel historisches zu bieten hat. Dabei ist es hier wie eine kleine Stadt – tatsächlich wurde Heidingsfeld, ursprünglich auch Hedansfeld genannt,  erst 1930 eingemeindet. Besonders historisch sind nicht nur die kleinen Gässchen, sondern auch die Stadtmauer, die zu 75% noch erhalten ist.

Ein ganz besonderes Highlight ist auch das „Giemaul“, das am Rathaus noch täglich um 12 sein Maul öffnet. Im selben Gebäude befindet sich außerdem auch noch ein Teil der Stadtbücherei, und schaut man einmal quer über den Platz, so sieht man noch ein bisschen was vom Speierloch, ein Wehrbau, der im Spätmittelalter errichtet und in den 70er wieder aufgebaut wurde. Zerstört wurde auch die St.Laurentius Kirche, allerdings nur bis auf den Turm, dieser stammt noch aus der romanischen Zeit.

Heidingsfeld ist ein Stadtteil, der definitiv unterschätzt wird!

11. Heuchelhof

Der Name Heuchelhof kommt von den Höfen auf dem Hügel. Aus den drei Höfen Heuchelhof, Zwickerleinshof und Vogelshof entstand nämlich der heutige Stadtteil. Das fränkische Adelsgeschlecht der Groß von Trockau kaufte das Gelände 1881 der Stadt Heidingsfeld ab und verkaufte es 80 Jahre später für ca. 13 Millionen DM wieder der Stadt Würzburg.

Hier entstand dann in den nächsten zehn Jahren eine Großsiedlung – aber der Heuchelhof besteht nicht ausschließlich aus Hochhäusern. Auch viele Eigenheime und Reihenhäuser findet man idyllisch angelegt an den Straßen, die nach europäischen Städten benannt sind. Auch die Anbindung der Straßenbahn wurde früh berücksichtigt: ein Mittelstreifen wurde an den Hauptstraßen frei gehalten und kein Wohnhaus liegt mehr als 450 Meter von einer Haltestelle entfernt.

12. Äußere Pleich

Die Äußere Pleich erstreckt sich vom Westlichen Ende des Bahnhofs und wird eingegrenzt durch den Röntgenring, den Main und die Bahngleise. Direkt neben dem Bahnhof findet man die Posthalle – ehemals ein Verteilerzentrum, heute ein Ort für Veranstaltungen.

Was die wenigsten wissen ist, dass dort, wo sich im Ringpark ein See mit Fontäne befindet, früher ein Hotel stand, das vor allem Leuten, die auf Durchreise waren, beherbergen sollte. Dann ging es weiter zur Luitpoldbrücke, heute Friedensbrücke genannt, so wurde sie im 19. Jahrhundert Prinzregent Luitpold von Bayern gewidmet. Sie ist die zweitälteste Brücke in Würzburg und wird seit 1900 von Straßenbahnen befahren. Eine andere Brücke in der äußeren Pleich ist die Brücke der deutschen Einheit, die nächsten Monat außerdem ihren 27. Geburtstag feiert.

Außerdem befinden sich noch der Kulturspeicher, ein Kino sowie Clubs in der Äußeren Pleich, sowie das alte Zollamt, wo unter anderen die FHWS untergebracht ist.

13. Hauger Viertel

Das Hauger Viertel, auch Haug genannt, erstreckt sich nordöstlich zwischen der Theater-, Kaiser- und Ludwigstraße. Das Zentrum des Viertels bildet die Kirche Stift Haug, die auch den Namen des Viertels bestimmt. Der Name der Kirche entstand durch einen ehemals zugehörigen Kollegiatstift und dadurch, dass sich die Kirche früher auf einem Hügel vor den Toren der Stadt befand.  Schon seit 1410 existiert die Haug in Würzburg. Grund dafür war eine Gliederung in Stadtteile, die Bischof Johann I. von Egloffstein vornahm, um Steuern und Abgaben zu erheben. Es war die erste Gliederung in Stadtteile überhaupt.

Am Ende der Kaiserstraße lässt sich ein Stückchen Natur finden, das der Einkaufsstraße eine kleine grüne Lunge hinzufügt: das Kaisergärtchen. Es wurde kurz nach der Kaiserstraße errichtet. In dieser findet man auch das Café Kiess, eine der ältesten Bäckereien Unterfrankens. 2010 wurde das Café bereits 100 Jahre alt.

Auch das Stammhaus des Bürgerspitals liegt im Hauger Viertel. Die nicht-kirchliche Stiftung finanziert ihre vielen Einrichtungen für Senioren unter anderem durch den Weinverkauf und gehört zu einem der ältesten und größten Weingüter Deutschlands. Weiter in der Theaterstraße lässt sich die historische Mauer des Annastifts finden. Der Damenstift wurde 1804 zum Stadttheater umgebaut, wodurch die heutige Theaterstraße entstand. Die Mauer des Stifts ist allerdings geblieben.

14. Lengfeld

Der vor allem als Wohngebiet bekannte Stadtteil Lengfeld liegt im Nordosten von Würzburg und ist auch ein eigener Stadtbezirk. Neben Wohnhäusern lassen sich aber noch andere Dinge in Lengfeld entdecken. Mit seinen beiden Kirchen bildet Lengfeld die größte Pfarrei im Bistum Würzburg, insgesamt sind es ca. 6500 Katholiken. Die Kirche St. Laurentius ist außerdem eine Zwischenstation für den katholischen Pilgerweg „Via Romea“ von Stade bis nach Rom.

Früher war Lengfeld vor allem bekannt wegen seiner vier Mühlen – der Dorfmühle, der Rosenmühle, der Riedmühle und der Holzmühle. Ihnen zu Ehren steht vor der Kürnachtalhalle ein Mühlenbrunnen, bestehend aus drei steinernen Mühlrädern mit Mahlrelief. Dort findet auch das jährliche Maibaumfest am 1. Mai statt. Bei diesem traditionellen Fest wird der Maibaum errichtet, groß und klein kommen zusammen und amüsieren sich bei Musik, Essen und Maibowle.

5 Sätze, die Bewohner aus Lengfeld nicht mehr hören können

Ein besonderes Kleinod und ein Ort der Ruhe ist der jüdische Friedhof in Lengfeld. Betreten kann ihn jeder, die Männer müssen lediglich eine Kopfbedeckung tragen. Er grenzt an den David-Schuster-Weg, besonders ist dabei, dass der Namensgeber der Straße selbst auf dem jüdischen Friedhof ruht. Er war von 1985 bis 1996 erster Vorsitzender der neuen Würzburger Israelitischen Gemeinde.

15. Gerbrunn

Die Gemeinde Gerbrunn ist zwar kein Stadtteil von Würzburg, liegt aber auf der Hochfläche über Würzburg und gehört dem Landkreis Würzburg an. Neben seinem Ortskern besitzt Gerbrunn noch zwei Ortsteile, Gut Gieshügel und Roßsteige. In der Gemeinde gibt es zwei Kirchen, die katholische Pfarrgemeinde St. Nikolaus und die evangelische Apostelkirche. Die Glocke in St. Nikolaus hängt und läutet dort bereits seit 1769, wohingegen die Apostelkirche gar keinen Glockenturm besitzt. Ihre Glocke ist an einem außenstehenden Metallgestell aufgehängt.

Was die Herkunft des Gemeindenamens angeht, gibt es zwei unterschiedliche Überlieferungen. Der zweite Teil des Namens begründet sich jedoch in beiden Überlieferungen auf den Brunnen vor dem Rathausplatz. Die erste Überlieferung führt das „Ger“ auf das althochdeutsche „gêr“ zurück, das „Wurfspieß“ bedeutet. Grund dafür sei die damalige topografische Form von Gerbrunn gewesen. Die andere Überlieferung berichtet von einer fränkischen Adeligen, die einen Brunnen im Ortsgebiet besaß. Ihr Name war Gerwine.

Die Gemeinde besitzt zudem ihr eigenes Wappen, in dem in einem der drei Teile auch das fränkische Wappen auftaucht. Die anderen Teile bestehen einerseits aus dem Brunnen und andererseits aus dem Symbol der Grafschaft Castell. Auch international hat Gerbrunn einiges vorzuweisen. Insgesamt fünf Gemeindepartnerschaften führt Gerbrunn, vier davon international: zwei in Frankreich, eine in Polen und eine in Tschechien.

16. Lindleinsmühle

Der Stadtteil Lindleinsmühle befindet sich im Nordosten Würzburgs, zehn Minuten vom Stadtkern entfernt. Der kleinste Bezirk der Stadt ist umgeben von den benachbarten Stadtteilen Grombühl, Versbach und Lengfeld. Entstanden ist er im Laufe der 1960er Jahre und bietet Wohnraum vor allem für Senioren und junge Familien, die sich aus vielen unterschiedlichen Nationalitäten zusammensetzen.

Haus Lindleinsmühle. Foto: Lilli Müller

Haus Lindleinsmühle. Foto: Lilli Müller

Der Name stammt von der gleichnamigen Mühle, an deren Stelle nach ihrer Zerstörung bei den Luftangriffen auf Würzburg im Zweiten Weltkrieg heute der Wohnturm „Haus Lindleinsmühle“ mit seinen 500 Bewohnern steht. An eine weitere ehemalige Mühle – die sogenannte Neumühle – erinnern gegenwärtig noch der Straßenname „Bei der Neumühle“ und ein Wandgemälde. Das Stadtteilbild ist folgerichtig geprägt durch das kleine Bächlein Pleichach, die die beiden genannten sowie die Straubmühle versorgte. Zum Entspannen und Flanieren lädt außerdem ein Ententeich mit schön angelegtem Fußgängerbrückenweg ein. Seit 2015 gehört die Lindleinsmühle außerdem zum Projekt „Soziale Stadt“, das sich um die Aufwertung des Stadtteils bemüht.

Ihren Vorstadtcharakter verleihen der Lindleinsmühle Hochhäuser und Plattenbauten im Wechsel mit mehreren kleinen Spielplätzen. Sie besitzt ein Gebetshaus der katholischen Kirche (St. Albert) und gehört zur Gemeinde der evangelischen Hoffnungskirche (Versbach). An der Gustav-Walle-Schule unweit des Ententeichs befindet sich das Jugendzentrum Zoom.

17. Versbach

Der Stadtteil Versbach schließt direkt an die Lindleinsmühle im Nordosten von Würzburg an und ist über die Linie 12 mit dem Bus in 15 Minuten zu erreichen. Versbach grenzt außerdem an die Stadtteile Grombühl, Dürrbachtal und Lengfeld sowie an die Gemeinden Rimpar und Estenfeld. Eine solche war der Stadtteil auch bis ins Jahr 1978, die im Gegenzug zur Zwangseingemeindung durch die Stadt Würzburg versprochene eigene Straßenbahnlinie wurde dagegen bis heute nie realisiert.

Die Versbacher Straße ist die Hauptverkehrsstraße des gleichnamigen Stadtteils. Foto: Jacob Grimm

Die Versbacher Straße ist die Hauptverkehrsstraße des gleichnamigen Stadtteils. Foto: Jacob Grimm

Die Nähe zur Lindleinsmühle äußert sich außerdem in der gemeinsamen Pfarreiengemeinschaft der katholischen Kirchen St. Jakobus (Versbach) und St. Albert (Lindleinsmühle). Seine frühere landwirtschaftliche Prägung verdankte der Stadtteil dem Flüsschen Pleichach, die den Fischfang begünstigte und das Transportwesen verbesserte. Ihr verdankt auch das Stadtteilzentrum Pleichachtalhalle ihren Namen. Darüber hinaus gibt es im familienfreundlichen Versbach eine Volksschule, drei Kindertagesstätten und zwei Büchereien – eine davon die Stadtteilbücherei am Erwin-Wolf-Platz.

An der Kreuzung von Steigstraße und Walter-Stier-Straße am Aufgang zur Kirche St. Jakobus ist das 1740 erbaute ehemalige Dorfgefängnis noch erhalten, inzwischen allerdings ohne Insassen. Wenn auch Inhaftierung und Inquisition nicht mehr halfen, beteten die damaligen Bewohner insbesondere an den heiligen St. Rochus von Montpellier als Schutzpatron vor Pest und Viehseuchen. Zu Ehren des Ortspatrons findet heute noch jährlich im August das Rochusfest statt und am ihm gewidmeten Rochusplatz befindet sich außerdem eine große Skateanlage.

Über die Stadtteilgrenze hinaus ist Versbach bekannt für das Gasthaus „Zum Adler“ mit seinen gutbürgerlichen Speisen. Das Haus, in dem das Lokal untergebracht ist, befindet sich unter Denkmalschutz, was ihm noch mal zusätzlich Charme verleiht.

18. Rottenbauer

Rottenbauer ist der südlichste Stadtteil in Würzburg und wird gerne mal vergessen: Schließlich liegt er sogar noch hinterm Heuchelhof, was manchen schon als halbe Weltreise vorkommt. Trotzdem ist Rottenbauer vielen ein Begriff, schließlich ist der Name auf der Anzeige der Straßenbahnlinie 5 zu lesen, die Rottenbauer mit der Innenstadt verbindet. Der Name der bis 1973 ehemals eigenständigen Gemeinde ist auf die ländliche Prägung zurückzuführen, die bis heute erhalten und spürbar ist. Dieses Flair zeigt sich anhand des Betriebs einer nahegelegenen Biogasanlage, der ansässigen landwirtschaftlichen Betrieben sowie zweier noch aktiver Steinbrüche: Bis heute dokumentieren Bildstöcke die Vergangenheit Rottenbauers als Steinhauergebiet.

Zwei Minuten ins Grüne: Die Felder der landwirtschaftlichen Betriebe schließen direkt an Rottenbauer an. Foto: Lilli Müller

Zwei Minuten ins Grüne: Die Felder der landwirtschaftlichen Betriebe schließen direkt an Rottenbauer an. Foto: Lilli Müller

Seit der Anbindung ans Netz der Straßenbahn Ende der 90er Jahre und der Ausweisung der Neubaugebiete Rottenbauer Nord und Nord-Ost erfuhr der Stadtteil eine demographische Dynamisierung. Er entwickelte sich zu einem familienfreundlichen Wohngebiet mit dörflichem Charakter im Grünen bei gleichzeitig städtischer Infrastruktur. Der begehrte Wohnraum bescherte Rottenbauer lange Jahre das schnellste Wachstum aller Würzburger Stadtteile.

Die evangelisch-lutherische Trinitatiskirche – ursprünglich als katholisches Gotteshaus erbaut – ist das älteste noch erhaltene Gebäude in Rottenbauer und stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Die St.-Josef-Kirche bildet gemeinsam mit St. Sebastian im Heuchelhof die katholische Pfarreiengemeinschaft Joseba. Neben der Trinitatiskirche und weiteren Gebäuden wurde von der Adelsfamilie von Wolfskeel auch das heute noch erhaltene, unscheinbare Untere Schloss erbaut, um das sich die Legende der weißen Frau rankt, die um Mitternacht um den Schlossturm schweben soll.

Wolfskeelstraße: Eine der Hauptverkehrsstraßen in Rottenbauer erinnert heute an den jahrhundertelangen Einfluss der Adelsfamilie. Foto: Jacob Grimm

Wolfskeelstraße: Eine der Hauptverkehrsstraßen in Rottenbauer erinnert heute an den jahrhundertelangen Einfluss der Adelsfamilie. Foto: Jacob Grimm

Heute handelt es sich bei Rottenbauer um einen idyllischen Stadtteil am äußersten Rand des urbanen Siedlungsgebietes, der trotzdem mit allen Vorteilen des städtischen Lebens aufwarten kann: Spielplätze, Kindergärten und eine Grundschule, ein Sportverein mit mehreren Abteilungen, Padel-Tennis, Pfadfinderverein und Einkaufsmöglichkeiten (Obi, tegut), Gastronomie und zunehmend auch Ärzte – nur ein Dönerladen fehlt.

19. Dürrbachtal

Das Dürrbachtal besteht aus den den drei Stadtteilen Oberdürrbach, Unterdürrbach und Dürrbachau. Der Name „Dürrbach“ kommt aus dem althochdeutschen „durribah“, was so viel bedeutet, wie dürrer Bach. Die Dürrbachau hat schon immer zu Würzburg gehört. Oberdürrbach und Unterdürrbach wurden am 01. Juli 1976 im Zuge einer Gemeindereform eingemeindet. Flächenmäßig ist das gesamte Dürrbachtal sogar der zweitgrößte Stadtbezirk! Die Stadtteile Ober- und Unterdürrbach lassen sich mit der Buslinie 13 erreichen, die Dürrbachau mit der Linie 27.

Das Dürrbachtal von oben! Foto: Kira Reschke

Im Herzen von Oberdürrbach liegt die katholische Pfarrkirche St. Josef Oberdürrbach (alt). Die Kirche hat die Gemeinde 1817 dank Dr. Onymus erhalten. Zu dieser Zeit wurden die Besitztümer von Klöstern und Kirchen, die dem damaligen Reich nicht unterstanden, eingezogen. So kam die Kirche in Oberdürrbach zu Kunstschätzen, die einst dem Kloster Unterzell gehörten. In Oberdürrbach findet man außerdem das Doppelkreuz, welches das Wappen des Stadtteils ziert. Es wird vermutet, dass dieses früher einen Weinberg vor dem Ernteverlust schützen sollte.

Das Doppelkreuz in Oberdürrbach. Foto: Kira Reschke

Der Stadtteil Unterdürrbach hat einen Dorfbrunnen, der im Jahr 1983 entstand, dieser ist mit einem alten Fratzenstein als Wasserspeier geschmückt. Außerdem erstrecken sich entlang der Dürrbachtalstraße zahlreiche Bildstöcke und Heiligenfiguren. Oberhalb des Stadtteils Unterdürrbach thront die Steinburg. Sie ist heute ein Hotel und Restaurant, hat ihr Erscheinungsbild allerdings schon seit 1897. Schon im 13. Jahrhundert stand an ihrem Standort eine Burg.

Die Dürrbachau ist zu großen Teilen Industriegebiet, aber es gibt auch eine Wohngegend. Für die Einwohner wurde sogar einst eine Kirche errichtet, die Heilig-Geist-Kirche. Der Bau ist in Form von drei Parabeln konstruiert, die Ziegelwände sind fensterlos gehalten. Die einzige Lichtquelle sind drei große Segmentfenster im Kuppelbereich.

Zuletzt liegt hoch über dem Dürrbachtal noch das Burg Schenkenschloss mit dem Schenkenturm. Bis 1600 hieß die Burg „Burg Roßberg“. Der jetzige Eigentümer ist der Freistaat Bayern. Der Turm wird aktuell als Windanzeiger für den Flugplatz am Schenkenturm verwendet.

20. Rennweg

Der Rennweg ist ein ehemaliger Stadtteil und wird heute statistisch im Bezirk Altstadt erfasst. Er führt vom Residenzplatz durch das Oeggtor in Richtung Frauenland. Auch wenn der den Rennweg säumende Ringpark häufig von Joggern genutzt wird, kommt dessen Name natürlich nicht vom Rennen: „Rennweg“ bezeichnete in der Zeit der Ritter die festeren, häufig gegangenen Wege, die abseits der offenen Straße auf Höhen verliefen. In Würzburg ist er Teil des alten Höhenwegs Richtung Kitzingen.

Das Oeggtor am Beginn des ehemaligen Stadtteils Rennweg. Foto: Jacob Grimm

Das Oeggtor am Beginn des ehemaligen Stadtteils Rennweg. Foto: Jacob Grimm

In dem ehemaligen Stadtteil finden sich außerdem Statuen bekannter Würzburger: Johann Georg Oegg war als Hofschlosser und Schmied am Bau des bekannten Oeggtors. Valentin Becker war gebürtiger Würzburger und prägte das Chorwesen seiner Heimatstadt entscheidend mit. Außerdem komponierte er das Lied der Franken.

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