Die Eichhornstraße in Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Die Eichhornstraße in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

ÖDP beantragt Intensivreinigungs-Test für Fußgängerzone

Die ÖDP Fraktion hatte bereits letztes Jahr im Juni einen Antrag an die Stadtverwaltung gestellt, die Möglichkeit der Anschaffung einer Spezial-Reinigungsmaschine, um das bereits nach zweimonatiger Inbetriebnahme unansehnliche Pflaster in der Kaiserstraße in besseren Zustand zu versetzen, zu prüfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktion. Getan hat sich bisher noch nichts. Weder in der Kaiserstraße noch in der Eichhornstraße ist das Pflaster gesäubert worden.

Spezial-Reinigungsgerät für Pflaster nötig

In der Begründung vom Juni 2018 hatte die ÖDP-Fraktion darauf verwiesen, dass „sich die Straße in einem wenig ‚kaiserlich-prächtigen‘ Anblick befindet. Sie vermittelt zur Zeit noch einen eher schlauchartigen, tristen Eindruck, der eines Stadteingangs nicht würdig ist. Laut Aussagen von Insidern bräuchte es für das Pflaster ein Spezial-Reinigungsgerät, um eine einigermaßen gute Reinigungsqualität und damit einen sauberen Eindruck zu erreichen. Dieses Gerät könnte auch in der Eichhornstraße verwendet werden, gerade auch im oberen Bereich Richtung Theaterstraße ist der Belag so verschmutzt, als sei dieser schon zehn Jahre alt“.

Erneuter Antrag an Verwaltung

Die jetzt von der Verwaltung vorgelegte Beschlussfassung wurde im Werkausschuss am 10. April dann in eine Mitteilung verwandelt, heißt es. Ausschussmitglied Heinz Braun: „Ich bin enttäuscht, dass sich in der Verwaltung niemand des Themas wirklich annimmt obwohl die ÖDP Fraktion noch in der Sitzung eine Intensivreinigung beantragt hat“. Fraktionsvorsitzender Raimund Binder spricht von einem unmöglichen Vorgang angesichts von neuen Fußgängerzonen.

Deshalb hat die ÖDP Fraktion jetzt einen erneuten Antrag gestellt, damit eine solche Intensivreinigung noch in 2019 getestet wird und gegebenenfalls für 2020 ein solches Gerät angeschafft werden kann, erläutert die ÖDP in einer Pressemitteilung. Der Antrag lautet:

Es wird noch in 2019 eine Spezialmaschine zur Intensivreinigung des Bodenbelages an einer Musterfläche getestet. Die Reinigung findet entweder in der Kaiserstraße, Eichhornstraße oder am Unteren Markt statt. Die Verwaltung stellt den Vorher-Nachher-Vergleich mittels Bildern und sonstiger Dokumentation her und berichtet dem Ausschuss danach rechtzeitig vor den Haushaltsberatungen 2020.

Abteilung Tiefbau für Fleckenentfernung zuständig

In der Begründung heißt es, dass mit den herkömmlichen, durch „Die Stadtreiniger“ eingesetzten Kehrmaschinen nur loser Schmutz, wie z. B. Sand, Staub, Zigarettenkippen, Laub usw. aufgenommen werde. Flecken, die durch Flüssigkeiten unterschiedlichster Art verursacht werden, können mit Standard-Kehrmaßnahmen nicht beseitigt werden. Ebenso wenig können durch maschinelle Kehrmaßnahmen Kaugummis entfernt werden, die mit dem Pflasterbelag/Asphalt fest verbunden seien.

„Es sei hierzu angemerkt, dass der im Jahr 2018 ausgebliebene Regen in den Sommermonaten für die fehlende „natürliche“ Reinigung des Granitpflasters und der damit einhergehenden zunehmenden Verschmutzung mit verantwortlich war. Das Entfernen solch ästhetischer Verschmutzungen, wie Flecken verursacht durch diverse Flüssigkeiten und Kaugummis, liegt nicht in der Zuständigkeit der städtischen Straßenreinigungsanstalt „Die Stadtreiniger“, sondern bei der Abteilung Tiefbau als Straßenbaulastträger (Straßenunterhaltung). Der Aufwand für die Entfernung dieser optischen Beeinträchtigungen kann nicht auf die Straßenreinigungsgebühr umgelegt werden, weshalb diese Mittel aus dem städtischen Haushalt bereitgestellt werden müssen.“

Pflasterbelag in der Eichhornstraße. Foto: Pascal Höfig

Pflasterbelag in der Eichhornstraße. Foto: Pascal Höfig

Der in Würzburg verbaute Tittlinger Feinkorn Granit ist laut Hersteller verwitterungsbeständig, polierfähig und gegen chemische Aggressoren stabil, weshalb eine sogenannte Intensivreinigung mit Spezialmaschinen auch in Würzburg möglich erscheint, schreibt die ÖDP. Diese maschinelle Reinigung mit einer Spezialmaschine sei allerdings sehr zeitaufwändig und lärmintensiv (Arbeitsgeschwindigkeit im „Kriechgang“ und nur bei mind. 10 Grad plus möglich) und könne z. B. in Bereichen, wie in der Kaiserstraße, aufgrund der starken Frequentierung durch Fußgänger (beginnend in den Morgenstunden), dem Lieferverkehr am Vormittag und durch die tagsüber praktisch permanente Befahrung mit der Straßenbahn, nur abends bzw. nachts effektiv durchgeführt werden.

Anschaffungskosten von fast 370.000 Euro

Eine Spezialmaschine, die in der Lage ist, Pflasterflächen, die von Flecken durch diverse Flüssigkeiten verschiedenster Art verursacht wurden, zu reinigen, befinde sich aktuell nicht im Fuhrpark der Stadt Würzburg und müsste extra angeschafft werden. Die Anschaffungskosten für eine entsprechend leistungsfähige selbstfahrende Spezialmaschine belaufen sich derzeit auf 368.500 €, so die ÖDP Fraktion in ihrer Begründung. Der Wert kommt durch Vergleiche mit anderen Städten zustande, so beliefen sich 2018 die Anschaffungskosten in der Stadt Freiburg auf diesen Betrag.

Alternative Anmietung

„Alternativ kann eine solche Spezialmaschine auch angemietet bzw. die Dienstleistung durch den Straßenbaulastträger vergeben werden. Die Kosten hierfür belaufen sich laut Aussage verschiedener Fachbetriebe auf 3,50 € bis 5 €/m² zzgl. MwSt. (z. B. bedeutet das für die Eichhornstraße mit rund 6.000 m² Kosten i. H. von 21.000 € – 30.000 € zzgl. MwSt. für eine einmalige Intensivreinigung)“, so die Würzburger ÖDP.

Vorschlag ÖDP: Einmalige Testreinigung

Der Vorschlag der Fraktion ist aufgrund der hochpreisigen Investition für eine Spezialmaschine somit zunächst eine einmalige Testreinigung im Dienstleistungsverhältnis auf einer ausgewiesenen Referenzfläche in der Kaiser-, Eichhorn- oder Spiegelstraße durchzuführen. Nach dieser Testreinigung und den dann vorliegenden Erkenntnissen, könne geprüft werden, ob das Ergebnis zielführend und zufriedenstellend wäre. Ebenso könne geprüft werden, wie nachhaltig der „saubere“ Effekt gegeben sei, so dass abschließend über die weitere Vorgehensweise (Neukauf einer Spezialmaschine oder regelmäßige Vergabe der Dienstleistung nach Bedarf durch den Straßenbaulastträger zu Lasten des städt. Haushalts) entschieden werden könne.

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