Ein letzter Blick auf verschwendeten Raum zwischen Johann-Sperl-Straße und Friedhofsmauer. Foto: Claudia Lother
Ein letzter Blick auf verschwendeten Raum zwischen Johann-Sperl-Straße und Friedhofsmauer. Foto: Claudia Lother

Abbruch Johann-Sperl-Straße: Neuer Radweg und Bäume

Die Sperrung der Siligmüllerbrücke 1995 und deren Abriss 13 Jahre später bedeutete schließlich das Aus auch für die Johann-Sperl-Straße als Verkehrsweg. Derzeit fahren dort täglich nur noch etwa 1.530 Kfz am Tag, zumeist Parksuchverkehr. Der Brückenhohlraum, der Hohlkasten, diente nur noch Feuerwehr und Rettungsdiensten als Lagerfläche und trockene Abstellhalle für Einsatzfahrzeuge. 2011 wurden im Zuge der turnusgemäßen Prüfung der Johann-Sperl-Straße massive Schäden festgestellt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg.

Aufgrund der untergeordneten verkehrlichen Bedeutung der Johann-Sperl-Straße wie auch der massiven Bauwerksschäden beschloss der Stadtrat nun den ersatzlosen Abbruch zugunsten einer neuen Rad- und Fußwegeverbindung sowie einer neuen Grünfläche. Die Kosten für die gesamte Maßnahme werden bei etwa 1,5 Millionen Euro liegen.

Neuer Radweg mit Gehweg im Grünen

Abgebrochen werden 12.000 Tonnen Beton, das entspricht in etwa dem Gewicht der Kuppel der Dresdner Frauenkirche. Beton, Asphalt und Stahl werden dem Recycling zugeführt. Es ist nicht nur eine kostengünstigere und zeitgemäße Variante als die Instandsetzung der Straße, sondern auch eine schlichtweg schönere. „Die Stadt Würzburg trennt sich von einer Brücke, die nicht mehr als Verkehrsweg genutzt wird und noch dazu massive Schäden aufweist. Mit dem Neubau eines Fuß- und Radwegs setzen wir zudem ein Zeichen pro Radverkehr. Durch die Umwandlung der frei werdenden, versiegelten Bauwerksflächen in eine Grünanlage mit Geh- und Radweg wird die Ökobilanz um 5.000 m² verbessert“, resümiert Stadtbaurat Benjamin Schneider. Denn: „Mit dem Rückbau der Johann-Sperl-Straße“, erklärt Leitender Baudirektor Jörg Roth, „wird der größte Teil der derzeitigen Asphaltfläche entsiegelt.“

Josef Schwab (FA Tiefbau), Baureferent Benjamin Schneider, Tiefbau-Chef Jörg Roth und Axel Heer (FA Tiefbau). Foto: Claudia Lother

Josef Schwab (FA Tiefbau), Baureferent Benjamin Schneider, Tiefbau-Chef Jörg Roth und Axel Heer (FA Tiefbau). Foto: Claudia Lother

Platz für 30 neue Bäume

Der Radweg wird in zwei Richtungen auf der Trasse der Johann-Sperl-Straße verlaufen, zwischen der Friedhofsmauer und den Schrebergärten an der Bahntrasse. Er wird sich zwischen Siligmüllerstraße und Raiffeisenstraße erstrecken und die Radachsen 1 (Sanderau-Hubland-Gerbrunn) und 3 (Zellerau-Röntgenring-Nürnberger Straße-Rottendorf) verbinden. Der Fußweg wird durch eine neue Grünfläche geführt, entstehen wird ein grünes Band mit 30 neuen Baumstandorten für große Bäume. Einzig erhalten bleibt die Zufahrt für Kraftfahrzeuge zum Hintereingang des Hauptfriedhofs von der Siligmüllerstraße aus. An der Einmündung Schürerstraße/Beethovenstraße sollen neue Parkplätze geschaffen werden. Nach Abbruch und Umgestaltung der Flächen wird der Neubau der Siligmüllerbrücke erfolgen. Das Baureferat geht davon aus, dass dies im Jahr 2021 der Fall sein wird.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg.

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