Besonders der Tag auf der Farm von Dalis Tulcey und seiner Familie ist Mischa besonders in Erinnerung geblieben. Foto: Ela Fabienne Breuer.
Besonders der Tag auf der Farm von Dalis Tulcey und seiner Familie ist Mischa besonders in Erinnerung geblieben. Foto: Ela Fabienne Breuer.

„Kakao Mischa“: Mit der Power von Kakao durch Deutschland

Von Würzburg in den Dschungel und mit Kakao wieder zurück: Der Würzburger Michael, von seinen Freunden Mischa genannt, hat auf seiner Reise durch Südamerika etwas entdeckt, was er mit allen teilen will: Kakao. Im ersten Moment denkt man sich, Kakao ist doch nichts Neues, aber Mischas Kakao ist rein, hat viele gesunde Eigenschaften und gibt Power. Mit einem Food-Truck will Mischa nun quer durch Deutschland ziehen und alle mit köstlichen Getränken und Snacks verwöhnen. Im Interview erzählte uns Kakao Mischa mehr von den Plänen seines Kakao Trucks.

Die Idee vom Kakao-Truck

Würzburg Erleben (WE): Was wird es in deinem Kakao Truck alles geben?

Kakao Mischa: Gesunden, belebenden und vor allem natürlichen Kakao. Soll heißen, die Kakaobohnen, die ich selbst habe wachsen sehen und die ich selbst verarbeite, werden verwandelt in vier verschiedene köstliche Getränke. Irgendwie schokoladig, aber doch anders als alles andere, was man so kennt und vor allem anders als der Kaba von Oma. Die Rezepte bleiben aber vorerst geheim. Dazu möchte ich noch Kakaosnacks anbieten, die langanhaltende Power geben und aus wenigen aber dafür sehr guten Zutaten hergestellt sind. Sowohl Getränke als auch Snacks gehe ich rein biologisch und tierfrei an.

WE: Wie bist Du auf die Idee gekommen?

Kakao Mischa: Nach meinem Studium bin ich mit meiner Freundin nach Südamerika abgehauen. Höhepunkte auf dieser Reise waren für mich oftmals die Märkte, die so viele bunte und ungewöhnliche Produkte anbieten, wie man sich nur vorstellen kann. Auf einem dieser Märkte ist mir reiner Kakao begegnet. Durch etwas Smalltalk fand ich heraus, dass dieser Kakao scheinbar viele gesunde Eigenschaften hat und auch noch Power gibt. Ich konnte nicht anders als ein halbes Pfund davon zu kaufen, um es dann anschließend im Park mit meiner Freundin pur zu verköstigen. Ein intensiver Geschmack, der von einer wunderschönen Wirkung begleitet wurde. Wir fühlten uns frei und motiviert, hatten tief gehende Gespräche und viel zu lachen. Aus diesem harmonischen Nachmittag entsprang mir der Wunsch, dieses Gefühl mit meinen Mitmenschen zu teilen.

Mischa war ein Jahr in Südamerika und lernte dort die besonderen Eigenschaften von Kakao kennen. Foto: Ela Fabienne Breuer.

Mischa war ein Jahr in Südamerika und lernte dort die besonderen Eigenschaften von Kakao kennen. Foto: Ela Fabienne Breuer.

Der Alleskönner: Kakao

WE: Du sprichst von einer bestimmten Wirkung, die reiner Kakao mit sich bringt. Wie kommt es zu dieser und mit was ist sie vergleichbar?

Kakao Mischa: Kakao enthält als eines der wenigen Lebensmittel Theobromin. Das ist eng verwandt mit Koffein, hat jedoch eine längere Halbwertszeit im Körper. Sprich, Kakao gibt erhöhte Konzentration und das über einen längeren Zeitraum als andere Wachmacher. Ein Tief ist fast nicht zu spüren. Dazu kommt noch, dass Kakao von Natur aus körpereigene Neurotransmitter wie Serotonin und Dopamin enthält, die uns mit Gefühlen der Freude versorgen. Auch das sogenannte Glücksmolekül Anandamid ist mit von der Partie und trägt zur Stimmungsaufhellung bei. Und das sind nur vier von insgesamt über 300 Inhaltsstoffen der Kakaobohne. Damit zählt sie sich zu den komplexesten Lebensmitteln der Welt.

Ich persönlich schätze Kakao auch sehr wegen seines Reichtums an Magnesium. Das entspannt die Muskeln und beruhigt auf natürliche Weise. Daneben hat Kakao auch reichlich Kalzium und Eisen. Also ein wahrer Alleskönner dieser Kakao…

WE: Woher beziehst du deinen Kakao?

Kakao Mischa: Ich habe lange Zeit auf einer Kakaofarm in Belize verbracht und alles über Kakao gelernt, was man im Regenwald über ihn lernen kann. Aus dieser Zeit ergaben sich, neben Moskitostichen, auch viele Freundschaften und Kontakte. Darunter auch der zu einer Kakao-Kooperative namens Toledo Cacao Growers Association (TCGA) in Punta Gorda, Belize. Diese arbeitet ausschließlich mit biologisch kultivierenden Kleinbauern zusammen und bietet diesen Sicherheit und faire Preise.

Im Dschungel konnte Mischa die Arbeit der Farmer vor Ort kennenlernen. Foto: Ela Fabienne Breuer.

Im Dschungel konnte Mischa die Arbeit der Farmer vor Ort kennenlernen. Foto: Ela Fabienne Breuer.

WE: Konntest du diese Kleinbauern auch kennenlernen?

Kakao Mischa: Ja, mit der TGCA war ich unterwegs bei den Kakaobauern und durfte mit eigenen Augen sehen, wie Landwirte und Kooperative zusammenarbeiten und welche Auswirkungen das auf die Gemeinschaft und Umwelt hat. Dies hat mich in der Richtigkeit der Sache bestärkt und dazu bewegt meinen Handschlag für eine halbe Tonne getrockneter Kakaobohnen zu geben.

WE: Welche Momente auf den Kakaofarmen sind dir besondern in Erinnerung geblieben?

Kakao Mischa: Man muss wissen, der Anbau von Kakao ist wichtiges Kulturgut in Zentralamerika und hat dadurch viele Feinheiten, die von Bauer zu Bauer anders gemacht werden. Permakulturist und Farmbesitzer Chris Nesbitt, derjenige bei welchem ich unterkam, sagte mir eines Tages, er wolle mich auf einen besonderen Hof entführen, der von Dalis Tulcey. Dalis war sichtlich geehrt von meinem Besuch und zeigte mir sein zuhause, seine nativen Kakaobäume und stellte mir auch seine Familie vor. Bei einem traditionellen Kakao sprachen wir über das Leben, die Natur und tauschten Erfahrungen aus unseren jeweiligen Heimatländern aus. Er ist “nur” einer der Bauern, denen ich die Hand schütteln und alles Gute wünschen durfte. Doch seine Bescheidenheit und Ehrlichkeit wird mir immer in Erinnerung bleiben. Daher freue ich mich umso mehr, Kakao zu beziehen, der unter anderem auch von seiner Familie kommt.

Michael alias Kakao Mischa hofft auf viel Unterstützung zu seiner Idee von einem Kakao Truck. Foto: Ela Fabienne Breuer.

Michael alias Kakao Mischa hofft auf viel Unterstützung zu seiner Idee von einem Kakao Truck. Foto: Ela Fabienne Breuer.

Crowdfunding zur Finanzierung der Idee

WE: Die wichtigste Frage für schokoliebhabende Würzburger ist wohl: Wann wird dein Truck in Würzburg sein?

Kakao Mischa: Wenn es nach mir ginge – jetzt sofort! Aber da ich das Projekt gemeinschaftlich angehen möchte, abseits von Bankterminen und Fremdkapital, braucht es eine gewisse Vorlaufzeit. Am Sonntag, dem 14. April startete die Schwarmfinanzierung, neudeutsch Crowdfunding, bei der jeder die Möglichkeit erhält, Teil meines Projekts zu werden und auch noch ein wenig reinen Kakao abzugreifen. Ist dann im Laufe von etwa einem Monat genug Geld im Crowd-Topf, so lege ich gleich los mit dem Ausbau des Trucks. Damit hoffe ich bis etwa Mitte Juni durch zu sein, um dann endlich loszurollen und die Massen zu beglücken.

WE: Wie weit bist du mit deinem Projekt schon?

Kakao Mischa: Verglichen mit vor drei Monaten, ist der Fortschritt gigantisch. Angesichts dessen, was ich noch erreichen möchte, fehlt noch so einiges! Am meisten freue ich mich aber, dass die Crowdfunding Kampagne endlich beginnen kann und ich Menschen die Chance gebe, mit in’s Boot zu hüpfen und sich mit mir für Kakao zu begeistern.

WE: Wenn jemand dein Projekt unterstützen möchte, wie kann man das machen?

Kakao Mischa: Gedrückte Daumen sind wundervoll, aber leider kann ich davon kein Fahrzeug kaufen. Deswegen entschied ich mich für die sogenannte Schwarmfinanzierung, bei der mich jeder hier unterstützen kann. Ein innovatives Konzept, das jedem einzelnen die Möglichkeit gibt, durch ein wenig Geld direkt Projekte zu unterstützen, die sinnvoll und wichtig sind. Als kleines Dankeschön für die finanzielle Unterstützung, gibt’s von mir verschiedene Angebote. Angefangen bei ein paar schicken Stickern über natürlichen Kakao bis zum persönlichen Hausbesuch mit Kakaoverkostung ist alles dabei. Dass so eine Finanzierungsgeschichte nicht langweilig gestaltet sein muss, beweist mein dschungeliges Kampagnen-Video ganz gut, hoffe ich.

Nun zurück in der Heimat

WE: Kommt dein Name Kakao Mischa von Kakao Mischer, weil du den Kakao mischt?

Kakao Mischa: Jein! Offiziell heiße ich nämlich Michael. Aber weil ich aus einer Familie mit osteuropäischem Migrationshintergrund komme, nennen mich meine Eltern seit jeher Mischa. Irgendwann bekamen meine Schulfreunde Wind davon. Und wie man unter Freunden Späße macht, so sind teils unfaire oder harte Namen entstanden wie Karten Mischa oder Beton Mischa. Als es dann mit dem Kakao losging, brauchte ich nicht lange zu überlegen, um auf einen Namen zu kommen, der der Sache gerecht wird.

WE: Was möchtest Du unseren Lesern noch mitgeben?

Kakao Mischa: Nach fast zwei Jahren “on the road” ist es schon ein besonderes Gefühl, wieder in Würzburg, meiner Heimat, anzukommen. Und zum ersten Mal habe ich die Möglichkeit, wirklich etwas zu der Entwicklung dieser wunderschönen Stadt und ihrer Leute beitragen zu können. Deswegen ist alles was ich mitzugeben habe ein fettes DANKE. Für all den Rückhalt den ich bereits erhalten habe und für all das was noch kommen wird.

Wer noch mehr von Michael alias dem Kakao Mischa erfahren möchte, findet alle Informationen auf Michas Facebookseite, Instagram und natürlich auch auf der Crowdfunding-Seite.

 

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