Glasstrohhalme, die neuen Must-Haves für Gastronome? Foto: Melissa Schnabel
Glasstrohhalme, die neuen Must-Haves für Gastronome? Foto: Melissa Schnabel

Glasstrohhalme: die neuen Must-Haves für die Gastronomie?

Glas ersetzt Plastik, oder einfach gleich ganz darauf verzichten? Seit Anfang des Jahres haben sich einige Gastronomen in Würzburg dazu entschieden, auf Plastikstrohhalme zu verzichten um ihren Teil zum Umweltschutz beizutragen. Schon bevor der Entschluss des EU-Parlaments feststand, haben sich die Würzburger dazu entschieden etwas zu ändern. Nicht nur wir finden das eine spitzen Sache, sondern auch die Gäste der befragten Restaurants, Bars und Clubs.

Lohnt sich der Mehraufwand der Umwelt zuliebe?

Da der Verbot von Einweg-Plastikprodukten ab 2021 greifen soll, werden sich jetzt wohl oder übel alle Würzburger auf Alternativen zu Wattestäbchen, Plastikstrohhalmen und Co einstellen müssen. Daher haben wir nicht nur aus Neugier sondern auch aus Interesse für den Eigengebrauch, bei einigen Würzburger Gastronomen nachgefragt. Wie viel mehr Arbeit machen die schicken umweltfreundlichen Glasstrohhalme eigentlich? Wieso haben sich die lokalen Gastronomen für Glas entschieden statt zum Beispiel für Edelstahl? Wie hygienisch und robust sind die neuen Trendröhrchen eigentlich?

Erfahrungswerte aus dem Café Sturbock

Aus dem Café Sturbock in der Münzstraße wurden die Plastikstrohhalme bereits im August 2018 komplett verbannt. Jenny hat uns einige Fragen beantwortet und auch gestanden, dass sie am Anfang sehr skeptisch war, ob die Glasstrohhalme den gastronomischen Ansprüchen standhalten können. Vor der Entscheidung für neue Strohhalme aus umweltfreundlicherem Material hatte sich das Sturbock Team in den Kopf gesetzt: Sie müssen geschmacksfrei sein, leicht zu reinigen, stabil und klar, sodass der Gast auch sehen kann, dass der Halm gründlich gereinigt ist. Danach fiel die Entscheidung sehr schnell auf Glasstrohhalme und diese kommen auch „Meeeeega gut!“ bei den Gästen an. Laut Jenny reicht meist die einfache Reinigung bei 60 Grad in der Spülmaschine, nur ab und an muss mit der speziellen Reinigungsbürste nachgeholfen werden.

Das Boot sagt: Strohhalme adé! 

Seit Januar gibt es auf dem Boot überhaupt keine Strohhalme mehr und der Entschluss zu diesem Schritt stand schon 6-7 Monate vorher fest, was dahinter steckt, hat uns Ivan genauer erläutert. „Wir nehmen unser Geschäft sehr ernst und damit ist nicht nur ‚Geld machen‘ gemeint, sondern auch aktuelle politische und soziale Probleme zu lösen.“ Auch wenn einige Gäste die Strohhalme vermissen, zeigen alle viel Verständnis und unterstützen die radikale Wendung. „Wir haben tatsächlich gar keine Strohhalme mehr, da wir noch keine 100% zufrieden stellende Alternative, die auch in solch großen Mengen regelmäßig verfügbar ist, gefunden haben.“ Alle Strohhalme aus Metall, Glast etc. sind für das Boot nicht durchsetzbar, da sie gereinigt werden müssten und das in der gebrauchten Menge nicht umsetzbar wäre, so Ivan.

Verzicht auf Plastik – schwerer als Gedacht

Auch das Team vom Café Cosmo hat sich Gedanken gemacht, wie sie die Berge von Plastikmüll verringern können. Zwar sind sie gerade noch dabei, die Restbestände an Plastikstrohhalmen der Vormieter zu verbrauchen, doch vor allem Laura und Gregor haben sich genauestens mit dem Thema „weniger Plastik“ auseinander gesetzt.

Der erste Schritt zu umweltfreundlicherer Gastronomie 

Die Papierstrohhalm-Alternative kam für die beiden nicht in Frage, da diese zwar die letzten Jahre ihren Hype erlebt haben, aber sich herausgestellt hat, dass diese durch Bleichen für knalligere Fragen nicht wirklich eine umweltfreundlichere Variante zu Plastikstrohhalmen darstellen. Auch Nudeln hatten in ihrer Entscheidungsphase kurz ihre Aufmerksamkeit erlangt, allerdings eignen sich diese nicht für die Verwendung bei Heißgetränken. Alles in allem sind sie mit ihrer Entscheidung für Glasstrohhalme sehr zufrieden und das trifft auch auf die deutliche Mehrzahl ihrer Kunden zu.

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