Am Freitag den 5. April 2019 wurden 28 neue Stolpersteine wie dieser von Auguste Baumbach in Würzburg verlegt. Foto: Melissa Schnabel
Am Freitag den 5. April 2019 wurden 28 neue Stolpersteine wie dieser von Auguste Baumbach in Würzburg verlegt. Foto: Melissa Schnabel

26. Verlegung von Würzburger Stolpersteinen

Am Freitag, den 5. April 2019, wurden 28 neue Stolpersteine in Würzburg verlegt. Die Steine gedenken Opfern des Nationalsozialismus in Würzburg und sollen auf deren Schicksale aufmerksam machen.

Insgesamt 28 neue Gedenksteine

Von 9:00 bis ca 13:00 Uhr fand letzte Woche die 26. Verlegung von Würzburger Stolpersteinen statt. Begonnen an der Franz-Oberthür-Schule wurden insgesamt 28 neue Gedenksteine verteilt. Seitdem sind in der Friesstraße an der Franz-Oberthür-Schule 21 neue Stolpersteine in Gedenken an die Opfer Adele Dude, Peter Anton Huntjens, Wasil Hratyschin, Jan Lrdnicki, Michael Marcek, Jergan Minin, Pavlo Sack, Nadesta Sapatanowa, Vitalis Schynkoff, Unbekannt, Jan Kutysz, Georges Ciercoles, Albert Creach, Stanislaw Czop, Julian Gron, Maria Jozefa Kapela, Franz Kocher, Dr. Alexander Nicitin, Stanislaw Osada, Pawel Rewega und Theofil Goczal zu finden.

Auch in der Rossengasse 4 wird seit der 26. Verlegung auf ein Opfer des Nationalsozialismus aufmerksam gemacht, auf Ludwig Müller. Foto: Melissa Schnabel

Auch in der Rossengasse 4 wird seit der 26. Verlegung auf ein Opfer des Nationalsozialismus aufmerksam gemacht, auf Ludwig Müller.
Foto: Melissa Schnabel

Auguste Baumbach

Weitere Stolpersteine wurden in der Semmelstraße 6, Semmelstraße 52, Domerschulstraße 21, Rosengasse 4, Korngasse 12, Katzengasse 6 und der Rotkreutzstraße 7 verlegt. In der Nähe des Nachtwächters vor der Haustür der Korngasse 12 wurde ein Stolperstein für Auguste Baumbach verlegt. Während der Stein platziert wurde, hielt eine Schülerin des Wirsberg-Gymnasiums einen kurzen Vortrag über das beschwerliche Leben von Auguste. Geboren wurde Auguste am 15. Juli 1900 in Nürnberg. Ihr Vater war Steinhauer und arbeitet zeitweise bei der Baufirma Buchner. Nachdem er später nicht mehr arbeiten kann ist er Invalidenrentner. Augustes Mutter ist häufig krank und ihr Vater kommt immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Er hat sich wohl auch an seiner Tochter vergangen.

Beim Verlegen des Stolpersteins in der Korngasse, wurde eine Kurzfassung von Auguste Baumbachs Leben vorgetragen. Foto: Melissa Schnabel

Beim Verlegen des Stolpersteins in der Korngasse, wurde eine Kurzfassung von Auguste Baumbachs Leben vorgetragen.
Foto: Melissa Schnabel

Am 29. Januar 1913 kommt Auguste auf Magistratsbeschluss der Stadt Würzburg als Zwangszögling in die sogenannte Rettungsanstalt Volkersberg bei Bad Brückenau. Dort lebt sie bis Anfang 1918. Danach kommt sie wieder nach Würzburg zurück und arbeitet als Dienstmädchen. Sie kommt am 24. Februar 1926 zum ersten Mal in die Psychiatrie der Uniklinik Würzburg, am 08. April wird sie in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck gebracht. Dort lebt Auguste lange 14 Jahre, vergessen von ihrer Familie, die sie nie besucht. Aufgrund der Räumung der Anstalt Werneck wird sie am 04.10.1940 mit dem Sammeltransport Nr.13/Bayern in die Heil- und Pflegeanstalt Arnsdorf in Sachsen verlegt. Am 27. November wird Auguste Baumbach in Pirna-Sonnenstein ermordet.

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