Symbolbild Schule: Pascal Höfig
Symbolbild Schule: Pascal Höfig

Schuluniformen und vorgeschriebene Kleidung auch in Würzburg?

Schuluniformen, vorgeschriebene Kleiderordnung und Kopfbedeckungen sind immer wieder ein Thema an Schulen. Auch in der Politik wird regelmäßig diskutiert, ob eine vorgeschriebene Schulkleidung eingeführt werden soll. Manche Schulen haben sich bereits zu diesem Schritt entschieden, so auch die Kreuzerfeld-Realschule in Rottenburg am Neckar (Landkreis Tübingen). Sie hat erst vor Kurzem in ihrer Schulordnung ein Verbot von Jogginghosen, Chips, Kaugummis und allerlei Knabberwaren auf dem Schulgelände erlassen. Das veranlasst uns nun nachzuhaken, warum man überhaupt vorgeschriebene Kleidung in Betracht zieht und wie eigentlich die Situation mit Schuluniformen hier bei uns in Würzburg ist.

Vorteil: Markenterror und soziale Ausgrenzung

Kleidungsvorschriften in der Schulordnung gibt es in unterschiedlichem Ausmaß: vom Verbot einzelner Stücke wie Jogginghosen und Hotpants, bis hin zur vollständigen Pflicht einer Schuluniform. Dadurch werde die Konzentration der Schüler auf die Schule und das Lernen gelegt, weg von der Präsentation der neuesten Modetrends. Auch das Mobbing einzelner Schüler aufgrund unterschiedlicher Geschmäcker soll so verhindert werden. Kleidung hat eine so starke soziale Wirkung, dass regelmäßig darauf geachtet wird, wer was trägt – insbesondere von welcher Marke. Letzteres führt oftmals dazu, dass von der Wertigkeit einzelner Kleidungsstücke auf die Wertigkeit des Menschen geschlossen wird. Auch das soll durch Kleidungsregeln zumindest vermindert werden.

Nachteil: Gleichheit statt Individualität

Allerdings machen Regeln junge Menschen bekanntlich erst recht neugierig. So werden Schüler versuchen, die Lücken der Kleidervorschriften zu nutzen. Neue Maßstäbe zum Vergleich werden gesetzt oder neue (Mode)Wettbewerbe ins Leben gerufen: Wer kann eine Schuluniform am Coolsten stylen? Wer hat die kürzeste Hose an, ohne eine Strafe zu bekommen? Zusätzlich werden sich die Schüler neue Dinge einfallen lassen, wie sie sich auf andere Weise zu individualisieren und ihrer Persönlichkeit Ausdruck verleihen. Denn was man trägt, ist Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Sinnvoller erscheint es dann eher mit Schülern, die sich unangemessen kleiden, im Extremfall ein Gespräch zu suchen.

Grundsätzlich Sache der einzelnen Schulen

Vom Staat gibt es keine Regelungen hinsichtlich einer Kleiderordnung an den Schulen. Daher ist es jeder Schule (noch) selbst überlassen, wie sie mit diesem Thema umgeht.

Dresscode am Deutschhaus Gymnasium (2015)

Das führt dazu, dass es in Würzburg von überhaupt keinen Regelungen bis hin zur Schulkleidung alles gibt. An der David-Schuster-Realschule beispielsweise ist es laut der Schulleiterin in Absprache mit dem Schulforum so geregelt, dass während der Schulzeit generell ordentliche Kleidung zu tragen ist. Die Schule ist disco-/strand- und sportkleidungsfreie Zone. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis Schulkleidung zu tragen. Diese werde erfahrungsgemäß sehr gerne von der Unterstufe getragen, erklärte uns die Schulleiterin. Von weiteren Würzburger Schulen kam auf Anfrage leider bisher keine Rückmeldung.

In anderen Ländern gang und gäbe

Trotz der beschriebenen Nachteilen gibt es in anderen Ländern wie Kanada, Japan, England oder teilweise den USA an den Schulen Schuluniformen. Der Gedanke der Gleichheit, der Integration und des Gemeinschaftsgefühls stehen zumeist an vorderster Front. Man tritt den Menschen mitunter ohne Vorurteile entgegen. Auch in Deutschland folgen immer mehr Schulen diesem Gedanken und stellen Regeln für „Angemessenes Kleiden in der Schule“ auf. Wie sind denn Deine Erfahrungen? Hattest Du vielleicht selbst eine Schuluniform? Bist Du eher für oder gegen Regeln zur Kleidung in der Schulordnung? Hinterlasse uns dazu gerne einen Kommentar.

- ANZEIGE -

AUCH INTERESSANT