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Der Stadtteil Zellerau. Foto: Jessica Hänse
Der Stadtteil Zellerau. Foto: Jessica Hänse

5 Sätze, die Bewohner aus der Zellerau nicht mehr hören können

Nachdem unsere ehemalige Praktikantin Sarah (jetzt übrigens studentische Aushilfe) schon mit den Vorurteilen über die Stadtteile Grombühl („Crimebühl“) und Steinbachtal konfrontiert wurde, widmet sie sich in diesem Artikel dem Stadtteil Zellerau. Nach ein paar Schritten über die Alte Mainbrücke steht man ja schon quasi fast mitten im Viertel und merkt schnell, dass sich ein paar Sätze immer wiederholen. Hier sind Sarahs Top 5. Und Achtung: Der Text sollte natürlich mit Humor und nicht zu ernst genommen werden – wir freuen uns auf weitere Sätze, die Zellerau-Bewohnern ab und an mal unter kommen.

1.“Das ist aber schon ganz schön weit draußen.“

Ja genau, Zellerau ist quasi nicht mehr Würzburg, soweit draußen wie das ist. Ausflüge in die Innenstadt macht man von dort aus nur selten, ist ja auch immer eine Weltreise. Um nur mal wieder zurück in die Realität zu kommen: Wir befinden uns im Zeitalter von Straßenbahnen, wovon sogar zwei Linien in die weit entfernte Zellerau fahren. Und außerdem: der Fußweg über die Alte Mainbrücke Richtung Barbarossaplatz ist wirklich schön –  auch ist man mit Sicherheit keinen ganzen Tag unterwegs und tut zudem noch was für die Gesundheit.

Zellerau: Immer noch ein Problemviertel? Foto: Jessica Hänse

Zellerau: Immer noch ein Problemviertel? Foto: Jessica Hänse

2. „Ist aber ja irgendwie immer noch Problemviertel, oder?“

Absolut, deswegen ist die Polizei auch gleich um die Ecke, weil sich täglich Messerstechereien ereignen oder mal wieder fleißig auf dem Kinderspielplatz mit Heroin gehandelt wird. Auch das ist ein wenig weit hergeholt (wobei wir nicht abstreiten wollen, dass es nicht auch in Würzburg Straftaten gibt – leider), die Zellerau macht sich immer mehr zum hippen Viertel, in dem Mütter ihre Kinder ohne große Angst spielen lassen können. Und sind wir doch mal ehrlich, wir sprechen hier von der 126.000 Einwohner Stadt Würzburg, nicht von New York oder Rio de Janeiro.

3.“Darf ich denn überhaupt zu dir kommen, so ohne Jutebeutel und Birkenstocksandalen?“

Das ist das Standardoutfit hier, in der Zellerau wohnen ja auch nur die „Ökos“ und diese „Alternativen Studenten“. Da wird man dann definitiv auffallen, wenn man den Jutebeutel daheim lässt. Stopp, nein natürlich nicht, jeder kann in der Zellerau das anziehen, worauf er Lust hat, ob das nun Birkenstock oder Sneaker sind.

Straße im Würzburger Stadtteil Zellerau. Foto: Jessica Hänse

Straße im Würzburger Stadtteil Zellerau. Foto: Jessica Hänse

4. „Was ist das denn hier für ein Gestank?“

Dieser Gestank, wie er hier bezeichnet wird, kommt von der Kläranlage, die in der Zellerau liegt. Nicht von den verstorbenen Menschen, die (siehe Punkt 2) bei der Messerstecherei umgekommen sind und auch nicht von den „alternativen Studenten“ ( siehe Punkt 3)  die Wasser sparen wollen und sich einfach nicht mehr duschen. Mag manchmal dann doch ein wenig strenger duften, aber das ist das wahre Eau de Toilette der Zellerau nunmal.

5. „Musst ja gar nicht mehr in den Urlaub fahren, bei so viel Multikulti.“

Haha ja genau, Urlaub braucht man in der Zellerau nicht, hier gibt es ja Dönerbuden, ein indisches Restaurant, Gyros bekommt man auch und auf der Straße hört man ja bestimmt auch in erster Linie Türkisch, nicht? Multikulti ist die Zellerau vielleicht wirklich, Integration klappt hier allerdings hervorragend aber deswegen keinen Urlaub? Das geht mit sämtlichen Klischees dann doch etwas zu weit, Pizza ersetzt ja schließlich auch keinen Venedig-Trip.

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