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Im Wasserwerk konnten die Schüler selbst frisches Trinkwasser zapfen. Foto: WVV
Im Wasserwerk konnten die Schüler selbst frisches Trinkwasser zapfen. Foto: WVV

Weltwassertag: Erkundung der Bahnhofsquellen und des Wasserwerks

Natürlich hatte jeder von ihnen am Morgen schon den ersten Kontakt mit diesem kostbaren Nass. Aber woher kommt eigentlich das Trinkwasser und was wird Tag für Tag dafür getan, dass dieses wichtige Lebensmittel direkt in jedes Haus geliefert werden kann? Um diesen Fragen nachzugehen, machten sich anlässlich des Weltwassertages am 22. März 24 Schülerinnen und Schüler einer 6. Klasse des Matthias-Grünewald-Gymnasiums zusammen mit ihrer Lehrerin Barbara Wiesmann auf den Weg zu den Bahnhofsquellen und ins Wasserwerk Bahnhofstraße.

Erste und älteste Trinkwasserversorgungsanlage

Mitten in Würzburg, unmittelbar am Bahnhof, befindet sich die erste und älteste Trinkwasserversorgungsanlage der Stadt. Die Quelle wurde mit Errichtung der Stadtmauer 1668 gefasst. Ab 1733 wurde das Trinkwasser über Leitungen, welche durch Balthasar Neumann geplant worden waren, in der Stadt verteilt. Noch heute können bis zu einem Viertel der Würzburger Bevölkerung über diese Quelle mit Trinkwasser versorgt werden.

Wie gesund ist Würzburgs Wasser?

Die interessierten Schülerinnen und Schüler nahmen nicht nur die Quellfassung der Bahnhofsquelle mit dem Wasserwerk in Augenschein, sondern führten auch selbst Messungen von Temperatur und Leitfähigkeit an dem Wasser aus. Alfred Lanfervoss, Abteilungsleiter Wassergewinnung bei der Trinkwasserversorgung Würzburg GmbH (TWV), erklärte den Schülerinnen und Schülern die Zusammenhänge.

Konstante Temperatur

So sprudelt das Wasser der Bahnhofsquelle das gesamte Jahr über mit fast konstanter Temperatur von 12,5°C aus der Quelle. Eine konstante Temperatur lässt den Schluss zu, dass dieses Wasser gut geschützt ist und aus größeren Tiefen entspringt. Ein besonders heißer Sommer, wie wir ihn 2018 erlebt haben, erwärmt den Boden in den ersten Metern, und diese Temperaturerhöhungen führten zu einer leichten Erwärmung des Trinkwassers in den Rohrleitungen. Mit der gemessenen Leitfähigkeit im Trinkwasser kann eine Aussage darüber getroffen werden, wie viele gelöste Mineralstoffe sich im Wasser befinden.

Wasser. Symbolfoto: Pascal Höfig

Wasser. Symbolfoto: Pascal Höfig

Eine kontinuierliche Messung des Trinkwassers wird durchgeführt, um eventuelle Veränderungen der Wasserqualität frühzeitig zu erkennen. Das Trinkwasser in Würzburg hat eine hohe Leitfähigkeit, da das Niederschlagswasser in unserer Region im Muschelkalk versickert. Es löst auf dem Weg zur Quelle viele Mineralstoffe, wie Calcium und Magnesium, die zur Erhöhung der Leitfähigkeit beitragen.

Bereits als Rohwasser Trinkwasserqualität

Im Wasserwerk in der Bahnhofstraße konnten sich die Schülerinnen und Schüler dann in Bild von der vorsorglich installierten Aufbereitungsanlage mit Membran- und Aktivkohlefiltration machen. Das Wasser der Bahnhofsquelle verfügt übrigens bereits als Rohwasser über Trinkwasserqualität.

Projekt Wasserschutzbrot

Zum Abschluss des Besuches erhielten die Schülerinnen und Schüler von TWV-Mitarbeiterin Lena Priesemann Wasserschutzbrot und Trinkwasser direkt aus dem Wasserwerk. Das Wasserschutzbrot ist ein gemeinsames Projekt von Wasserversorgern, Landwirten, Müllern und Bäckern der Region, das im Rahmen der Aktion Grundwasserschutz vor einigen Jahren initiiert wurde. Bei dem Projekt geht es maßgeblich um die Verknüpfung von grundwasserschonender Landwirtschaft und regionaler Wertschöpfung. Beim Anbau von Getreide bringen Landwirte Stickstoffdünger in mehreren Gaben aus. Im Boden wird der Stickstoff zu Nitrat umgewandelt, das in das Grundwasser gelangen kann.

Im Wasserschutzbrot-Projekt verzichten Landwirte auf die letzte Stickstoffdüngung ihres Weizens vor der Ernte. Somit verringert sich das Risiko der Nitrat-Auswaschung in das Grundwasser. Das grundwasserschonend angebaute Getreide wird in den Mühlen getrennt vermahlen und von den im Projekt beteiligten Bäckern mit handwerklichem Geschick zu Wasserschutzbrot und anderen Backwaren verarbeitet.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der WVV.

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