Grafeneckart und Alter Kranen in Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Grafeneckart und Alter Kranen in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Wirtshaussterben – ein Problem vor allem kleinerer Betriebe

Die Gastronomie in Mainfranken steht vor großen Herausforderungen. In vielen Orten der Region haben Gastronomen ihren Betrieb bereits aufgegeben, selbst in regionalen Zentren wie Würzburg und Schweinfurt sind die Folgen des Strukturwandels spürbar. Soweit die Bestandsaufnahme im Rahmen der IHK-Veranstaltung „Standortfaktor Mainfranken – Gastronomie der Zukunft“, die am 19. März in der IHK-Geschäftsstelle in Schweinfurt stattgefunden hat. Rund 100 Gastronomen und Beherbergungsbetreiber informierten sich über neue Förderangebote und diskutierten mit Vertretern aus Gastronomie, Tourismus sowie des bayerischen Wirtschaftsministeriums.

Zehn Prozent weniger Betriebe in zehn Jahren

2008 gab es in Mainfranken laut Unternehmensregister noch 1.791 Gastronomiebetriebe. Zehn Jahre später waren es nur noch 1.615 – ein Rückgang von fast zehn Prozent. Auch bei den regionalen Beherbergungsbetrieben sank die Zahl der Unternehmen von 1.003 Betrieben im Jahr 2008 auf 828 im Jahr 2017 – das entspricht einem Rückgang um rund 17 Prozent. „Es sind vor allem kleine Betriebe mit unter zehn Beschäftigten, die dem Strukturwandel zum Opfer gefallen sind“, erläuterte Dr. Sacha Genders, Leiter der IHK-Fachbereiche Standortpolitik sowie Existenzgründung und Unternehmensförderung. Die Weichen für die Zukunft der Gastronomie müssten deshalb heute gestellt werden, betonte Genders.

Freistaat will Modernisierungsmaßnahmen fördern

Neue Fördermittel des Freistaats stellte Ministerialdirigentin Dr. Sabine Jarothe, Leiterin der Abteilung Tourismus im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, in ihrem Beitrag vor. „Nur da, wo sich der Einheimische wohlfühlt, kann sich auch der Gast wohlfühlen“, fasste sie ein zentrales Anliegen der neuen bayerischen Tourismusoffensive zusammen. Ab Mai 2019 wird es ein neues Förderprogramm geben, das Modernisierungsmaßnahmen in Gaststätten mit bis zu 200.000 Euro unterstützt. Informationen veröffentlicht das Ministerium zeitnah auf seiner Homepage.

Gastronomiekonzepte auf den Prüfstand stellen

„Das Wirtshaus als neues Zentrum der Gemeinde“, so lautet die Vision des Gastronomieplaners Gerald Zirkelbach, der ein multisektorales Gastronomiekonzept vorstellte. Er erläuterte Ansätze zur Diversifizierung des Geschäftskonzeptes anhand von fünf Modulen. Neben dem klassischen Betätigungsfeld „Bewirtung und Logis“ sind dies: „die Einrichtung eines Wirtsladens“ und Angebote in den Bereichen „Kultur und Bildung“, „Gesundheit und Wellness“ sowie „Mobilität und Energie“. Diese Prinzipien anzuwenden, nutze Gastronomen und der Region gleichermaßen.

Podiumsdiskussion zu den Perspektiven der Branche

Regionale Experten diskutierten anschließend die Perspektiven der Branche. An der von Daniel Pesch moderierten Podiumsdiskussion nahmen neben Jarothe und Zirkelbach teil: Bernd Clemens, Ausbildungs- und Fachkräfteberater der IHK Würzburg-Schweinfurt, Björn Rudek, Tourismusdirektor der Stadt Würzburg und Geschäftsleiter der Congress – Tourismus – Würzburg, Michael Schwägerl, Bezirksgeschäftsführer Unterfranken des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands e.V. – DEHOGA sowie Christoph Unckell, geschäftsführender Gesellschafter der Hotel Rebstock GmbH in Würzburg. Im Fokus standen Themen wie die Fachkräftesicherung, die Digitalisierung und die Modernisierung in der Gastronomie. „Nutzen Sie ihr Team nicht nur, um Teller zu tragen und Gerichte zu kochen, nehmen Sie ihre Mitarbeiter mit und berücksichtigen Sie deren Input“, beschrieb Christoph Unckell einen wichtigen Ansatz zur erfolgreichen Entwicklung eines Gastronomiebetriebs.

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

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