Blick auf Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Blick auf Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Hollywood in Würzburg: Filme in und über Würzburg – Teil 1

Dass Würzburg eine schöne und fotogene Stadt ist, muss man ja eigentlich gar nicht mehr erwähnen! Daher diente unsere schöne Stadt auch schon als Schauplatz etlicher Filme. Natürlich denken die meisten jetzt an „Die drei Musketiere“ von Paul W. S. Anderson, oder Lammbock – doch es gibt noch viel mehr Filme, in denen Würzburgs Geschichte und sein Stadtbild genutzt werden. Wer Filme kennt, die in der Aufzählung vergessen wurden, darf gerne einen Kommentar hinterlassen!

Hollywood in Würzburg: Filme in und über Würzburg – Teil 2

Renate im Quartett

Die Komödie „Renate im Quartett“ erschien 1939, die Handlung ist im Kaisersaal der Residenz angesiedelt und von Paul Verhoeven unter der Regie von Käthe von Nagy, Hans Brausewetter und Gustav Fröhlich gedreht worden. An den Dreharbeiten beteiligten sich zahlreiche Würzburger Komparsen.

Kurzinhalt: Die Konzert-Tournee des Börne-Quartetts ist durch das überraschende Ausscheiden des Bratschisten Paul Erdmann gefährdet und auch dessen Ersatzmann Walter Bauer fällt aus. Auf dessen Vorschlag kommt Renate als einzige Frau ins Streicher-Quartett. Nach dem ersten gemeinsamen Erfolg lädt Kurt Kielmannsdorf die Musiker-Freunde in sein Gasthaus „Lärchenhof“ ein. Doch sowohl Peter Vogt, der zweite Violinist, und auch Renate müssen geschäftlich nach Berlin, wo Vogt beim Versuch, Renate zu verführen, eine Abfuhr bekommt. Als beide im „Lärchenhof“ ankommen, herrscht gereizte Stimmung. Nun versucht es Michael Börne mit einer Liebeserklärung an Renate, doch auch er ist erfolglos, und Renate reist mit Kielmannsdorf ab.

Der Cornet – Die Weise von Liebe und Tod

Der Film spielt im Jahr 1660. General Graf Spork hat gerade herausgefunden, dass die Türken einen Großangriff auf Schloss Zathmar planen. Deshalb schickt er drei Freiwillige als Reiter mit der Bitte um Beistand und Unterstützung mit einer Botschaft los, in der Hoffnung, dass einer von ihnen überleben würde. Es wird ein gefährlicher Ritt für die drei Botschafter. Immer wieder werden sie von Feinden und Verrätern in Hinterhalte gelockt und schließlich endet es in einem erbitterten Gefecht gegen die türkische Armee. Die Belagerung des Schlosses konnte zwar beendet werden, der Held der Geschichte, Cornet Christoph Rilke, stirbt jedoch im Kampf. Der Historienfilm von 1955 wurde unter der Regie von Walter Reisch produziert und beruht auf einer Novelle von Rainer Maria Rilke. Die Außenaufnahmen zum Film entstanden in Würzburg und Umgebung, das Behelfsatelier befand sich damals in der Festung Marienberg.

Vater sein dagegen sehr

Schriftsteller Lutz Ventura bekommt eines Tages die Nachricht, dass seine Schwester gestorben sei und sie zwei Kinder hinterlässt, die er nach der Beerdigung vorübergehend bei sich aufnimmt, da Frau Roeckel, die Schwester des vor fünf Jahren gestorbenen Vaters der Kinder, mit ihrem Mann in Urlaub fährt. Lutz und die Kinder freunden sich an, so dass sie immer wieder bei Familie Roeckel ausbüxen und lieber ihren Onkel Lutz besuchen. Der Schriftsteller bekommt schließlich Ärger mit den Behörden, die Kinder dürfen nämlich nicht bei ihm, dem unverheirateten Mann, wohnen. Die Situation eskaliert, als Nichte und Neffe durch behördliche Anordnung am selben Abend in ein Heim gebracht werden sollen.

Ab Stunde 1:28:57 im Video ist die Adalberokirche zu sehen, die als Kulisse für die Hochzeit diente und auch sonst wurden größtenteils Schauplätze in der Region Würzburg genutzt, insbesondere in Sommerhausen. Das Drama wurde 1957 unter Kurt Meisels Regie gefilmt.

Die Affäre Heyde-Sawade

Als SS-Psychiater und Mediziner war Dr. Werner Heyde (alias Dr. Fritz Sawade, Professor für Psychiatrie und Neurologie an der Universität Würzburg, Direktor der Psychiatrischen Klinik und Nervenklinik Würzburg und von 1940 bis 1941 Leiter der medizinischen Abteilung in der sogenannten „Euthanasie-Zentrale“) an zahlreichen Euthanasieverbrechen im Nationalsozialismus beteiligt. Er führte nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem falschen Namen „Fritz Sawade“ eine unbeschadete Existenz und arbeitete sogar als medizinischer Sachverständiger. Seine wirkliche Identität blieb viele Jahre im Dunkeln. Nachdem er zehn Jahre lang unerkannt geblieben war, wird er schließlich verhaftet und kurz vor Beginn der Gerichtsverhandlung in seiner Zelle tot aufgefunden.

Der DDR-Film aus der populären Reihe ‚Das Fernseh-Pitaval‘, beleuchtet authentische politische Kriminalfälle vor dem Hintergrund historischer Entwicklungen. Das Drama von Wolfgang Luderer erschien 1963.

Die Rote Dame

Die beiden Schwestern Kitty und Evelyn sind seit jüngster Kindheit zerstritten. Bei einem Handgemenge passiert ein Unfall und Evelyn stirbt. Um den Totschlag zu vertuschen, wird die Leiche im Kellergewölbe versteckt und angegeben, dass Evelyn spurlos in den USA verschwunden sei. Als in Kittys Umgebung plötzlich Morde passieren, steht die Polizei vor einem Rätsel. Alle Indizien deuten auf Kittys Liebhaber, ihren Boss Martin Hoffmann. Die Zeugen sprechen jedoch von einer Frau im roten Umhang, die Evelyn zum Verwechseln ähnlich sieht.

Um der deutschen Co-Produzentenschaft Rechnung zu tragen, wurde der Schauplatz des Films nach Deutschland verlegt. Gedreht wurde in der Gegend um Würzburg; auch wenn die Hauptprotagonisten Autos mit Karlsruher Kennzeichen fahren. Der Originaltitel lautet „La Dama rossa uccide sette volte“ (englisch: „The Red Queen kills seven times“) und ist ein Horrorfilm aus dem Jahr 1972 unter der Regie von Emilio Miraglia.

Vorne ist verdammt weit weg

Frank Markus Barwasser alias Frankenurgestein Erwin Pelzig verletzt seinen Nachbarn Johann Griesmaier durch eine Unachtsamkeit schwer. Deshalb übernimmt er während der Genesung Griesmaiers dessen Stelle als Chauffeur für den Einkaufswagen-Hersteller Bieger. Dort erfährt er, dass Griesmaiers Job in Gefahr ist, weil die Produktion in die Mongolei verlagert werden soll. Pelzig versucht, dies zu verhindern. Drehorte waren Erfurt, München, Weimar, Würzburg, Schweinfurt, Kitzingen, Leipheim (Fa. Wanzl), Dettelbach und Werneck. Thomas Heinemann war der Regisseur der Komödie, die 2007 erstmals in den deutschen Kinos ausgestrahlt wurde.

Lammbock – Alles in Handarbeit

Die Freunde Stefan (gespielt von Lucas Gregorowicz) und Kai (gespielt von Moritz Bleibtreu) betreiben in Würzburg unter dem Namen Lammbock einen Pizza-Service. Ihre Spezialität ist die „Pizza Gourmet“, bei der in einer kleinen Alupackung unter der mittleren Salamischeibe Cannabisprodukte aus eigenem Anbau mitgeliefert werden. Vor ihrer Tür campen Männer, von denen einer am Tourette-Syndrom leidet. Während Kai mit seinem Leben zufrieden ist, kommen Stefan, Sohn eines Richters und kurz vor dem Ende seines Jurastudiums, Zweifel an seinem Lebensstil. Christian Zübert ist der Regisseur der Komödie von 2001.

Lommbock

Ex-Kiffer Stefan wohnt mittlerweile drogenfrei in Dubai, will dort heiraten und kommt zurück nach Würzburg, um sich eine Geburtsurkunde zu besorgen. Aus dem Kurztrip wird unfreiwillig ein längerer Aufenthalt und Stefan begegnet seinem alten Kumpel Kai.

Die Jugendfreunde nähern sich wieder an, der erste gemeinsame Joint wird gerollt – und irgendwann kommen auch die Worte wieder ins Rollen. Denn wie bereits beim ersten Teil setzt auch die Fortsetzung auf wortreichen Dialogwitz. Auch bei der Fortsetzungs-Komödie, die 2016 ausgestrahlt wurde, war Christian Zübert der Regisseur

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