Polizisten aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen kontrollierten insgesamt 21.226 Personen und Fahrzeuge. Foto: Pascal Höfig
Polizisten aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen kontrollierten insgesamt 21.226 Personen und Fahrzeuge. Foto: Pascal Höfig

Großkontrolle in fünf Bundesländern: Polizei erhöht Druck auf Einbrecher

Wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gestern bekannt gegeben hat, ist auch die sechste gemeinsame länderübergreifende Fahndungs- und Kontrollaktion vom 7. bis zum 9. Februar 2019 erfolgreich verlaufen. Wir waren am Samstag für Euch an der Kontrollstelle in Obernburg (Lkr. Miltenberg).

Insgesamt rund 3.050 Polizisten im Einsatz

Insgesamt rund 3.050 Polizistinnen und Polizisten aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen kontrollierten 21.226 Personen und Fahrzeuge. Dabei deckten die Einsatzkräfte 728 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten auf und nahmen 94 Personen vorläufig fest. Koordiniert wurden die Kontrollen von den jeweiligen Landeskriminalämtern.

Der Schwerpunkt lag bei der Bekämpfung von organisierten Einbrecherbanden. Foto: Pascal Höfig

Der Schwerpunkt lag bei der Bekämpfung von organisierten Einbrecherbanden. Foto: Pascal Höfig

Im Schwerpunkt ging es laut Herrmann um die Bekämpfung von organisierten Einbrecherbanden. „Selbstverständlich hatten unsere Fahnder bei ihren Kontrollen aber auch alle anderen Kriminalitätsformen besonders im Blick“, erklärte der Minister.

Die hohe Zahl der Aufgriff belege die Notwendigkeit solcher Schwerpunktkontrollen. „Deshalb planen wir für Herbst 2019 vergleichbare länderübergreifende Schwerpunktkontrollen“, kündigte Herrmann an.

Maßnahmen zeigen Wirkung

„Unser verstärkter Kampf gegen die Wohnungseinbruchskriminalität zeigt bereits spürbare Erfolge“, erklärte Herrmann. Nach einem Höchststand im Jahr 2014 mit 8.210 Wohnungseinbrüchen verzeichnete die Polizeiliche Kriminalstatistik drei Jahre in Folge für Bayern rückläufige Fallzahlen, 2017 sogar um rund 19 Prozent auf 6.045 Wohnungseinbrüche.

Bereits seit Jahren habe Bayern das bundesweit niedrigste Einbruchsrisiko. Auch wenn die Auswertungen der Kriminalstatistik für 2018 noch nicht abgeschlossen sind, rechnet Herrmann in Bayern mit einem weiteren Rückgang bei der Zahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr.

Der Innenminister hob hervor, dass sich die Bayerische Polizei hochengagiert an den länderübergreifenden Kontrollen beteiligt hatte.

Im Schwerpunkt ging es um die Bekämpfung von organisierten Einbrecherbanden. Foto: Pascal Höfig

Im Schwerpunkt ging es um die Bekämpfung von organisierten Einbrecherbanden. Foto: Pascal Höfig

Zahlreiche Straftaten und Ordnungswidrigkeiten

Im Kontrollzeitraum überprüften die 1.259 bayerischen Einsatzkräfte 3.978 Fahrzeuge und 6.786 Personen und haben 250 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten angezeigt, darunter beispielsweise 34 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, elfmal Fahren ohne Fahrerlaubnis, fünf Verstöße gegen das Waffengesetz sowie 27 Fälle von Alkohol am Steuer oder Fahren unter Drogeneinfluss. 47 Personen wurden vorläufig festgenommen.

Außerdem führten die Polizeipräsidien Aktionen zur Einbruchsprävention durch und gaben Bürgerinnen und Bürger wichtige Verhaltenstipps, beispielsweise mit diesen speziellen Flyern.

Polizisten aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen kontrollierten insgesamt 21.226 Personen und Fahrzeuge. Foto: Pascal Höfig

Polizisten aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen kontrollierten insgesamt 21.226 Personen und Fahrzeuge. Foto: Pascal Höfig

Teure Elektroartikel mit fingierten Rechnungen

Einige ausgewählte Erfolge bayerischer Fahnder: Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd konnten die Polizisten in einem Fahrzeug mehrere Dutzend neuwertige Turbolader sowie hochwertige Elektroartikel im Wert von mehr als 10.000 Euro auffinden, deren Herkunft unter anderem mit fingierten Rechnungen verschleiert werden sollte. Die Gegenstände wurden sichergestellt und der Fahrer vorläufig festgenommen.

Polizisten aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen kontrollierten insgesamt 21.226 Personen und Fahrzeuge. Foto: Pascal Höfig

Polizisten aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen kontrollierten insgesamt 21.226 Personen und Fahrzeuge. Foto: Pascal Höfig

Mit 50.000 Euro in Unterfranken unterwegs

Im Bereich des Polizeipräsidiums Unterfranken ging den Fahndern ein Autofahrer ins Netz, der in einer verdeckten Innentasche seiner Jacke Bargeld in Höhe von 50.000 Euro hatte. Ein durchgeführter Drogenwisch-Test an den Geldscheinen verlief positiv auf Kokain.

Der Fahrer, der in der Vergangenheit bereits aufgrund eines Überfalles auf eine Bäckereifiliale und erpresserischen Menschenraubes polizeilich in Erscheinung getreten war, konnte zur Herkunft des Geldes keine schlüssigen Angaben machen.

Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität

Zur weiteren Abklärung wurde das Bargeld deshalb sichergestellt. Basis der Schwerpunktkontrollen sind Kooperationsvereinbarungen zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität, die der bayerische Innenminister im Juni 2016 mit seinen Ministerkollegen aus Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz und im November 2016 mit dem
sächsischen Innenminister unterzeichnet hatte.

Die Vereinbarungen sehen insbesondere einen schnelleren und besseren Informationsaustausch, eine stärkere gemeinsame Täterfahndung sowie eine noch intensivere Zusammenarbeit bei konkreten Ermittlungsverfahren und in der Prävention vor.

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