Bis zu 700 Teilnehmer gingen am 18.01.2019 in Würzburg für den Klimaschutz auf die Straße – die meisten davon Schüler. Foto: Kevin Riedmann
Bis zu 700 Teilnehmer gingen am 18.01.2019 in Würzburg für den Klimaschutz auf die Straße – die meisten davon Schüler. Foto: Kevin Riedmann

#fridaysforfuture: Ein Statement der Würzburger Organisatoren

In Würzburg haben vor knapp einer Woche über 1.000 Schüler die Schule geschwänzt, um auf die Klimapolitik aufmerksam zu machen. Die Reaktionen unserer Leser, sowie allgemein in Würzburg, fallen sehr unterschiedlich aus:

Befürworter der Schülerstreiks

Ich finde es toll”, “Keiner traut unseren Schülern etwas zu, nur weil Erwachsene nicht den Hintern hochkriegen”, “Ich finde es gut, dass es gerade während der Schulzeit stattfindet

stehen Kritikern gegenüber.

Sie sollen es an einem Samstag tun.”, “Sonntag um 11 Uhr, da würde niemand kommen!”.

Von den Gegnern lassen sich die Schüler und Schülerinnen nicht unterkriegen. Entgegen den Angaben des BR sollen durchaus wieder Streiks während der Schulzeit erfolgen, allerdings nicht ausschließlich. Denn immer wieder sehen sich die Würzburger Schüler mit dem Argument des “Schule schwänzen” konfrontiert und die Frage der Bestrafungen steht oftmals mehr im Vordergrund als das eigentliche Ziel der Schüler: Änderungen in der Klimapolitik. Ein Grund mehr bei den Würzburger Organisatoren nachzuhaken, wieso diese Streiks statt finden, warum ausgerechnet während der Schulzeit und wie es nun weitergeht. 

Beweggründe der streikenden Schüler in Würzburg

Die Würzburger Organisatoren erklären uns in einem Statement: „Wir von „Fridays for Future Würzburg“ glauben nicht, dass der Klimawandel vom Verbraucher alleine gestoppt werden kann, sondern dass es vor allem in der Verantwortung des Systems und Machthabenden liegt, dem Klimaschutz einen möglichst alltagsnahen Rahmen zu ermöglichen. Daher fordern wir eine grundsätzliche Umorientierung hin zu einem nachhaltigeren, klimafreundlicheren und weniger wirtschaftsfokussierten System.“

Deswegen zur Schulzeit

Und sie führen weiter aus: „Wir bestreiken die Schule, weil ihr als Erwachsene genau diese eine Forderung an uns habt: Zur Schule gehen und gute Noten schreiben. Oft ist der einzige Weg, gehört zu werden, das von einem Erwartete zu verweigern. Der Erfolg hat uns bisher recht gegeben: Wir sind innerhalb von 1,5 Monaten mit 100 Ortsgruppen und bis zu 30.000 streikenden Schülern an einem Tag zu einer riesigen deutschlandweiten Bewegung geworden. Jeder Einzelne von Ihnen, der sich Gedanken über uns macht oder über uns spricht ist für uns eine klare Bestätigung und ein Erfolg.

Zurück hinter die Schulbänke bringt man uns nicht, indem man sich über unsere bewusst gewählten Absenzen beschwert, sondern indem man sich mit uns auf die Straße stellt und anfängt sein eigenes Leben in manchen Belangen zu überdenken. Deshalb bitten wir jeden Einzelnen, sich nicht mehr Gedanken über unsere Methoden zu machen, sondern unseren Inhalten klare Priorität zu geben, denn ‚Dank‘ dieser sind wir hier!“

Zukünftige Aktionen – nicht nur für Schüler

“Wir werden zukünftig auch Aktionen außerhalb der Schulzeiten machen, weil uns eine gesamtgesellschaftliche Bewegung vorschwebt, die sich durch alle Bevölkerungsschichten zieht. Weder Azubis, Arbeitnehmer*innen noch eingeschüchterte Schüler*innen sollen ausgeschlossen werden. Die Methode des Streiks werden wir aber so weiterführen, denn für was lernen wir, wenn die Zukunft aus einer Wüste in Deutschland und einem Strand vor der eigenen Haustür besteht!”, so die Würzburger Bewegung abschließend.

Schüler geben nicht klein bei

Die Würzburger Schüler und Schülerinnen lassen sich also von Kritikern und Gegnern nicht unterkriegen, sondern werden dadurch noch mehr angespornt. Sie wollen zeigen, was möglich ist und mehr Menschen aus der Bevölkerung mit einbeziehen um tatsächlich etwas zu erreichen.

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