Wetterleuchten hinter der Festung. Foto: Pascal Höfig
Wetterleuchten hinter der Festung. Foto: Pascal Höfig

Würzburg entdecken: Auf den Spuren Napoleons

Hartnäckig halten sich bis heute Gerüchte, dass es einen unterirdischen Tunnel von der Festung in die Stadt geben soll, die Frankenapostel unter dem Neumünster den Märtyrertod starben oder es einen geheimen Mätressenausgang in der Residenz gab. Es gibt viele Orte in der Stadt, bei denen sich selbst Einheimische manchmal fragen, was es damit auf sich hat. Unsere Reihe „Würzburg entdecken“ deckt Geheimnisse auf und geht Mythen auf den Grund.

Ägyptische Architektur auf dem Marktplatz?

Bestimmt hat sich der ein oder andere schon mal gefragt, weshalb wir in Würzburg einen riesigen Obelisken auf dem Marktplatz stehen haben. Mitten auf dem Unteren Markt ragt er mit seinen 15 Metern empor und erstaunt besonders Touristen. Doch was hat es mit ihm auf sich? Der Obelisk stammt aus dem Jahr 1802 und wurde vom Architekten Johann Gärtner errichtet. Das Relief am unteren Teil des Obeliskbrunnen zeigt das geschäftige Markttreiben zweier Frauen, die mit Waren bepackt sind. Viele wird das Bauwerk an die architektonischen Meisterleistungen in Ägypten erinnern, dies kommt nicht von ganz ungefähr.

Obeliskbrunnen auf dem Marktplatz. Foto: Linda Amamra.

Obeliskbrunnen auf dem Marktplatz. Foto: Linda Amamra.

Als der Obelisk erbaut wurde, regierte in der Würzburger Residenz Großherzog Ferdinand von Würzburg. Zur gleichen Zeit gewann auch ein kleiner Mann aus Frankreich an Einfluss in Franken: Napoleon Bonaparte. Er besuchte die Residenz als französischer Kaiser dreimal zwischen 1806 und 1813, um andere Staatsoberhäupter zu treffen. Dabei bezeichnete Napoleon die Residenz als „schönstes Pfarrhaus Europas“. Das fränkisch-französische Bündnis entstand durch den Zusammenschluss der Fürstentümer, dem Rheinbund, um eine Allianz mit Frankreich einzugehen.

Bonaparte war zuvor, Ende des 18. Jahrhunderts, im Zuge seines Ägyptenfeldzuges, auf einer Expedition in Ägypten. Durch den Einfluss Napoleons und sein Gefallen an ägyptischer Architektur, brach eine „Ägyptomanie“ aus. Der ägyptische Stil floss in die klassizistischen Bauten des 19. Jahrhunderts ein, sodass auch Würzburg nicht davon verschont blieb.

Original Schlafgemach in der Residenz

Selbst in der Residenz hinterlässt Napoleon Bonaparte bis heute seine Spuren. Dort befindet sich das Napoleonzimmer. Das Schlafzimmer ist überwiegend noch im Originalzustand erhalten und wurde eigens für Napoleon und seine Frau errichtet. Wer sich jetzt fragt, weshalb das Bett so kurz ist, der muss wissen, dass Napoleon ein sehr kleiner Mann war. Mit seinen rund 1,60m Körpergröße gehörte er zu damaligen Zeiten zwar zum Durchschnitt, wäre heute aber eher eine „halbe Portion“.

Das Napoleonzimmer findet man in den Nördlichen Kaiserzimmern, im Raum 18. Ein Besuch der Residenz lohnt sich in jedem Fall, da sich im UNESO Weltkulturerbe Geschichte aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit einigen Originalstücken hautnah erleben lässt.

Residenz Würzburg. Schlafzimmer Napoleon Bonapart. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung.

Residenz Würzburg. Schlafzimmer Napoleon Bonaparte. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung.

Franken als Geschenk an Bayern

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war ganz Europa von Kriegen, der Französischen Revolution und dem Zerfall des Heiligen Römischen Reichs geprägt. Bei der Neuordnung Europas mischte sich auch Napoleon Bonaparte massiv in deutsche Territorialangelegenheiten ein, sodass durch sein Einwirken Franken dem Königreich Bayern zugesprochen wurde. Obwohl die Eingliederung Frankens in Bayern schon rund 200 Jahre her ist, sind die Unterschiede bis heute spürbar. „A Frangge bleibt eben a Frangge“.

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Der Würzburg Kalender 2019. Foto: Pascal Höfig

Der Würzburg Kalender 2019. Foto: Pascal Höfig

 

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