Familie mit Kindern. Symbolfoto: Pascal Höfig
Familie mit Kindern. Symbolfoto: Pascal Höfig

Familienrecht: Gesetzesänderungen ab 1. Januar 2019

Auch im Jahr 2019 wird es wieder Unterhaltsänderungen geben. Die neue Düsseldorfer Tabelle 2019 gilt ab dem Monat Januar 2019. Wer also bereits verpflichtet ist, Unterhalt gemessen an der Tabelle zu zahlen, wird seine Zahlungen schon ab dem ersten Monat des Jahres anpassen müssen.

Mindestunterhalt steigt

Die Bedarfssätze der Kinder werden erneut angehoben. Dabei steigt der Mindestunterhalt für Kinder bis zum einschließlich 5. Lebensjahr um 6 Euro auf 354 Euro, bei Kindern zwischen dem 6. und 11. Lebensjahr um 7 Euro auf 406 Euro und Kinder zwischen dem 12. und dem 17. Lebensjahr um 9 Euro auf 476 Euro.

FAQs zum Erbrecht

Wie bisher auch ist der Betrag immer noch um das hälftige Kindergeld zu kürzen, denn der Wert aus der Düsseldorfer Tabelle ist nicht der tatsächliche Zahlbetrag, sondern der festgelegte Bedarf des Kindes. Jedes Elternteil kommt so in Genuss der Hälfte des Kindergeldes, das damit nicht gesondert aufgeteilt werden muss.

Mehr Kinder, mehr Kindergeld

Die Kindergeldanrechnung erfolgt bei Minderjährigen je zur Hälfte, bei sogenannten privilegierten volljährigen Kindern, beispielsweise Schülern, in vollem Umfang. Das Kindergeld steigt ab Juli 2019 übrigens auch auf 204 Euro für das erste und zweite Kind, 210 Euro für das dritte Kind und auf 235 Euro ab dem vierten Kind. Bis dahin liegen die Beträge unverändert bei 194 Euro, 200 Euro und 225 Euro wie auch in 2018. Wer Kindergeld richtig zahlen will, ist also in 2019 zwei Mal gezwungen, zu rechnen.

Auch ansonsten lauern Fallstricke: So gilt die Düsseldorfer Tabelle streng genommen nur für den Fall, dass einem Unterhaltsverpflichteten zwei Unterhaltsgläubiger gegenüberstehen. In anderen Fällen kann man bei der Einordnung in die Einkommensgruppe ab- oder heraufstufen.

Kein Unterhalt?

Die Düsseldorfer Tabelle gilt auch beim immer öfter gelebten Wechselmodell. Bei der Einstufung in eine Einkommensgruppe wird hier aber das unterhaltsrechtliche Einkommen beider Eltern addiert und dann der Unterhalt des Kindes festgelegt. Danach wird der Unterhalt dann nach Quoten verteilt und gegebenenfalls ein Ausgleichsbetrag an ein Elternteil gezahlt. Dass gar kein Unterhalt mehr fließt, funktioniert also nur, wenn die Eltern etwa gleich viel verdienen. Hilfe bei der korrekten Berechnung gibt es im Jugendamt oder beim Anwalt.

Über Bendel & Partner

Bendel & Partner ist eine der führenden Kanzleien für Wirtschaftsrecht in Franken. Ein Team von mehr als 30 Rechtsanwälten und insgesamt circa 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Büros in Würzburg, Schweinfurt, München und Aschaffenburg berät kleine, mittelständische und große Unternehmen sowie Privatpersonen bundesweit in allen Fragen des Wirtschaftsrechts. Schwestergesellschaft der Rechtsanwaltskanzlei ist die Bendel Insolvenzverwaltung AG. Auch die Themen Erbrecht und Familienrecht gehören zur Expertise der Kanzlei.

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