Symbolfoto Politisches Engagement. Foto: Sanjar Khaksari.
Symbolfoto Politisches Engagement. Foto: Sanjar Khaksari.

Gastbeitrag: Politik ist langweilig – oder doch nicht?

Ein Gastbeitrag von Linda Amamra.

Politik mag auf den ersten Blick für viele und insbesondere junge Menschen nicht gerade sexy klingen. Dabei ist es total spannend. Politik betrifft uns alle. Tagtäglich kommt man mit Politik in den Nachrichten, in den sozialen Netzwerken oder mitten auf der Straße in Berührung. Dir stinkt etwas gewaltig in der Politik? Dann engagier dich! Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten sich politisch zu engagieren.

Wie finde ich meinen Weg in die Politik?

Zu ersten Berührungspunkten mit politischen Inhalten kommt es meistens in der Schule im Rahmen des Politikunterrichts. Bei mir hat sich damals, bereits im Sozialwissenschaftsunterricht in der Schule, ein Interesse für Politik herausgestellt. Die bewusste Entscheidung für mein heutiges politisches Engagement hat sich jedoch erst mit 18 Jahren, mit der Teilnahme am Planspiel Jugend und Parlament, ergeben. Bei diesem Planspiel hat man die Möglichkeit, vier Tage in die Rolle eines Abgeordneten zu schlüpfen. Dabei ist man Parlamentarier als Mitglied einer fiktiven Partei in den Originalsälen des Bundestags. Teilnehmen kann man, indem man vom Bundestagsabgeordneten in seinem Wahlkreis ausgewählt wird.

Bei mir persönlich fiel nach der Teilnahme an diesem Planspiel die Entscheidung, sich den Jungen Liberalen anzuschließen. Meine Motivation dabei ist, dass ich mithilfe liberaler Politik etwas verändern möchte. Eine Wahl, die ich bis heute nicht bereue. „Jugend und Parlament“ kann ich jedem zur Entscheidungsfindung nur empfehlen.

Neoliberal und stinkreich?

Seit ich mich politisch engagiere, begegne ich aber auch Vorurteilen. Die meisten sind schlichtweg falsch. Als Mitglied der Jungen Liberalen und der Freien Demokraten bekomme ich am häufigsten zu hören, dass ich neoliberal sei und reiche Eltern hätte. Ich für meinen Teil kann behaupten, dass beides ganz sicher nicht zutrifft. Sicherlich gibt es in jeder Partei genau die Menschen, die alle Klischees erfüllen. So haben wir in der FDP auch den ein oder anderen, der stets in Anzug und Krawatte zu jedem Stammtisch kommt. Genauso haben die Grünen Mitglieder, die Birkenstock tragen und während Parteiveranstaltungen stricken.

Viel mehr als nur öde Kongresse

Politisches Engagement hat viele Vorteile und wirkt sich positiv auf die Persönlichkeit und den beruflichen Werdegang aus. Während zahlreicher Veranstaltungen lernt man sich zu artikulieren, baut sich ein großes politisches Netzwerk auf und schließt Freundschaften. Innerhalb einer Partei oder Vorfeldorganisation gibt es vielfältige Möglichkeiten, Verantwortung in Form von Ämtern zu übernehmen. Neben der Möglichkeit zu verstehen, wie politische Prozesse funktionieren, ergeben sich oftmals Gelegenheiten, das Erlernte in der Praxis, im Rahmen eines Praktikums oder später im Beruf, zu vertiefen. Langweilig ist Politik sowieso nicht. Neben spannenden inhaltlichen Debatten zu hochsensiblen Themen, wie zum Beispiel Organspende oder Sterbehilfe, erwarten einen nach einem Kongress oftmals lustige Abende in geselliger Runde.

Über mich

Ich bin 25 Jahre alt und habe meinen Bachelor in Political and Social Studies an der Uni Würzburg abgeschlossen. Derzeit studiere ich im dritten Mastersemester Politikwissenschaften, mit Schwerpunkt auf Menschenrechte und den Nahen Osten. Neben dem Studium gehe ich meiner Leidenschaft als Gästeführerin nach. In Würzburg möchte ich gerne erreichen, dass die Stadt ihr kulturelles Potenzial mehr ausnutzt. Wir sind eine Stadt mit Weltkulturerbe und können noch viel mehr erreichen.

Wieso wurde es damals abgelehnt, Kulturhauptstadt zu werden? Das Zeug dazu hätte Würzburg definitiv! Die Verkehrssituation in der Stadt ist eine Katastrophe. Es braucht eine Lösung, die weder Autofahrer diskriminiert, noch der Umwelt schadet. Bestehende Parkplätze dürfen nicht alternativlos abgerissen werden und die Bewirtschaftung des Talaveraparkplatzes halte ich für falsch. Was ich noch so geplant habe, erfahrt ihr bald.

Ehrenhof des Rathauses in Würzburg. Symbolbild: Pascal Höfig

Ehrenhof des Rathauses in Würzburg. Symbolbild: Pascal Höfig

Engagier auch du dich!

Neben der Möglichkeit an Stadtratssitzungen teilzunehmen, kann man sich auch direkt im Frühjahr 2020 als Kandidat für die Kommunalwahlen zur Wahl stellen. Die Gelegenheit für jeden, in der Kommunalpolitik als Stadtrat mitzumischen.  Das Besondere am bayerischen Wahlsystem ist, dass es Kumulieren und Panaschieren gibt. Ein durchaus wählerfreundliches Wahlsystem, da man beim Kumulieren seinem Lieblingskandidaten mehrere Stimmen geben kann. Beim Panaschieren hat man die Möglichkeit, seine Stimmen auf Kandidaten verschiedener Listen zu verteilen. Neben den Mitgliedern des Stadtrats, werden bei der Kommunalwahl in Würzburg auch der Oberbürgermeister und seine Stellvertreter gewählt.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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