Fira Bdiwi in seinem Feinkostgeschäft Firas FeineKost. Foto: Christoph Ulherr
Firas Bdiwi in seinem Feinkostgeschäft Firas FeineKost. Foto: Christoph Ulherr

Firas FeineKost – ein „Schmuckstück im Frauenland“

„Schmuckstück im Frauenland“ – so liebevoll wird der Feinkostladen „Firas FeineKost“ im Frauenland von Stammkunden bezeichnet. Ein Zeichen dafür, dass es sich hierbei nicht nur um einen x-beliebigen Lebensmittelladen handelt! Vor genau einem Jahr ging der Wunsch des syrischen Flüchtlings Firas Bdiwi, hier in Würzburg seinen eigenen Laden zu eröffnen, endlich in Erfüllung.

Seit dem verkauft er in seinem Feinkostladen nicht nur Spezialitäten aus seinem Heimatland. Nein, Firas hat es auch geschafft, durch sein Angebot und seine herzliche Art eine Brücke zu schlagen zwischen den Kulturen und Ländern. Am 18.12. feiert der Laden nun sein einjähriges Bestehen.

In Würzburg ein neues Zuhause gefunden

Ursprünglich kommt Firas aus Homs, einer Stadt im Westen Syriens. Dort absolvierte er ein Wirtschaftsstudium und betrieb auch schon dort sein eigenes Geschäft. Nachdem seine Heimatstadt fast vollständig durch den Krieg zerstört wurde, flüchtete Firas 2014 nach Deutschland. Seit Herbst 2015 lebt er nun in Würzburg, zusammen mit seinen drei Brüdern und Eltern, die ebenfalls in Würzburg ihr neues Zuhause gefunden haben.

Vor einem Jahr, am 18. Dezember 2017, ging Firas langer Wunsch, auch hier in Deutschland sein eigenes Geschäft zu eröffnen, endlich in Erfüllung. Genau ein Jahr später, am 18.12.2018, möchte er nun gemeinsam mit seinen Kunden den ersten Geburtstag von Firas FeineKost feiern. Zu diesem Anlass haben wir ihm einige Fragen über sich und sein Herzensprojekt gestellt:

Theke Firas FeineKost. Foto: Christoph Ulherr

Leckere arabische und orientalische Speisen und feinsten Kaffee gibt’s bei Firas im Frauenland. Foto: Christoph Ulherr

Neue Heimat, Firas FeineKost und das erste Jubiläum

Würzburg erleben (WE): Herr Bdiwi, wie gefällt es Ihnen bis jetzt in Würzburg?

Firas Bdiwi: Es gefällt mir total gut hier, Würzburg ist eine wunderschöne Stadt. Sie ist wie meine zweite Heimat geworden. Viele Menschen sind sehr offen hier und gastfreundlich, das ist schön.

WE: Wie kamen Sie auf die Idee ihren Feinkostladen „Firas FeineKost“ im Frauenland zu eröffnen?

Firas Bdiwi: Wir hatten lange den Wunsch, etwas eigenes zu machen. Ich wollte etwas für Deutschland zurück geben, weil wir so viel bekommen haben, und ich wollte etwas Gutes machen für dieses Land, das uns aufgenommen hat. Außerdem wollte ich auf eigenen Beinen stehen. Dann haben wir zum Glück im Frauenland den Laden gefunden und meinten, dass es eine gute Lage ist und eine schöne Gelegenheit, weil hier viele Menschen wohnen, in die Uni und in Schulen gehen, in den Behörden und im Krankenhaus arbeiten und es ein solches Café/Bistro dort noch nicht gab.

WE: Wie wird Ihr Laden von den Würzburgern angenommen? Wie fallen die Reaktionen auf Ihr Angebot aus?

Firas Bdiwi: Viele Kunden sagen mir, dass es ihnen bei Firas FeineKost sehr gut gefällt, dass das Essen und der Kaffee sehr gut schmecken, weil alles immer frisch ist und selbst zubereitet. Und dass die Atmosphäre sehr gemütlich und schön ist. Viele kommen als Stammkunden wieder, das freut mich. Mit vielen Kunden ist bereits eine schöne Freundschaft gewachsen.

Beim Mittagstisch kommen vor allem Studenten und Dozenten von der Uni, Leute von Schulen oder Behörden oder die in der Nähe arbeiten, und Schüler. Alle essen gerne unsere Falafeln, unsere Shawarma – das ist eine Art arabischer Döner -, Lasagne und andere Spezialitäten, oder etwas Süßes. Aber den ganzen Tag über kommen auch Familien mit Kindern, ältere Menschen aus dem Frauenland oder Leute, die von weiter weg kommen, weil sie schon von uns gehört und gelesen haben. Sie probieren unser Gebäck und Essen und kommen dann oft wieder. […]

Ein Einblick in das "Schmuckstück im Frauenland". Foto: Christoph Ulherr

Ein Einblick in das „Schmuckstück im Frauenland“. Foto: Christoph Ulherr

WE: „Zusammen sind wir schöner“ – So lautet Ihr Motto. Haben Sie das Gefühl, tatsächlich durch Ihren Laden etwas zum Kulturaustausch beizutragen? 

Firas Bdiwi: Ich glaube, dass wir jeden Tag diesen Austausch brauchen. Es kommen viele Kunden, die auch länger mit mir und uns reden  und nach meinem Herkunftsland fragen oder nach der Kultur. Und dann merken wir, dass wir voneinander lernen, denn ich lerne auch von den Kunden. Und dass es natürlich Unterschiede in der Kultur gibt, aber dass das nichts Schlechtes ist, sondern im Gegenteil. Wir gehen mit viel Respekt miteinander um, und das ist wichtig.

Vor ein paar Tagen war zum Beispiel eine Gruppe mit Konfirmanden aus der evangelischen Kirche da, sie haben bei mir gegessen und getrunken und viele Fragen gestellt und allen hat es gut gefallen. Manchmal kommen auch ältere Menschen und erzählen mir, wie sie selbst den Krieg in Deutschland erlebt haben. Ich habe viel Respekt vor ihnen, denn sie haben dieses Land wieder aufgebaut, und sie zeigen mir auch viel Respekt.

WE: Was erwartet die Besucher Ihrer Einjahres – Feier am 18.12.?

Fira Bdiwi: Es erwartet sie natürlich ein sehr leckeres Essen, Kaffee und Getränke – und es wird eine Überraschung geben, das darf ich aber noch nicht verraten. Wir sind von 9.00 – 21.00 Uhr da und freuen uns, mit allen zu feiern.

Adresse: Firas FeineKost, Erthalstraße 44
Öffnungszeiten: Montag – Freitag 9-21 Uhr, Samstag 9.30-20 Uhr

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