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Der Würzburger Dom. Foto: Pascal Höfig
Der Würzburger Dom. Foto: Pascal Höfig

Missbrauchsfälle: Diözese Würzburg übergibt Akten

Die Deutsche Bischofskonferenz stellte am 25. September diesen Jahres in Fulda die Ergebnisse einer groß angelegten Missbrauchsstudie vor. Die Studie zeigt die Fälle sexueller Gewalt in der katholischen Kirche auf. Auch dementsprechende Erkenntnisse aus dem Bistum Würzburg sind in die Studie eingegangen.

3.000 Priesterakten zur Prüfung

Im Zuge dessen möchte die Diözese nun Akten über Missbrauchsvorwürfe an die Justiz übergeben, so der BR. Es handele sich gezielt um Fälle ab dem Jahr 1945 bis zum Jahr 2000. Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche erklärte Würzburgs Bischof Franz Jung, dass die Diözese 3.000 Akten von Priestern überprüfen lasse, so berichtet der BR. Eine unabhängige Anwaltskanzlei solle den Verdacht auf sexuellen Missbrauch in den einzelnen Fällen untersuchen. Laut BR habe Bischof Jung persönlich mit der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg dieses Vorgehen beschlossen.

Verdachtsfälle und frühere Internate

Zudem sollen laut BR alle Verdachtsfälle, die es seit 1970 in der Diözese gibt, der Staatsanwaltschaft vorgelegt werden und überprüft werden. Hierbei geht es insbesondere um die Verjährungsfrist. Schon für die Missbrauchsstudie wurden in Würzburg die Akten aus dem Zeitraum 2000 bis 2015  von der Anwaltskanzlei angefordert und geprüft, so der BR. Ebenfalls in den Kreis der genauen Prüfung sollen laut BR die früheren Internate (Kilianeen) der Würzburger Diözese fallen. Die Studienseminare waren in Würzburg, Miltenberg und Bad Königshofen ansässig.

Zusammenarbeit mit Justiz

Rückblick: Eric Hilgendorf, Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtstheorie, Informationsrecht und Rechtsinformatik an der Juristischen Fakultät der Julius-Maximilian-Universität Würzburg, hatte im Anschluss der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der katholischen Kirche, zusammen mit fünf anderen Strafrechtsprofessoren und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Weltanschauungsrecht, Strafanzeige gegen Unbekannt bei den Staatsanwaltschaften in den Bezirken aller 27 Bistümer erstattet. 

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Nun setzt offensichtlich das Bistum Würzburg die bei der Herbstvollversammlung der Bischöfe angekündigte Kooperation mit der Staatsanwaltschaft zusammen mit dem Bistum Augsburg, das ebenfalls Akten übergeben möchte, als eines der Ersten in Bayern um.

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