Straßenbahn in Würzburg. Symbolfoto: Pascal Höfig
Straßenbahn in Würzburg. Symbolfoto: Pascal Höfig

Kostenloser ÖPNV an Adventssamstagen im Stadtrat beschlossen

Aschaffenburg hat es bereits gemacht. Würzburg nun auch? Auch in Würzburg gibt es reichlich Kritik an der kostenlosen ÖPNV-Nutzung im Advent. Heute entschied der Stadtrat über das kostenlose Fahren an den kommenden zwei Adventssamstagen.

Straßenbahnen fahren zum Nulltarif

Nach einigen kritischen Beiträgen von Stadträten hat der Stadtrat mit großer Mehrheit und nur sechs Gegenstimmen die Nutzung der Straßenbahnen am 15. und 22. Dezember zum Nulltarif beschlossen. Kostenlos nutzen kann man an den Adventssamstagen die Straßenbahnen von 5 bis 2 Uhr morgens. Als Erfolgsbeispiel dient hierbei das Stadtfest.

Zuvor hatte WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer dem Stadtrat einen umfassenden Bericht zur ÖPNV-Thematik geliefert. Dabei wies er auch auf die Problematik eines kostenlosen Personennahverkehrs hin. Wo zieht man die Grenze? Dürfen Kunden nur die Stadtbusse kostenlos nutzen oder ebenfalls Busse, die aus den benachbarten Landkreisgemeinden nach Würzburg fahren? Ebenso müssen Ausgleichszahlungen geleistet werden, da an diesen Tagen keine Einnahmen durch Fahrgasteinnahmen erzielt werden. Dennoch betonte Schäfer, dass die WVV keine Gewinnmaximierung anstrebe, sondern den Bürgernutzen erhöhen möchte.

Nur Straßenbahnen fahren kostenlos

Ursprünglich sollten an den Adventssamstagen Straßenbahnen und Busse kostenlos fahren, die Verwaltung hatte sich aber zunächst dagegen ausgesprochen. Im Hauptausschuss hingegen stimmte eine Mehrheit der Stadträte für den kostenlosen ÖPNV. Der Kompromissvorschlag kam von Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Dieser sieht vor, lediglich die Straßenbahnen und nicht auch zusätzlich die Busse kostenlos fahren zu lassen. Finanziert werden sollen die kostenlosen Fahrten aus dem steuerlichen Querverbund innerhalb der WVV und nicht aus der Stadtkasse.

Kein Anreiz für dauerhaft kostenlosen ÖPNV

Um die unterschiedlichsten ÖPNV-Themen weiter zu erörtern, wird es im März 2019 einen Workshop der WVV dazu geben. So betonte der Aufsichtsratvorsitzende der Würzburger Straßenbahnen, Matthias Pilz (Bündnis 90/Die Grünen), dass die WVV über Fahrgasteinnahmen einen beträchtlichen Betrag erzielt. Das Angebot an den Adventssamstagen soll keine falschen Erwartungen wecken, da ein dauerhafter kostenloser ÖPNV nicht leistbar sei.

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