Das Justizzentrum Würzburg. Symbolfoto: Pascal Höfig
Das Justizzentrum Würzburg. Symbolfoto: Pascal Höfig

Wende im „Erlabrunn-Prozess“: Angeklagter gesteht nach drei Jahren

Noch gestern antwortete der Anwalt des Angeklagten auf die Frage des Gerichts, was sich sein Angeklagter von der Berufung erhoffe, mit „einen Freispruch“. Heute, 6. Dezember 2018, die überraschende Wende im Berufungsprozess gegen Günther K. wegen fahrlässiger Tötung vor dem Landgericht Würzburg.

Fußgängerin übersehen

Drei Jahre nachdem eine 71-Jährige tot an einer Straße bei Erlabrunn (Lkr. Würzburg) aufgefunden wurde, herrscht nun Gewissheit: Der ehemalige Bauhofleiter und Feuerwehr-Kommandant der Gemeinde Erlabrunn (Lkr. Würzburg) hat zugegeben, die 71-Jährige im Januar 2016 bei Streuarbeiten mit einem Traktor aus Versehen überfahren zu haben. Wie der 58-Jährige am Donnerstag angab, glaubte er, über einen gelben Sack gefahren zu sein. Noch im Gerichtssaal entschuldigte er sich bei den Angehörigen der Toten.

Streit in der Gemeinde Erlabrunn

Mit seinem Geständnis endet hoffentlich auch der jahrelange Streit einiger Anwohner in Erlabrunn. Der Familie des Opfers wurde unter anderem vorgeworfen, gegen Günther K. zu hetzen und ihm den Tod „anhängen“ zu wollen.

Vor einem Jahr war er vom Amtsgericht bereits wegen fahrlässiger Tötung und Fahrerflucht zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden. Dagegen legten sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Seit Ende November läuft nun vor dem Landgericht Würzburg der Berufungsprozess.

Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, da sich der Angeklagte und Zeugen immer wieder in extreme Widersprüche verstrickt hatten. Unter anderem hatte der Angeklagte seine Handydaten gelöscht und einen Bauhof-Mitarbeiter angewiesen, den Traktor, mit dem er unterwegs war, umzulackieren.

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