Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig
Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig

Ein Hexenmahnmal auch für Würzburg?

Laut eines Berichts des Bayerischen Rundfunks wurde kürzlich in Aschaffenburg ein Mahnmal, als Erinnerung für die Hexenverfolgung zwischen 1592 und 1629, errichtet. Im Offenen Schöntal inszenierte der Aschaffenburger Künstler Marc Rammelmüller eine Skulptur, um an die rund 320 Hingerichteten zu erinnern, so der BR. Dabei setzte er sich im Rahmen eines Künstlerwettbewerbs gegen vier Kontrahenten durch und gewann mit seinem Werk „Malleus Maleficarum“. Rammelmüller wählte diesen Namen bewusst, da er auf das Werk „Hexenhammer“ zur Legitimation der Hexenverfolgung von dem Dominikanermönch Heinrich Kramer anspielt, heißt es in Berichten des BR.

Hexenverfolgung auch in Würzburg

Auch heute erinnern noch einige Orte in Würzburg und in der Umgebung an die grausamen Hexenprozesse. So heißt beispielsweise der Hexenbruch in Höchberg noch heute so, um an die Geistliche Maria Renata Singer von Mossau zu erinnern, die wegen Hexerei verurteilt und ermordet wurde. Der Hexenbruch war damals ein Steinbruch, in dem Hexenverbrennungen stattgefunden haben. Neben der Festung Marienberg diente überwiegend der Würzburger Marktplatz als Hauptschauplatz für Hinrichtungen.

Nicht nur Rothaarige

Ein Gerücht hält sich bis heute hartnäckig. Demzufolge sollen vor allem Rothaarige damals verbrannt worden sein. Jedoch zogen sich die Hexenverfolgungen und anschließenden Verbrennungen auf dem Scheiterhaufen durch alle Stände. Adlige, wie auch Bürgermeister, Ratsherren, Frauen und Kinder wurden hingerichtet.

Universitätsgründer und Hexenverbrenner

Im Jahr 1582 gründete Julius Echter von Mespelbrunn die Julius-Maximilians-Universität erneut, nachdem sie zuvor geschlossen wurde. Der Universitätsgründer von Mespelbrunn hat einen erheblichen Anteil am dunklen Kapitel der Stadt Würzburg. Würzburger Legenden zufolge soll er, aufgrund zahlreicher Hexenverbrennungen, den Spitznamen „Julius Echter – der Schlächter“ getragen haben. Zur Vorgehensweise erzählt man sich in Würzburg, dass vermeintliche Hexen mit verbundenen Händen und Füßen von der Alten Mainbrücke ins Wasser geworfen wurden. Sind die „Hexen“ wieder nach oben auf die Brücke gesprungen, so drohte ihnen der Prozess wegen Hexerei. Sanken sie stattdessen auf den Grund des Mains, waren sie unschuldig.

Das Julius-Echter-Denkmal. Foto: Pascal Höfig

Das Julius-Echter-Denkmal. Foto: Pascal Höfig

Auf der Juliuspromenade steht heute ein übergroßes Abbild von Julius Echter. Als Universitätsgründer völlig berechtigt, jedoch auch als Hexenverbrenner? Braucht Würzburg nicht auch ein Hexenmahnmal? Wir freuen uns über Kommentare und Meinungen!

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Der Würzburg Kalender 2019. Foto: Pascal Höfig

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