Damit die Studierenden wissen, wie die Anzeigen in einem Flugzeug aussehen, gibt es an der Universität Würzburg einen Flugsimulator.
Damit die Studierenden wissen, wie die Anzeigen in einem Flugzeug aussehen, gibt es an der Universität Würzburg einen Flugsimulator. Foto: Corinna Russow

Praxisorientierteres Lernen durch Flugsimulator an der Uni Würzburg

Die Universität Würzburg hat ihren ersten Flugsimulator. Professor Sergio Montenegro möchte dadurch das Studium für Studierende der Luft- und Raumfahrtinformatik und der Informatik praxisorientierter gestalten.

Zwei Piloten sitzen auf ihren Plätzen in einem Cockpit. Es ertönen Warnsignale und Funksprüche. Einer der Piloten drückt unterschiedliche Knöpfe, bedient einen Joystick und schon fliegt das Flugzeug – ein Airbus A320 – einmal rund um den Frankfurter Flughafen. Der Pilot heißt Tobias Mikschl und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Informatik VIII für Informationstechnik für Luft- und Raumfahrt. Mikschl sitzt natürlich nicht in einem echten Airbus, sondern in einem A320-Flugsimulator. Der bietet Platz für einen Piloten und einen Co-Piloten. Der Simulator ist die neueste Errungenschaft von Professor Sergio Montenegro vom Lehrstuhl für Informatik VIII an der Julius-Maximilians- Universität Würzburg (JMU).

Sergio Montenegro hat einen Flugsimulator an die Universität Würzburg geholt.

Sergio Montenegro hat einen Flugsimulator an die Universität Würzburg geholt. Foto: Corinna Russow

Studierende lernen Software zu programmieren

Diesen hat der Lehrstuhl nicht etwa für die Ausbildung von Piloten angeschafft, sondern vielmehr für Studierende der Luft- und Raumfahrtinformatik und des Masterstudiengangs Informatik. „Die Studierenden sollen live sehen können, wie die Anzeigen in einem Cockpit aussehen, schließlich lernen sie bei uns, die Software hinter diesen Anzeigen zu programmieren“, erklärt Montenegro. Der Flugsimulator erlaubt es, verschiedene Szenarien auszuprobieren – vom Unwetter bis zum Ausfall einiger Flugzeug-Komponenten. „Die Studierenden können so erkennen, was für die Programmierung der Anzeigen von Bedeutung ist, und ihre Software so programmieren, dass die Informationen in allen Situationen gut aufzunehmen sind“, sagt Mikschl.

Tobias Mikschl entwirft zusammen mit Sergio Montenegro und einem erfahrenen Piloten ein Einführungsseminar für die Studierenden.

Tobias Mikschl entwirft zusammen mit Sergio Montenegro und einem erfahrenen Piloten ein Einführungsseminar für die Studierenden. Foto: Corinna Russow

Praxisnähe durch Flugsimulation

Bevor die Studierenden jedoch loslegen dürfen, müssen sie ein Einführungsseminar belegen. Dieses entwickeln Montenegro und Mikschl in diesem Semester zusammen mit dem erfahrenen Airbus-Piloten Nikolaus Braun, der als Lehrbeauftragter an der JMU tätig ist. Ab dem nächsten Semester dürfen dann zehn bis 20 Studierende daran teilnehmen und anschließend selbst auf dem Pilotensitz Platz nehmen. „Das Studium soll dadurch praxisnäher werden“, sagt Montenegro.

Studierende der Luft- und Raumfahrtinformatik erwerben in ihrem Studium besondere Kenntnisse und Fähigkeiten, die notwendig sind, um interdisziplinäre Inhalte aus Physik, Elektronik, Mathematik, Ingenieurwissenschaften und Informatik im Fachgebiet Weltraumwissenschaften, Luft- und Raumfahrttechnik zur Lösung anspruchsvoller Aufgabenstellungen anwenden zu können. Bisher konnte die Programmierung der Flugzeugsoftware nur theoretisch gelernt werden. Doch für eine genaue und nutzerorientierte Software ist es sinnvoll zu wissen, wie ein Cockpit von innen aussieht und wie es sich anfühlt, im Cockpit zu sitzen. Mikschl, der inzwischen im Umgang mit dem Flugsimulator schon geübt ist, landet das Flugzeug, nach seinem Rundflug, wieder sicher auf dem Frankfurter Flughafen – rein fiktiv natürlich.

Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

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