Der Würzburger Dom. Foto: Pascal Höfig
Der Würzburger Dom. Foto: Pascal Höfig

Bistum Würzburg in finanziellen Schwierigkeiten

Das Bistum Würzburg befindet sich derzeit in einer „schwierigen finanziellen Situation“. Darauf hat Bischof Dr. Franz Jung am Dienstagabend, 27. November, bei einem Gespräch mit Journalisten im Medienhaus des Bistums hingewiesen. Um sich einen besseren Überblick über die Lage zu verschaffen, arbeite die Diözese derzeit mit Hochdruck an der Umstellung der Rechnungslegung von Kameralistik auf die Vorgaben des Handelsgesetzbuchs (HGB).

Betrugsfälle im Bistum?

Damit sei es im Rahmen der Transparenzoffensive möglich, das kirchliche Vermögen nach den strengen gesetzlichen Regeln, wie sie für Kaufleute in Deutschland gelten, nach außen darzustellen. „Zudem setzen wir die Selbstverpflichtung zu Compliance und Good Governance um, beispielsweise bei den Gremien der Vermögensverwaltung. Das nimmt naturgemäß Zeit in Anspruch“, sagte Bischof Jung.

Jahresfehlbetrag im zweistelligen Millionenbereich

In einem Schreiben an alle hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spricht der Generalvikar für 2017 von einem Jahresfehlbetrag „im unteren zweistelligen Millionenbereich“ in der Bilanz der Diözese. Dieser werde durch das Entnehmen von Rücklagen aufgefangen. Eine detaillierte Bilanz für 2017 werde im Dezember 2018 veröffentlicht. „Die zurückgehenden Finanzmittel und knapper werdenden Rücklagen werden wir schmerzlich zu spüren bekommen: bei unserem vielfältigen kirchlichen und sozialem Engagement ebenso wie bei Baumaßnahmen und künftigen Personaleinstellungen.“

Einschnitte bei Personal und Baumaßnahmen

Harte Einschnitte seien bei Baumaßnahmen zu erwarten, heißt es in dem Schreiben weiter. Beim pastoralen Personal werde es keine Kürzungen geben. „Die Menschen erwarten Seelsorgerinnen und Seelsorger vor Ort und Verlässlichkeit in der Pastoral.“ In allen anderen kirchlichen Bereichen müsse das Personal mittelfristig reduziert werden. Das bedeutet laut Generalvikar Keßler, dass beispielsweise freiwerdende Stellen nach kritischer Prüfung nur begrenzt nachbesetzt werden. „Dabei wird die Diözese weiter auf das wertvolle Engagement ihrer derzeitigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen und ein verlässlicher Ausbildungsbetrieb für junge Menschen sein.“

Neue strukturelle Aufstellung

Vor großen Herausforderungen stehe die Verwaltung. „Sie muss sich zur professionell arbeitenden Servicezentrale der Diözese weiterentwickeln und alle Kräfte bündeln, um die Seelsorge zu unterstützen und zu entlasten“, heißt es in dem Schreiben des Generalvikars. Das Bischöfliche Ordinariat werde sich in seiner Struktur daher neu aufstellen.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des POW.

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