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Frau in dunkler Straße. Symbolfoto: Pascal Höfig
Frau in dunkler Straße. Symbolfoto: Pascal Höfig

In der Dunkelheit sicher nach Hause kommen

Die Tage werden kürzer, die Nächte wieder länger. Es ist so weit, die dunkle Jahreszeit ist da. Abends auf der Straße ist es immer ein bisschen unheimlich. Läuft man Abends durch den Ringpark oder am Main entlang, ziehen die Bäume lange, tiefe Schatten. An jeder Ecke bewegt sich was. Hinter jedem Baum und im Gebüsch raschelt es. Kein Wunder also, dass man ein mulmiges Gefühl bekommt und sich bei jedem Schritt beobachtet fühlt.

Unsicherheit verbreitet sich

Niemand ist abends gern alleine unterwegs, vor allem nicht in der Dunkelheit. Man fühlt sich unsicher. Aber nicht immer verläuft ein Abend wie geplant und endet damit, dass man alleine heimläuft. Vielleicht fährt gerade kein Bus, jedes Mal ein Taxi zu nehmen ist auch zu teuer, oder das Fahrrad hat plötzlich einen Platten.

Zwar versucht man, dunkle Wege zu meiden, aber dies ist nicht immer möglich. Man denkt sich, ach so schlimm ist es doch gar nicht. Aber Kopfhörer rein und einfach schneller laufen ist nicht die Ideallösung. Insbesondere Frauen fühlen sich unwohl, alleine heim zu laufen und malen sich die schlimmsten Szenarien aus. Mittlerweile gibt es einige, einfache Mittel den Nachhauseweg sicherer zu gestalten.

Nette Gespräche am Telefon

Eine Möglichkeit bietet das Heimwegtelefon. Die Idee stammt ursprünglich aus Schweden und wurde in Deutschland von zwei Berlinerinnen umgesetzt. Unter der Nummer 030-12074182 können Frauen und Männern aus der ganzen Bundesrepublik anrufen, um auf dem Weg nach Hause ein nettes, belangloses Gespräch zu führen.

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Ziel ist es dabei, der Person, die alleine unterwegs ist, ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Außerdem, so die Idee, wer bereits telefoniert ist für einen Angreifer nicht so interessant, potentielle Zeugen sind am Telefon.

Aktuell kann man donnerstags von 20 bis 24 Uhr, vor Feiertagen sowie Freitag- und Samstagnacht zwischen 22 und 4 Uhr anrufen. Der ehrenamtliche Dienst mit 50 Helfern und Helferinnen wird stetig weiterentwickelt und ausgebaut. Vor allem wenn die eigenen Freunde nicht an ihr Telefon gehen, oder man will sie nicht mit einem Anruf wecken, bietet das Heimwegtelefon eine gute Möglichkeit, sich sicherer zu fühlen.

Verschiedene Apps mit Live-Übertragung

In der Welt der Smartphones darf natürlich ein entsprechendes Programm, zur Unterstützung auf dem Heimweg, nicht fehlen. Apps wie Wayguard, KommGutHeim oder allfine! übertragen den eigenen Live-Standort für Familie und Freunde, geben Benachrichtigungen, wann man zuhause ankommt und haben auch einen integrierten Notruf-Button für die Ernstlage.

Ein großer Nachteil an den Apps mit Dauer-Tracking und -Übertragung ist allerdings der hohe Batterieverbrauch. Wenn man den ganzen Tag oder Nacht unterwegs war, kann es sein, dass der eigene Akkustand sehr niedrig ist und eventuell nicht ausreicht. Ebenso enthalten nicht alle Apps in der kostenlosen Version bereits das gesamte Paket und für Zusatzleistungen muss man extra zahlen. 

Screenshots der KommGutHeim App

Screenshots der KommGutHeim App; Links: Benutzung, Rechts: Möglichkeit eines Abos in der KommGutHeim Plus Variante

Screenshots der WayGuard App; Links: Team WayGuard, Mitte: Notruf Feld, Rechts: Freunde als eigene Begleiter

Kleines kann Großes Bewirken

Nicht immer braucht es ausgefallene Technologie. So gibt es einfache Gadgets für wenige Euro, wie ein Taschenalarm, der ein lautes, schrilles Signal aussendet oder ein Schlüsselanhänger aus Kubotan, welcher bei einem Schlag druckverstärkend wird. Auch Alltagsgegenstände können helfen.

So kann man sich beispielsweise den eigenen Schlüssel zwischen die Finger einer geballten Faust stecken, eine Trillerpfeife an die Tasche hängen oder einen Kugelschreiber umgreifen. Bereits die kleinsten Dinge können im Ernstfall den Unterschied ausmachen.

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Zulässige Gegenstände zur Verteidigung in Deutschland

Aber welche Dinge zur Verteidigung sind in Deutschland eigentlich erlaubt? Der bereits erwähnte Kubotan wird in vielen Ländern als Waffe eingestuft, so zum Beispiel in Großbritannien. Auch in der Schweiz gilt er als verbotener Gegenstand.

Bei uns in Deutschland wird der Kubotan als eine Hieb- und Stoßwaffe nach dem Waffengesetz eingestuft. Vielmehr verneinte das Bundeskriminalamt die Verbotseigenschaft ausdrücklich.

Daneben sind Elektroschocker (keine Taser!) mit offiziellen Prüfsiegel oder Pfefferspray („zur Abwehr von Tieren“) legal. Schlagstöcke oder Schreckschusswaffen dürfen hingegen nicht ohne Weiteres in der Öffentlichkeit getragen oder gar verwendet werden.

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Recht muss Unrecht nicht weichen

Abschließend stellt sich noch die Frage, inwiefern man sich gegen einen Angriff im Ernstfall wehren darf. Grundsätzlich steht jedem ein Recht auf Notwehr zu, wenn man sich in einem seiner “rechtlich geschützten Interessen” verletzt fühlt. Hierunter fällt beispielsweise das Leben, die körperliche Unversehrtheit und das Eigentum. Wichtig ist, dass man sich nur verteidigen darf, wenn man gerade angegriffen wird, nicht wenn der Angriff schon vorbei ist.

Man darf also nicht dem Angreifer aus Rache nachrennen und Vergeltung üben. Bei der Notwehrhandlung gilt das mildeste Mittel zu wählen, das geeignet ist den Angriff unmittelbar zu unterbinden. Die Wahl des “richtigen Mittels” liegt hierbei beim Opfer. Jedoch darf man niemanden absichtlich stärker verletzen als notwendig.

Waffen sind ebenfalls zur Verteidigung erlaubt, allerdings bleiben grundsätzlich illegale Waffen bei Notwehr illegal. Auch die sogenannte Nothilfe, einem anderen zur Hilfe eilen, ist erlaubt. 

Im Notfall: Polizei anrufen

Fühlt man sich dennoch auf dem Nachhauseweg sehr unsicher oder sogar bedroht, so sollte man im Notfall wohl immer lieber die Polizei rufen. Wenn es um die eigene Sicherheit geht, fragt man lieber einmal zu oft um Hilfe, als im Ernstfall nicht. Es ist keine Schande sich unwohl zu fühlen und für jeden nachvollziehbar. Auch ist es in hitzigen Situationen immer gut „Profis“ zu haben, die einem zur Seite stehen.

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