Paket. Symbolfoto: Pascal Höfig
Paket. Symbolfoto: Pascal Höfig

„Sendung liegt beim Nachbarn“: 5 Fragen zur Paketannahme

„Ihr Paket ist auf dem Weg nach Würzburg“ – eine Nachricht, welche die meisten Empfänger gerne erhalten. Die Nachbarn, die zum Beispiel in der Nachtschicht oder im Home Office arbeiten, dagegen meist weniger. Bei ihnen klingelt der Paketbote auf der Suche nach einem Paket-Annehmer. Doch der Onlinehandel boomt und viele schätzen daher den Freundschaftsdienst des Nachbarn, das Paket anzunehmen, um sich den Weg zur nächsten Filiale zu ersparen. Andere wüssten ohne die Paketannahme gar nicht, wie ihre Nachbarn aussehen. Aber: Was ist eigentlich, wenn der Nachbar das Paket kaputt macht oder ein Paket verschwindet?

Sendung beim Nachbarn: Ist das erlaubt?

Eigentlich darf das Paket ohne Zustimmung des Absenders nicht an den Nachbarn, sondern nur an den Empfänger selbst zugestellt werden. Allerdings haben die meisten Versandunternehmen geregelt, dass Pakete auch beim Nachbarn abgeliefert werden dürfen. Wer das nicht möchte, kann die sogenannte Ersatzzustellung allerdings auch bei der Aufgabe des Pakets oder unter der Sendungsverfolgungsnummer ausschließen.

Muss man Pakete für Nachbarn annehmen?

Nein, als Nachbar ist man nicht verpflichtet, Pakete für die anderen anzunehmen. Nimmt man das Paket jedoch an, ist man selbstverständlich dazu verpflichtet, das Paket an den Empfänger auszuhändigen. Das gilt allerdings nicht, wenn man zum Beispiel bei der Nachnahme Geld vorstreckt. In diesem Fall muss der Empfänger zuerst die Schulden begleichen.

Paket annehmen und ab in den Urlaub?

Wenn die Annahme eines Pakets nicht vereinbart wurde, gibt es übrigens keine Frist, in welcher der Nachbar das Paket dem Empfänger aushändigen muss. Wer also gerade dann in den Urlaub fährt, braucht keine Angst zu haben, denn rechtlich handelt es sich dabei um ein sogenanntes Gefälligkeitsverhältnis.

Gibt’s die Adresse?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, Pakete für Personen, die man nicht kennt, abzulehnen. Handelt es sich um Betrug, wird der Absender versuchen, Schadensersatz zu verlangen. Da wird natürlich zuerst die Person belangt, die das Paket angenommen hat. Es muss zwar einen Nachweis geben, dass man als Nachbar wusste, dass es die Empfängeradresse nicht gibt – dieses Risiko will man jedoch mit Sicherheit nicht eingehen.

Als Paketzusteller ist man den ganzen Tag an der frischen Luft. Foto: Deutsche Post AG

Paketzusteller im Einsatz. Foto: Deutsche Post AG

Wie sieht es mit der Haftung aus?

Wer haftet? Hier ist zu unterscheiden, wie mit dem Paket umgegangen wird. Beschädigt der Nachbar das Paket mit Absicht oder ist schuld an einem Diebstahl? Ein Paket einfach vor die Tür des Empfängers zu legen ist zum Beispiel fahrlässiges Handeln. In diesem Fall macht sich der Nachbar haftbar, da er durch Annahme des Pakets dafür verantwortlich ist.

Ist der Zustand des Pakets egal?

Nein, wie auch bei eigenen Paketen sollte die Sendung nicht angenommen werden, wenn der Karton offensichtlich beschädigt ist. Sieht man die Beschädigung nicht und nimmt das Paket trotzdem an, kann man als Nachbar jedoch nicht belangt werden. In diesem Fall muss der Empfänger sich mit dem Absender in Verbindung setzten, der dann beim Paketdienst eine Schadenmeldung machen kann, um zu prüfen, wie der Schaden entstanden ist.


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Wer ist eigentlich der Nachbar?

Teilen sich Nachbarn das gleiche Stockwerk, den Eingang oder doch das Haus? Im Mehrfamilienhaus bezieht man sich auf die anderen Hausbewohner, in der Hochhaussiedlung dagegen vielleicht lediglich auf die Bewohner der eigenen Etage. Rechtlich ist der Begriff nicht eindeutig geklärt und variiert zwischen den verschiedenen Paketdiensten.

Arbeit im Team als Sortierer bei der Deutschen Post. Foto: Deutsche Post AG

Arbeit im Team als Sortierer bei der Deutschen Post. Foto: Deutsche Post AG

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