Erstsemester beim Bierpong spielen. Foto: Dominik Ziegler
Erstsemester beim Bierpong spielen. Foto: Dominik Ziegler

Witzige Aufgaben treffen auf viel Alkohol: Stadtrallye als Ersti-Tradition

Es ist die Zeit zwischen der letzten Septemberwoche und der letzten Oktoberwoche – die Blätter fallen, die Vorlesungen beginnen und viele Studienanfänger beginnen einen neuen Bildungsabschnitt. Und damit sie sich so richtig in der Uni, FH und in der Stadt wohlfühlen, gibt es ein breites Angebot an Einführungsveranstaltungen, Erstsemesterpartys und Sonstigem. Eine typische Tradition hierbei sind die Stadtrallyes, die im Rahmen der Ersti-Tage stattfinden. Hierbei erkundet man gemeinsam mit neuen Leuten die Stadt und bewältigt dabei als Gruppe Aufgaben – dabei wird aber auch kräftig Alkohol konsumiert.

Hilfreiche Ersti-Tage

Organisiert werden die Tage normalerweise von den Fachschaften der jeweiligen Fakultäten. Erfahrene Studenten geben den Erstis eine Einführung in das Studentenleben, beantworten Fragen zu den Universitätsangelegenheiten und geben nützliche Insiderinfos raus. Nebenbei lernt man viele neue Leute kennen, die vielleicht zum festen Bestandteil des studentischen Lebens werden können.

Stadtrallye als Highlight

Eine bestimmte Ersti-Aktion ist dabei sehr spektakulär und auch als Nicht-Student lustig anzusehen: Die Ersti-Stadtrallye. In kleinen Gruppen, die vorher ausgelost wurden, zieht man los in die große weite Studentenstadt. An den Stationen, die quer über ganz Würzburg verteilt werden, werden lustige Spielchen gespielt und Aufgaben bewältigt, um letztendlich die meisten Punkte zu sammeln und einen begehrten Gruppenpreis abzustauben. Nebenbei wird die den meisten noch unbekannte Stadt erkundet, was gemeinsam deutlich mehr Spaß macht, als alleine.

Gruppenmerkmal: schmuckes Stamperl

Doch so ganz ohne Haken verläuft diese Aktion nicht – denn man wird ordentlich zum Trinken animiert. Oft sind die Teilnehmer an einem ganz speziellen Accessoire erkennbar – ein kleines Schnapsglas, das sie an einer Schnur gebunden um den Hals tragen. Das wird benötigt, um mit flüssigem „Glück“ versorgt zu werden. Und davon gibt es reichlich!

Trinkfestigkeit obligatorisch

An der Station angekommen, gibt es erstmal einen Shot, manchmal auch zwei, und das am helllichten Tag. Die werden vor allem dafür benötigt, um die teils peinlichen Aufgaben erfüllen zu können. Noch bevor das 1. Semester beendet (oder begonnen) wurde, wird das Klischee „Studenten saufen viel“ gleich mal in aller Öffentlichkeit bestätigt. Letzten Endes trinkt jeder an einer Station in etwa 2-5 Shots und ist damit auch wirklich mehr als angeheitert.

Deswegen haben sich manche Fachschaften auch was einfallen lassen: ein organisiertes Frühstück, dass vorher gemeinsam eingenommen wird, um gleich mal eine gute Grundlage für den zu erwartend hohen Alkoholkonsum zu schaffen.

Aufgaben sorgen für öffentliches Aufsehen

Mit den Aktionen an den einzelnen Stationen wird oft großes Aufsehen bei den vor Ort befindlichen Passanten erregt. Das stört die Studenten bei einem gewissen Alkoholpegel allerdings nicht mehr, noch dazu, weil der Gruppenzwang dominiert und man nicht der „Spaßverderber“ sein möchte.

Der Sinn hinter der Massenalkoholisierung ist allerdings fraglich, vor allem, da die Teilnehmer die junge Bildungselite der Universität und der Hochschulen repräsentieren und somit potentielle zukünftige Führungskräfte darstellen. Studenten werden ohnehin schon oft genug von Nicht-Studenten belächelt, geht es um die Wohnungssuche, Verlässlichkeit oder Finanzen.

Die Rallyes vermitteln dabei also nicht unbedingt ein seriöses Bild an die Außenstehenden, die entweder erstaunt, schmunzelnd oder kopfschüttelnd auf die Studis reagieren.

Finanzielle Unterstützung

Betrachtet man den Organisationsaufwand der Fachschaften, so kommt erstmal die Frage auf, wie das Ganze eigentlich finanziert wird. Hierbei gibt es Fachschaften, die von jedem einen Teilnehmerbetrag einsammeln, um die Unkosten zu decken. Die ADF der Wirtschaftswissenschaften zum Beispiel stützt sich noch zusätzlich auf Sponsoren, wie z.B. bekannte Getränkefirmen und generiert Einnahmen aus Veranstaltungen wie Ersti-Partys oder Glühweinverkauf.

Kostenaufwand

Wie viel sie sich das genau kosten lassen, das möchten die Fachschaften allerdings nicht verraten. Dennoch lässt sich schätzen, dass bei einer Teilnehmerzahl von zum Beispiel 250 Erstis – egal welcher Fakultät angehörend, die an zehn Stationen je durchschnittlich drei Schnapsgläser trinken, etwa 200 Flaschen Schnaps benötigt werden. Je nachdem, ob die Flasche 7 € oder doch 10 € kostet, ergeben das Gesamtkosten von etwa 1.400 € bis 2.000 € für das Event, was in etwa zwischen 5,50 € und 8 € pro Teilnehmer sind. Oft trinken die Tutoren der Stationen auch noch ordentlich mit, dass noch zusätzlich mit ein paar Flaschen mehr zu rechnen ist.

Gruppenaufgaben schweißen zusammen

Die zu bewältigenden Gruppenaufgaben sind vielfältig und reichen von klassischen Partyspielchen wie Kartenküssen, zu Orientierungsaufgaben, bei denen bestimmte Räumlichkeiten der Uni aufgesucht werden müssen und peinliche Aufgaben, bei denen auch eine Portion Mut dazu gehört. Das schweißt ordentlich zusammen, und so entstehen in nur kürzester Zeit Freundschaften, die im besten Fall noch bis Ende des Studiums bestehen. Und das, obwohl man sich zu Beginn des Tages oft noch gar nicht kannte.

Eins nehmen die Studenten auf jeden Fall mit aus den Erstirallyes: eine erste lustige Erinnerung gemeinsam mit ihren Kommilitonen, auf die sie noch lange zurückschauen werden. Ob das mit dem gesteigerten Konsum von Alkohol einhergehen muss, sei aber dahingestellt.

 

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