Die Winzerfamilie Schubert vor dem Eingangsschild. Foto: Sigrid u. Günther Schubert
Die Winzerfamilie Schubert vor dem Eingangsschild. Foto: Sigrid u. Günther Schubert

Die Weinwerkstatt Schubert: Eine kleine Weinoase in Waldbrunn

Heckenwirtschaften in Mainfranken: Das gehört so zusammen wie das Brot und die Butter oder wie Kuchen und der Zucker. Die meisten „Hecken“ haben schon eine lange Tradition und öffnen ihre Türen jede Saison aufs Neue um ihren Gästen deftige, fränkische Speisen und den eigenen Wein zu bieten. Auch die Winzerfamilie Schubert tut dies nun seit 15 Jahren noch immer mit Herzblut und teilt die Liebe zum Wein jede Saison mit ihren Gästen in ihrer Heckenwirtschaft.

Heckenwirtschaften in und um Würzburg

Wir durften mit den Winzern ein interessantes Interview führen und mehr erfahren über die Tradition der  Heckenwirtschaften, die Motivation jede Saison aufs Neue zu öffnen und den ganz eigenen Charme, den die Franken so haben.

Der Winzer beim Bedienen seiner Gäste – jetzt schon seit 15 Jahren. Foto Sigrid und Franz Schubert

Würzburg erleben (WE): Was ist das Besondere an den fränkischen Heckenwirtschaften?

Für fränkische Heckenwirtschaften ist es unseres Erachtens das Besondere, dass sie ihren eigenen – vor allem den fränkischen – Charme haben.

Fränkischer Charme würde heißen:

  • eigentlich ist der Franke ja eher unnahbar und trotzdem wird zusammengerückt, wenn der Platz mal eng wird.
  • erst sind die Franken „ eher im Gespräch verhalten, dann, meist nach fortgeschrittenem Abend, geht es aber locker von der Zunge“
  • dabei stellt man im Gespräch fest, dass die „Welt ja so klein ist und man sich eigentlich in Franken doch so kennt und Gemeinsamkeiten hat“
  • dass, „weil der Franke ja von Natur aus sparsam ist, sein Geld lieber in mehreren Schoppen Wein anlegt, als dass er in der Nobelgastronomie vielleicht nicht satt wird“

WE: Was ist das Besondere an eurer Heckenwirtschaft? 

Unsere Heckenwirtschaft liegt in einer absoluten Weinoase. Weit und breit gibt es keinen Wengert zu sehen. Was glaubt ihr, was da an Erklärungsnot da war und teilweise noch ist. Aber wie heißt es schon in der Bibel: „Der Weinberg kommt nicht zum Herrn, sondern der Herr muss zum Weinberg“.

Die Winzer im Weinberg und auf einer Austellung ihres fertigen Weines. Foto: Sigrid und Günther Schubert

Die Winzer im Weinberg und auf einer Austellung ihres fertigen Weines. Foto: Sigrid und Günther Schubert

Als wir unsere Heckenwirtschaft vor 15 Jahren in dieser Weinoase, in Waldbrunn, 12 km westlich von Würzburg, eröffneten, wussten wir natürlich auch nicht, ob so etwas überhaupt angenommen wird. Hier überzeugten natürlich der wunderschöne Neubau mit dem tollen Ambiente und der architektonisch einmaligen Bauweise: alles offen, großzügig und mit freier Innensicht auf die Dachkonstruktion in Holzbauweise im mediterranen Stil mit wohnlichem Flair. Auch der zugehörige Garten, mit dem Blick in die fränkische Toskana, hat seinen unvergleichbaren Reiz.

Sicherlich hat das Gesamtkonzept zur Eröffnung, nämlich Frankenweine in Verbindung mit Weinevents und Heckenwirtschaftsgastronomie, zum Erfolg beigetragen. Unterstützt haben dies Veranstaltungen, wie Kabaretts, Adventsmarkt im Weinkeller, Lange Kunstnächte etc.

WE: Gibt es eine besondere Anekdote, die ihr in den letzten Jahren so erlebt habt?

Vor einiger Zeit fragte uns ein befreundeter Deutsch-Chinese, ob wir für sechs seiner Kollegen eine kleine Weinkellerführung plus Weinprobe machen können, damit sie eine echte „fränkische Heckenwirtschaft“ kennenlernen. Da der Besuch noch am gleichen Tag außerhalb unserer Öffnungszeiten stattfinden sollte und wir unterwegs waren, fragten wir kurzerhand unsere Schwiegertochter, ob sie die Führung machen könnte.

Leckeres Essen und gemütlicher Gastraum: typisch für Fränkische Heckenwirtschaften. Foto: Sigrid und Günther Schubert

Leckeres Essen und gemütlicher Gastraum: typisch für Fränkische Heckenwirtschaften. Foto: Sigrid und Günther Schubert

Sie erklärte sich einverstanden und wollte alles Weitere mit unserem Bekannten besprechen. Als sie mit ihm telefonierte, stellte sich jedoch heraus, dass nicht nur eine „handvoll“ seiner Kollegen kommen wollten, sondern ein ganzer Reisebus! Gottseidank hat unsere Schwiegertochter schnell reagiert und uns doch noch um Unterstützung gebeten. Das war auch sehr gut so, denn kurze Zeit später war unsere Heckenwirtschaft rappelvoll mit Chinesen. Unser Bekannter dolmetschte währen der Kellerführung und am Ende rissen uns die chinesischen Reisenden förmlich die Winzerplatten und natürlich die Bocksbeutel-Weine aus den Händen! Wir waren natürlich begeistert und unsere Schwiegertochter erleichtert, dass sie den ganzen Reisebus nicht alleine „bewältigen“ musste.

WE: Wie lange gibt es eure Heckenwirtschaft schon?

Eröffnet haben wir unserer Heckenwirtschaft am 03. Juli 2003. Insgesamt waren es damit seitdem dann 36 Heckenwirtschaftsperioden also immer im Frühjahr und Herbst und teilweise dann auch noch zusätzlich im Sommer.

WE: Was ist die Motivation, die euch Saison für Saison die Wirtschaft erneut öffnen lässt?
Wir arbeiten in der schönsten Branche Frankens – dem Weinbau und mit Heckenwirtschaft. Was teilweise Stress und Hektik mit sich bringt, ist aber alles vergessen, wenn die Gäste und Kunden froh sind und immer wieder gerne kommen. Unvergleichlich schön!

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