Noch immer hängen in der Stadt Wahlplakate. Fotos: Katharina Kraus
Noch immer hängen in der Stadt Wahlplakate. Fotos: Katharina Kraus

Würzburger Wahlplakate – eine nie endende Geschichte?

Auf dem Weg in die Uni oder Arbeit begegnen einem immer wieder diese Gesichter. Vertraute Gesichter – sind sie Bekannte, oder sogar Freunde? Fast hätte man Markus Söder ein ‘Servus’ zugeworfen, aber es ist nur ein Plakat, mit seinem Gesicht – welch’ Enttäuschung. Seit Wochen stößt man in Würzburg immer wieder, an jedem noch so kleinen, freien Fleck, auf Wahlwerbung. Aber die Wahl war bereits am vergangenen Wochenende. Ist gleich die Nächste? Oder steht die Landtagswahl 2018 in Bayern noch bevor und dieser Absturz der CSU, wie auch der SPD, war nur ein (für manche böser) Traum?

Pimp my Wahlplakat

Aber nein, Mitten auf der Stirn von Patrick Friedl fällt einem ein roter Sticker auf: “Danke für Ihre 30%”. Die Wahl ist wohl doch schon vorbei. Alles ist die (bittere) Realität. Die AfD hat tatsächlich 10,2% geholt. Trotzdem lächeln uns die Spitzenpolitiker sämtlicher Parteien weiterhin aus allen Richtungen entgegen. Mitunter werden die Plakate sogar noch mit offiziellen “Danke”-Stickern verschönert, anstatt sie abzunehmen. Und dass, obwohl sich ein jeder Bürger – grün oder nicht – nach der Zeit sehnt, in der er nicht mehr jeden Morgen von einem Dutzend Paar Augen Schritt für Schritt verfolgt wird.

Aber wann ist es endlich so weit?

Die Stadt Würzburg ermöglicht es den politischen Parteien, ab acht Wochen vor der Wahl genehmigungsfrei Plakatständer und Plakattafeln im öffentlichen Straßenraum anzubringen, so Pressesprecher Christian Weiß. Die Werbeplakate müssen dann aber zeitnah nach der Wahl von den Parteien aus dem öffentlichen Verkehrsraum entfernt werden, spätestens jedoch drei Tage nach der Wahl, also eigentlich bis Mittwoch, den 17. Oktober 2018 – gestern, so die Anweisung der Stadt, die noch vor der Wahl an alle Parteien ging. Die Wahlplakate sollten also eigentlich schon längst aus unserem Blickfeld verschwunden sein.

Nur noch Müll oder ausgefeilte Taktik

Es stellt sich die Frage, wieso sich die Parteien nicht sofort um eine Entsorgung ihrer Plakate kümmern. Sehen die Politiker einfach gerne ihre Gesichter in Maximalgröße in jeder noch so dunklen Straßenecke? Denken die Führungskräfte unseres Freistaates, wir genießen es, sie einmal Lächeln zu sehen – wenn auch nur auf einem Plakat? Unabhängig möglicher Gründe, bleibt nur zu hoffen, dass die Parteien sich alsbald um eine rückstandslose Entfernung sämtlicher Werbematerialien bemühen. Dies könnte sich sogar bei der nächsten Wahl positiv nutzen lassen: “Umweltfreundlichkeit und Müllentsorgung liegen uns am Herzen – Wir entfernen unsere Wahlplakate sofort.”

Selbstjustiz: Rächer der Stadt

Sollte der ein oder andere politische Fanatiker die Ergebnisse nicht so gut verdauen können, und mit dem Gedanken spielen, die Überbleibsel der Wahl selbstständig zu entfernen, so lohnt sich zuvor ein Blick in unseren Artikel zur Beschädigung von Wahlplakaten.

Auch könnt ihr an dieser Stelle die Geschichte über das wohl meist diskutierte Plakat in Würzburg nachlesen.


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