Heidi Gorner/Görner (rechts) und ihre beste Freundin Barbara. Foto: Heidi Orton
Heidi Gorner/Görner (rechts) und ihre beste Freundin Barbara. Foto: Heidi Orton

Auf der Suche nach Heidi

Liebe überwindet alle Grenzen. Nach dem zweiten Weltkrieg kamen viele US-Soldaten nach Deutschland. Viele verliebten sich Hals über Kopf in deutsche Mädchen und aus dem anfänglichen Verknalltsein wurden Hochzeit, Auswanderung und Kinder, die aus der internationalen Liebe hervorgingen. Auch in Würzburg waren von 1945 bis 2008 mehrere tausend junge GI’s stationiert. Aber nicht immer gab es bei den fränkisch-amerikanischen Liebesgeschichten ein Happy End. Leider auch nicht bei der bewegenden Geschichte von Walter Smith. Aber beginnen wir von vorn.

Ungewöhnlicher Hilferuf

Vor einigen Wochen wendete sich eine Dame aus den USA mit einem etwas ungewöhnlichen Anliegen an unsere Redaktion:

„Hallo, mein Name ist Heidi Orton und ich lebe in den USA. Ich suche schon seit Längerem nach einer Freundin meines Vaters, der von 1956 bis 1960 in Würzburg stationiert war. Ich habe nur ein Foto, auf dem Heidi Gorner und Barbara Gorner zu sehen sind. Gorner könnte allerdings auch mit einem „ö“, also Görner, geschrieben werden – da bin ich mir nicht ganz sicher (…) Ich wünsche mir so sehr, Heidi oder einige ihrer Verwandten zu finden. Vielen Dank!“

Aber warum wollte die Dame Heidi Gorner/Görner so dringend finden? Das machte die Redaktion neugierig und wir fragten weiter nach. Was sie uns erzählte, klang wie das Drehbuch eines Hollywoodfilms.

Hollywoodreife Liebesgeschichte

Ortons Vater, Walter Smith, war gerade einmal 18 Jahre, als er als Private der US Army nach Würzburg kam. Stationiert war der junge Mann damals in den Emery Barracks in der Dürrbachau. Eines Tages (Frau Orton grenzt den Zeitraum zwischen dem 23. Mai 1959 und dem 16. September 1960 ein), traf Walter Smith Heidi Gorner/Görner und ihre Schwester Barbara in einem nahegelegenen Park mit Blumenbeeten und Bänken. Gemeint war damit vermutlich der Ringpark, denn Ortons Vater erwähnte, dass er sich in der Nähe der Überreste des „Schlosses“ befand. Die beiden Mädchen gingen damals noch zur Schule und spazierten regelmäßig durch den Park – vielleicht auf ihrem täglichen Weg nach Hause.

Walter Smith während seiner Zeit bei der US Army. Foto: Heidi Orton

Walter Smith während seiner Zeit bei der US Army. Foto: Heidi Orton

Ihrem Vater fiel besonders Heidi auf und nach einiger Zeit fasste er sich ein Herz und sprach sie an. Die beiden fingen an, sich regelmäßig zu treffen und während seiner kurzen Zeit in Würzburg verliebte sich Walter Smith unsterblich in die damals 15-jährige Heidi. Doch die junge Liebe stand unter keinem guten Stern: Heidis Eltern waren gegen die Beziehung. Dazu kam, dass Walters Einsatz in Würzburg im Jahr 1960 beendet war und er zurück in die USA musste.

Ein Versprechen für die Ewigkeit

Kurz bevor Walter Würzburg verließ, verabschiedete er sich von Heidi. Sie äußerte ihm gegenüber einen besonderen Wunsch: Er solle seine erstgeborene Tochter nach ihr benennen. Heidi war Walter Smiths erste große Liebe und über viele Jahre versuchte er, sie zu finden – vergeblich. Sein Versprechen aber hat er gehalten. Und zwar mit dem Vornamen seine Tochter: Heidi Orton, die Dame, die uns kontaktierte.

Heidi Gorner/Görner (links) und ihre Schwester Barbara. Foto: Heidi Orton

Heidi Gorner/Görner (links) und ihre Schwester Barbara. Foto: Heidi Orton

Eine solch tragisch-schöne Geschichte kann tatsächlich nur das Leben selbst schreiben. Leider jedoch ohne Happy End: Am 25. Juni 2018 verstarb Walter Smith, ohne seine fränkische Heidi gefunden zu haben. Im Gedenken an ihren geliebten Vater und um ihm seinen letzten Wunsch posthum doch noch erfüllen zu können, möchte seine Tochter die Suche nun dennoch zu Ende bringen und Heidi Gorner/Görner finden.

Vielleicht doch ein Happy End?

Und an dieser Stelle brauchen wir Hilfe: Wer erkennt die beiden Mädchen Heidi und ihre Schwester Barbara oder auch Walter Smith auf den Bildern und hat Kontakt zu ihnen? Und wer weiß, ob es im Würzburger Raum noch Verwandte gibt?

Wir freuen uns schon jetzt auf zahlreiche Nachrichten in den Kommentaren oder per Mail an redaktion@wuerzburgerleben.de.

Vielen Dank bereits, auch im Namen von Heidi Orton und ihrem Vater.

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