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Der Ludwigsbahnhof im Jahr 1958. Foto: Archiv Willi Dürrnagel
Der Ludwigsbahnhof im Jahr 1958. Foto: Archiv Willi Dürrnagel

Der Würzburger Ludwigsbahnhof

An der Stelle, wo heute im Mainfrankentheater Würzburg Opern-, Ballett- und Theatervorführungen gegeben werden, gab es bis 1864 ein Schauspiel ganz anderer Art: Eisenbahnzüge brachten Reisende und Güter in die Stadt oder wieder hinaus, Händler boten am damaligen „Ludwigsbahnhof“ ihre Waren feil.

Modell durch Bürgerinitiative

Diese Zeit ist schon lange vorbei, und damit sie nicht ganz in Vergessenheit gerät, konnte eine Initiative des Bürgerforum Würzburg, gemeinsam mit dem Club der Modelleisenbahner Würzburg e.V., mit einem originalgetreuem Modell des Ludwigbahnhofs diesen Teil der Würzburger Geschichte in die Gegenwart retten.

Nachdem das Modell die letzten Jahre leider in einer Garage sein Dasein fristen musste, hat es nun seinen hoffentlich vorletzten Standort in der Beethovenstr. 5 erreicht – in den Räumlichkeiten der Beethovengruppe.

Ludwigshalle mit Straba. Archiv: Willi Dürrnagel

Ludwigshalle mit Straba. Archiv: Willi Dürrnagel

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Das Vorbild

Im Jahre 1854 wurde Würzburg über die Ludwigs-West-Bahn an das bayerische Eisenbahnnetz angeschlossen. Da die Stadt zu diesem Zeitpunkt noch Festungsstadt war, konnte der Bahnhof nur als Kopfbahnhof innerhalb der Festungswälle angelegt werden. Seitens der Militärbehörden wurde nur ein doppelgleisiger Durchstich der Wallanlage (in etwa der Lage des heutigen Berliner Rings) erlaubt. Das Empfangsgebäude befand sich an der Stelle des heutigen Mainfranken-Theaters.

Blick auf den Alten Bahnhof im Jahr 1938. Archiv: Willi Dürrnagel

Blick auf den Alten Bahnhof im Jahr 1938. Archiv: Willi Dürrnagel

Neben dem eigentlichen Bahnhof umfasste die Anlage eine Güterhalle, eine Wagenhalle und einen Lokschuppen mit Maschinenhaus. Bereits 1864 verlor der Bahnhof seine Funktion, da aufgrund weiterer nach Würzburg führender Bahnstrecken (Ansbach, Lauda, Nürnberg) ein neuer Durchgangsbahnhof außerhalb des Festungsringes erbaut werden musste. Die letzten Teile des alten Bahnhofs wurden erst beim Bau des Stadttheaters abgebrochen.

Das Modell

Das Modell des Ludwigs-Bahnhofs wurde aufgrund der Forschungsarbeit des damaligen Leiters des Unterfränkischen Verkehrsmuseums, Prof. Dr. Hans-Peter Schäfer, in den 1990er Jahren erbaut. Alle Details des Bahnhofs wurden exakt getreu der Original-Pläne des Architekten Gottfried Neureuther im Maßstab 1:87 nachgebildet. Insbesondere bei den Lokomotiv- und Wagenmodellen handelt es sich um hochwertige Einzelstücke, die in liebevoller Handarbeit gefertigt wurden.

Ansicht des Ludwigsbahnhof als Modell. Foto: Bürgerforum Würzburg

Ansicht des Ludwigsbahnhof als Modell. Foto: Bürgerforum Würzburg

Nach der Auflösung des Gemündener Verkehrsmuseums wurden die hochwertigsten Exponate durch die Stadt Gemünden verkauft. Um das Modell dauerhaft in Würzburg ausstellen zu können, wurden vom Bürgerforum Würzburg Spendengelder von vielen engagierten Würzburger Bürgern gesammelt und das Bahnhofsmodell nach Würzburg verbracht. Leider kam es nie zu der geplanten festen Aufstellung im Foyer des Stadttheaters (nahe dem ehemaligen Originalstandort), sondern das Modell konnte lediglich an wechselnden Orten unregelmäßig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Modell des Ludwigsbahnhof. Foto: Bürgerforum Würzburg

Nun endlich hat das Modell des Ludwigsbahnhofs in den Räumen der Beethovengruppe in der Beethovenstraße 5 seinen vorläufig vorletzten Standort gefunden. Nach Entwicklung des Posthallenareals soll es abschließend noch ein letztes Mal umziehen und im Foyer der dortigen Gebäude in der Nähe des Würzburger Hauptbahnhofs seinen endgültigen Standort finden.

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Weitere Informationen

Eine Initiative des Bürgerforum Würzburg und des Clubs der Modelleisenbahner Würzburg e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses einmalige Stück Würzburger Geschichte zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Weitere Informationen gibt es bei Stadträtin Charlotte Schlossareck (Bürgerforum Würzburg), Tel. 0931 50090 und per Mail cs@buergerforum-wuerzburg.de.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Bürgerforums Würzburg.

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