Würzburg im Herbst. Foto: Pascal Höfig
Würzburg im Herbst. Foto: Pascal Höfig

Gastbeitrag: Der Herbst in Würzburg

Gasbeitrag von Leni Striegel.

Es ist Mitte Oktober, die Weinberge sind herbstlich gefärbt und die ersten Blätter fallen. In allen bekannten und unbekannten Cafés wird mit Federweißer gelockt und der Blick von der Alten Mainbrücke mit und ohne Schoppen ist unbezahlbar. Die Festung erstrahlt beim Sonnenuntergang in vollem Glanz und schon bald werden auf Facebook Veranstaltungen wie „eine Führung durch die Weinkeller“ der Spitäler angeboten und zu Konzerten in der Residenz eingeladen. Es ist traumhaft, es ist Würzburg.

Sie sind überall: Die Erstis

Doch beim Gang durch die Stadt wird das harmonische Bild gestört. Es sind nicht die Touristen, die noch eben ein Bild vor dem Dom oder dem Falkenhaus machen wollen. Im Gegenteil, das Rathaus ist rappelvoll, also Zugezogene. Die Termine für die nächsten vier Wochen sind ausgebucht und überhaupt was machen diese freizügig gekleideten jungen Menschen in großen Scharen über die Stadt verteilt eigentlich? Grölend und gackernd binden sie ihre Kleider zusammen, gewärmt vom Alkohol. Sie sind plötzlich überall: Die Erstis.

Erstsemester beim Bierpong spielen. Foto: Dominik Ziegler

Erstsemester beim Bierpong spielen. Foto: Dominik Ziegler

„Wo ist denn diese Alte Mainbrücke?“

Öffentliche Verkehrsmittel sollten fortan wegen Überfüllung, besonders Richtung Uni, gemieden werden. Am besten auch Augenkontakt, ansonsten winken Fragen wie „Wo ist denn diese Alte Mainbrücke?“ von bereits stark angeheiterten nicht immer ganz ernstzunehmenden, gerade erst von daheim ausgezogenen, jungen Leuten. Sie sind furchtbar aufgeregt und aufgedreht, viele „Einheimische“ regen sich einfach nur noch auf.

Teil von Würzburg

Aber es gehört einfach dazu wie der Wein zur Alten Mainbrücke und der Frankoniabrunnen zur Residenz. Es ist Würzburg. Und für die, die es nicht lieben, heißt es abwarten, denn in wenigen Monaten haben sich die neuen Bewohner/innen eingelebt und schon im Frühjahr, wenn die ersten Abfalleimer mit Pizzakartons entlang des Mains gefüllt sind, erkennt sie keiner mehr. Ach Würzburg, du Perle.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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