Making of vom Covermodel. Josie hat sich zum Titelbild geposed! Foto: Yasemin Ikibas
Making of vom Covermodel. Josie hat sich zum Titelbild geposed! Foto: Yasemin Ikibas

Unser treuer Begleiter im Fokus – Wü Dogs

Ob Hundemensch oder nicht, das Herzensprojekt von Yasemin Ikibas trifft definitiv den Geschmack eines jeden Würzburgliebhabers. Die leidenschaftliche Tierfotografin hat sich zu Beginn dieses Jahres selbst das Ziel gesetzt einen Hunde Kalender in Würzburg zu kreieren. Hinter den wundervollen Aufnahmen steckt zudem noch eine gute Tat, mit jedem verkauftem Kalender spendet Yasemin an die Würzburger Tiertafel und leistet einen wunderbaren Beitrag zum Welthundetag wie wir finden. Wie genau die Idee und das Endergebnis entstanden sind, hat sie uns in einem kurzen Interview erzählt.

Mit frischem Blick durch die Heimatstadt

Würzburg erleben (WE): Wie ist die Idee für dein Herzensprojekt entstanden?

„Ich wollte schon länger etwas besonderes aus meinen Fotos machen. Bei einem Gespräch mit einer Freundin kamen wir zufällig darauf zu sprechen, dass es eigentlich ganz schön wäre, mit einem frischen Blick durch die Heimatstadt zu spazieren . Quasi als Tourist in der eigenen Stadt. Noch auf dem Heimweg sah ich mich ein wenig aufmerksamer um als sonst. Als ich dann über die Alte Mainbrücke lief, fiel mir eine Bildidee ein, die ich schon lange im Hinterkopf hatte: Einen Hund auf der alten Mainbrücke abzulichten. An diesen Grundgedanken wollte ich mit einer Fotoserie anknüpfen. Da ich großer Fan von gedruckten Fotos bin, war der gedankliche Schritt zum Kalender auch nicht mehr weit. Besonders Fotos erhalten in der heutigen Zeit deutlich an Wert, wenn man sie nicht ausschließlich auf einem Bildschirm ansieht und ein Kalender schien mir ein schöner Umfang für diese Fotostrecke zu sein.“

Wü Dog 2018

„Da ich zuvor schon Spenden für die Würzburger Tier Tafel gesammelt habe und das Feedback sehr herzlich war, wollte ich die ehrenamtliche Arbeit und das soziale Engagement weiter unterstützen und entschied mich 5€ pro verkauftem Kalender an diesen guten Zweck zu spenden.“

WE: War der erste Gedanke eher der Darstellung Würzburgs oder der der Hunde gewidmet?

„Ich wollte Würzburg aus einer anderen Perspektive zeigen und den Hund in einem urbanen Umfeld fotografieren. Dabei sollten Stadt und Tier mit gleicher Gewichtung abgebildet werden. Wenn ich ehrlich bin, stehen aber natürlich die Vierbeiner im Vordergrund.“

WE: Wie viel Planung steckt hinter so einem Kalender? 

„Der erste grobe Gedanke entstand diesen Februar. Bis die Idee jedoch eine Form annahm dauerte es noch eine ganze Weile. Ich musste mich für verschiedene Locations entscheiden, diese vorher besichtigen, Models finden, überlegen bei welchem Wetter oder welcher Tageszeit die Bilder entstehen sollen um eine optimale Lichtstimmung zu erhalten, wann ein guter Drucktermin wäre und der Verkauf losgehen sollte. Da die Planung etwas mehr Zeit in Anspruch genommen hat, als ich dachte, konnte ich erst im Juli mit der fotografischen Umsetzung beginnen.“

WE: Sind die 12 Kalenderbilder tatsächlich so schnell geschossen? 

„Während den Aufnahmen stellte sich dann heraus, dass beispielsweise eine Location wegen einer Veranstaltung für drei Wochen nicht verfügbar war, eine andere wurde innerhalb weniger Tage zwischen meiner letzten Besichtigung und der Fotosession umzäunt, an einer anderen tummelten sich zu viele Menschen. Ein Motiv habe ich sogar mit zwei verschiedenen Hunden fotografiert um später eine größere Auswahlmöglichkeit für den zu haben. Ich musste spontan umplanen, da sich die Hundebesitzer natürlich auch Zeit für die Fotos genommen hatten. Zum Glück konnte ich trotz aller Hürden meinen Zeitplan einhalten.“

Kulisse, Model und Fotograf im Einklang

WE: Wonach hast du deine Kulissen ausgewählt?

„Eigentlich spielte der Zufall auch eine große Rolle. Einerseits waren es Kulissen die ich schon länger im Auge hatte oder welche, die mir ganz spontan ins Auge sprangen. Ich wollte mich aber nicht ausschließlich auf die bekanntesten Wahrzeichen der Stadt beschränken. Auch die heimischen Würzburger sollten die Kulissen nicht unbedingt auf den ersten Blick sofort erkennen. Bei dem Kalender habe ich die Locations vorab teilweise mehrfach zu verschiedenen Uhrzeiten besucht um herauszufinden wann, wo und wie man sowohl den Ort und den Hund möglichst vorteilhaft abbilden kann. Einige Locations habe ich mir auch für kommende Projekte aufgehoben.“

Auch der Kameraaufbau vor den Kulissen spiel eine wichtige Rolle. Foto: Yasemin Ikibas

Auch der Kameraaufbau vor den Kulissen spiel eine wichtige Rolle. Foto: Yasemin Ikibas

WE: Wie bist du an deine Models gelangt? Wonach hast du sie ausgewählt?

„Tatsächlich habe ich lange darüber nachgedacht, welche Hunde im Kalender abgebildet werden sollen. Bei manchen Locations hatte ich eine konkrete Vorstellung im Kopf, andere Ideen waren anfänglich noch recht schwammig. Bevor es konkret losging hatte ich eine lange Liste mit Locations und Rassen oder bestimmten Fellfarben, die ich mir in den Locations gut vorstellen konnte. In den meisten Fällen habe ich auf Hunde zurückgegriffen, die bereits vorher schon einmal vor meiner Kamera standen. Ich wollte einfach sicher gehen, dass die Tiere in der Stadt nicht überfordert werden und ich verlässliche Halter am anderen Ende der Leine habe.“

WE: Gab es eine Art Hundecasting?

„Tatsächlich nicht. Zuletzt konnte ich mir über Kontakte und Bekannte sämtliche Wünsche für den Kalender erfüllen. Lediglich ein Dackel und ein Windhund fehlten mir noch. Wie der Zufall es so wollte, begegnete ich einer Hundehalterin die gemeinsam mit ihrem Zwergdackel und einem Whippet in Würzburg unterwegs war und sprach sie an. Es war ein wirklicher Glücksgriff. So gesehen kamen die Hunde (fast) von ganz alleine.“

Lob und Motivation sind das A und O

WE: Wie war die Zusammenarbeit mit den haarigen Vierbeinern? Wurden viele Leckerchen vergeben?

„Selbstverständlich! So eine Fotosession ist für die Hunde besonders anstrengend und funktioniert nur mit viel Lob und Motivation. Egal ob in Form von Leckerchen oder Spielen. Gerade in der Stadt fordert das viel Konzentration und Aufmerksamkeit. Bei der Arbeit mit Tieren jeder Art darf man nie vergessen, dass sie genauso wie wir auch mal einen schlechten Tag haben können, an dem die Ohren etwas tiefer hängen als sonst oder an denen sie nicht so motiviert sind und sich leichter ablenken lassen. Man kann die Fellnasen immer nur zur Mitarbeit bitten, gezwungen wird selbstverständlich niemand, man arbeitet schließlich zusammen – Model & Fotograf.“

Auch ein paar Streicheleinheiten zur Belohnung dürfen nicht fehlen! Yasemin mit ihrem März Model Janosch. Foto: Yasemin Ikibas

Auch ein paar Streicheleinheiten zur Belohnung dürfen nicht fehlen! Yasemin mit ihrem März Model Janosch. Foto: Yasemin Ikibas

WE: Ist einer der treuen Begleiter auf den Kalenderbildern deiner?

„Tatsächlich nicht. Ich habe mir mit einem Augenzwinkern den Titel „hundelose Hundefotografin“ verliehen. Ich arbeite zwar daran den zweifelhaften Titel loszuwerden, gerade ist der richtige Zeitpunkt für einen eigenen Hund für mich aber noch nicht gekommen.“

WE: Hunde- oder Katzenmensch?

„Ich bin sehr tierlieb und mag auch Katzen sehr gerne! Wenn ich aber vor die Wahl gestellt werde, würde ich mich aber immer wieder für den Partner mit der kalten Schnauze entscheiden.“

WE: Wie schaffst du es, die Kulissen und deine Models so perfekt in Szene zu setzen?

„Im Laufe der Zeit hatte ich auch sehr konkrete Bilder im Kopf, die ich in den meisten Fällen auch genau so umsetzen konnte. Das klingt jetzt sehr steif und geplant, war es aber überhaupt nicht. Manchmal musste ich einfach vor Ort etwas Herumprobieren oder meinen eigenen Plan über den Haufen werfen. Spontanität hat dahingehend noch nie geschadet. Wenn ich fotografieren gehe habe ich auch immer zwei hilfreiche Begleiter im Gepäck: Ruhe und Geduld. Manchmal brauche ich mehr davon, manchmal weniger. Am Ende des Tages sammle ich mit meiner Kamera einfach nur ein paar authentische Augenblicke, die ich mit einer süßen Fellnase und einem motivierten Herr- und Frauchen teile.“

WE: Was willst du den Menschen mit deinem Projekt ans Herz legen?

„Ich würde mich freuen, wenn der Eine oder Andere sich inspiriert fühlt von Zeit zu Zeit mal wieder mit einer gesunden Neugier durch die eigene Stadt zu schlendern. Außerdem wäre es mir ein Anliegen jedem Interessenten nahezulegen sich mit der Arbeit des TierTafel Würzburg e.V. auseinanderzusetzen, da die ehrenamtliche Arbeit die dort geleistet wird mit viel Herz und Leidenschaft erledigt wird.“

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