Denkmal am Berliner Platz: Stück der Berliner Mauer. Foto: Pascal Höfig
Denkmal am Berliner Platz: Stück der Berliner Mauer. Foto: Pascal Höfig

Zum 28. Mal Tag der Deutschen Einheit

Der 3. Oktober wurde als Tag der Deutschen Einheit im Einigungsvertrag 1990 zum gesetzlichen Feiertag in Deutschland bestimmt. Somit ist der 3. Oktober seit beinahe drei Jahrzehnten der wichtigste gesamtdeutsche Feiertag. Dieses Jahr finden die offiziellen Feierlichkeiten zum 28. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung in Berlin statt.

Würzburg und die Einheit

Auch in Würzburg gibt es ein paar Zeugnisse der Wiedervereinigung. Beispielsweise trägt die nördlichste Brücke im Stadtgebiet den Namen: Brücke der Deutschen Einheit. Die Brücke wurde ursprünglich unter dem Namen „Talaverabrücke“ 1989 geplant, 1990 begann die Realisierung schließlich unter neuem Namen. Am 3. Oktober 1992 wurde die Brücke der Deutschen Einheit eingeweiht. Ein Denkmal am Brückenaufgang thematisiert die Teilung Deutschlands und die Wiedervereinigung.

Die Brücke der Deutschen Einheit in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Die Brücke der Deutschen Einheit in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Auch am Berliner Platz gibt es ein Stück deutscher Geschichte zu betrachten. Hier wurde im Ringpark nach der Wiedervereinigung ein Stück der Berliner Mauer aufgestellt. Die Inschrift am Fuß des Segments lautet: „WIDER DAS VERGESSEN Originalstück der Berliner Mauer, die von 1961 bis zum Mauerfall 1989 auf einer Länge von 155 km stand und etwa 130 Menschen das Leben kostete. Gestiftet 2008 von Rudi May – Würzburg“.

Ein Stück der Berliner Mauer. Foto: Pascal Höfig

Ein Stück der Berliner Mauer. Foto: Pascal Höfig

Weg zur Wiedervereinigung

Am 1. Mai des Jahres 1989 begann Ungarn seine Sperrzäune nach Österreich abzubauen . Zu dieser Zeit hatte sich in der DDR bereits eine starke Widerstandsfront in der Vereinigung „Neues Forum“gegründet . Diese Bewegung hatte ihre Wurzeln in Berlin und Leipzig und wurde in der Hauptsache von Wissenschaftlern und Künstlern getragen .

Im Sommer 1989 nutzten viele DDR-Bürger die offenen Genzen in Ungarn, um in den freien Westen zu fliehen. Trotz der zunehmenden Flüchtlingsströme sonnt sich die SED-Führung bei ihren Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR im eigenen Glanz.

Wer zu spät kommt

Die Warnung des damaligen Sowjetischen Staatschefs Michael Gorbatschow an seinen DDR-Kollegen Erich Honecker – „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ – erweist sich endgültig als wahr, als das unterdrückte Volk bei den Montags-Demonstrationen die friedliche Revolution einleitet.

Da sich die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) aufgrund der immer größer werdenden Anzahl an Demonstranten und Aufständischen nicht länger an der Macht halten kann, öffnet die DDR am 9 . November nach mehr als 28 Jahren ihre Grenzen. Der Anfang vom Ende der Deutschen Demokratischen Republik.

Deutschland einig Vaterland

Die Menschen im Osten Deutschlands wollten vor allem ihre Freiheit und Selbstbestimmung zurück und auch die D-Mark als stabile und international respektierte Währung war eine weitere Motivation die innerdeutsche Spaltung zu beenden. Bereits im März 1990 wurden die ersten freien und geheimen Wahlen angesetzt.

Die Regierung um den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) wirbt mit den Slogan „Deutschland einig Vaterland“ und verspricht eine schnelle Wiedervereinigung. Nicht nur deswegen geht Helmut Kohl auch als „Einheitskanzler“ in die deutsche Geschichte ein.

Zustimmung erforderlich

Eine wesentliche Voraussetzung für die Wiedervereinigung ist jedoch die Zustimmung der Sowjetunion, zu deren Machtbereich die DDR zur damaligen Zeit gehörte. Rechtliche Bedingung für die Zusammenführung der beiden deutschen Staaten ist der Einigungsvertrag den die Unterhändler beider deutschen Staaten am 31. August 1990 unterzeichnet haben.

Verhandlungsführer auf der Seite der Bundesrepublik war Wolfgang Schäuble, auf der Seite der Deutschen Demokratischen Republik Günther Krause. Der Vertrag wurde am 20. September 1990 von der Volkskammer der DDR angenommen (299 Ja-Stimmen, 80 Nein-Stimmen, 1 Stimmenthaltung). Am gleichen Tag stimmte auch der Bundestag dem Vertrag zu (440 Ja-Stimmen, 47 Nein-Stimmen, 3 Stimmenthaltungen).

Beitritt zur Bundesrepublik

Im Vertrag wurde unter anderem auch festgelegt, dass die DDR am 3. Oktober 1990 dem Geltungsbereich der Bundesrepublik Deutschland beitritt. Dieser Tag ist auch die Geburtsstunde des Tags der Deutsch Einheit. Dafür entfällt in der Bundesrepublik der Feiertag am 17. Juni (Tag des Aufstandes) und in der DDR der 7. Oktober (Tag der Republik).

Die offiziellen Feierlichkeiten der Bundesregierung zum Tag der Deutschen Einheit findet Jahr für Jahr in einer anderen deutschen Stadt statt. An der Veranstaltung nehmen jährlich hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus dem In- und Ausland teil.

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