Die 16 Schülerinnen des Ursulinengymnasiums haben die Alpen überquert. Foto: Asena Ünal
Die 16 Schülerinnen des Ursulinengymnasiums haben die Alpen überquert. Foto: Asena Ünal

Statt Schulbank drücken: In 7 Tagen über die Alpen

Zu Fuß über die Alpen, das klingt nach Vielem aber nicht nach Schulausflug. Die 16 Schülerinnen des P-Seminars des Ursulinen Gymnasiums, haben den Plan im Juli diesen Jahres in die Tat umgesetzt. Was auf den ersten Blick nach Urlaub klingt, war für die Mädels harte Arbeit. Denn neben der reinen Überquerung, die in sieben Etappen, alle zwischen vier und acht Stunden, geschah, lag die gesamte Planung bei den Schülerinnen. Wir durften mit zwei der Mädchen sprechen, über Schwierigkeiten, Sponsorensuche und Kaiserschmarren.

Würzburg erleben (WE) : Weshalb habt ihr euch für dieses P-Seminar entschieden?

Ich hatte mir gewünscht, dass mein P-Seminar etwas besonderes ist. Und die Alpen zu überqueren, ist im Vergleich zu den anderen Projekten etwas, zu dem ich wahrscheinlich nie wieder die Chance erhalte.

WE: Wie lange haben die Vorbereitungen gedauert? Was musstet ihr alles erledigen um eure Überquerung Problemfrei zu starten?

Bis zur eigentlichen Durchführung musste Einiges getan werden. Sehr wichtig war natürlich die Auswahl der Route und die Länge der Tour. Als die Route gefunden war, bildeten wir Zweierteams, die je eine Etappe vorbereiten und bei der Wanderung auch leiten mussten. Zudem war nahezu jeder von uns auf Sponsorensuche, die Dank unserer weitreichenden Bemühungen sehr erfolgreich war. Dann waren noch ein Elternabend und diverse Kleinigkeiten vorzubereiten.

Auch bei großer körperlicher Belastung galt es zusammen zu halten. Foto: Asena Ünal

Auch bei großer körperlicher Belastung galt es zusammen zu halten. Foto: Asena Ünal

WE: Habt ihr vor der Überquerung auch trainiert? 

Unser Lehrer gab uns ein paar Übungen, die man einfach im Alltag integrieren kann. Natürlich ist es wichtig die Muskel zu trainieren, aber uns wurde ebenfalls empfohlen im Intervall zu joggen, da die unterschiedlichen Höhenmeter einem sehr zu schaffen machen können.

WE: Welche Aufgaben standen euch in eurem P-Seminar bevor?

Organisatorisch hatten wir Aufgaben, wie das Reservieren der Hütten oder die Planung der Route zu erledigen.Wir hatten ein gemeinsames Konto, das verwaltet werden musste. Während der Wanderung kamen ganz andere Aufgaben auf uns zu. Wir hatten Verantwortung für die Gruppe, Verantwortung für uns selbst und mussten unsere Grenzen größten Teils selbst kennen und uns einschätzen.

WE: Wie habt ihr euch gefühlt als es auf die finalen Vorbereitungen zuging?

Es war eine Mischung aus Angst vor dem Unbekannten und die Vorfreude auf das Abenteuer. Der Erfolg einer Etappe hing davon ab, ob man alles richtig eingeplant hatte; von der Dauer des Frühstücks bis zur Dauer der Rasten.. alles musste sitzen. Man trug die Verantwortung für 17 weitere, was natürlich auch ein einmaliges Gefühl ist.

Sieben Tage haben die Mädels für die Überquerung gebraucht. Foto: Asena Ünal

Sieben Tage haben die Mädels für die Überquerung gebraucht. Foto: Asena Ünal

WE: Worauf habt ihr am meisten hingefiedert?

Persönlich fand ich den “Hütten-Lifestyle” sehr aufregend. Ich konnte mir nur vorstellen wie es ist, nach einigen Stunden wandern Kaiserschmarren zu genießen mit einer Aussicht auf 1900m und in Matratzenlagern zu schlafen. Ein totaler Kontrast zu dem Hotel Luxus, den viele normalerweise gewohnt sind.

WE: Was ging in eueren Köpfen vor kurz bevor ihr tatsächlich zur Überquerung aufgebrochen seid?

Bei mir wurde bei den letzten Vorbereitungen und im Besonderen während der Zugfahrt bewusst, dass wir wirklich die Alpen überqueren würden. Ich wusste es vorher zwar auch, aber erst jetzt konnte ich es spüren. Ich glaube der Gedanke daran, dass ich 8 Tage später von mit behaupten könnte, ich hätte die Alpen überquert, raubte mir den Atem.

WE: Wie war die Überquerung letztendlich?

Wie von unserem Seminarleiter vorhergesagt, war die erste Hälfte körperlich sehr anstrengend.  Man lernt sich auf eine ganz neue Weise kennen und funktioniert plötzlich als Gruppe und weniger als Individuum. Ich denke die Überquerung war ein voller Erfolg, denn man konnte an seine Grenzen gehen und war der Laune der Natur ausgesetzt. Wir hatten tagelang mit einer prallen Sonne zu kämpfen und waren zwischendurch tief im Matsch gestanden.

Die intensive Planung im Voraus machte die Überquerung gut machbar. Foto: Asena Ünal

Die intensive Planung im Voraus machte die Überquerung gut machbar. Foto: Asena Ünal

WE: Wie lange hat die Wanderung gedauert?

Insgesamt waren wir 6 Tage wandern und 7 Tage unterwegs. Dabei schliefen wir auf 6 Hütten. Gelaufen sind wir von Oberstdorf nach Meran.

WE: Würdet ihr wieder die selbe Wahl beim P-Seminar treffen?

Ich würde definitiv nichts anders machen. Natürlich wird im jedem Seminar organisatorisch einiges verlangt, jedoch glaube ich, dass die Verantwortung, die uns gegeben wurde, einzigartig ist. Nicht nur, dass man seine Gruppe heil bis zur nächsten Etappe führen muss, man muss sich auch seiner Gruppe anpassen. Denn man kann nur so schnell laufen, wie der langsamste in der Gruppe. Da jeder eine andere Kondition hat, lernt man schnell das eigene Ego zu zähmen.

WE: Könnt ihr unseren Lesern eine derartige Wanderung empfehlen? Wenn ja warum?

Reisen, wie diese kann man jedem empfehlen. Einfach Mal weg von dem, was man kennt und denen die man schon gut kennt. Etwas neues über sich selbst und über andere erfahren. Erinnerungen schaffen, die einen durch den Alltag bringen.

WE: Was waren die unvergesslichsten Momente währen des ganzen Seminars?

Unsere Busfahrten waren immer ziemlich abenteuerlich. Es wurde gesungen, geschlafen und getanzt. Auf den Hütten wurden Kaiserschmarren verglichen und bis in den Abend hinein gespielt. Besonders schön finde ich den Tag, als wir in Meran angekommen sind. Es wurde ein Tisch in einem Restaurant gebucht und wir saßen zusammen an einem großen Tisch und haben gelacht. Man hat in die Gesichter der Anderen sehen können und auf allen Gesichtern konnte man die Erleichterung ablesen, aber auch die Trauer und der Schock darüber, wie schnell eine Woche vergangen ist.

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