Stephan Behringer: Gründer des International Meet-up. Foto: privat
Stephan Behringer: Gründer des International Meet-up. Foto: privat

Europäischer Tag der Sprachen: Wöchentlicher Sprachstammtisch

Der 36-jährige Stephan Behringer aus Würzburg organisiert seit 2014 zweimal pro Woche mit seiner Idee der „International MeetUPs“ Treffen für mehrsprachige Kommunikation in Würzburg wie auch exakt am Europäischen Tag der Sprachen am Mittwoch den 26. September.

Ziel des europäischen Tag der Sprachen

Der Europäische Tag der Sprachen geht auf eine Initiative des Europarates zurück. Das Ziel des Aktionstages am 26. September lautet, alle Sprachen und Kulturen wert zuschätzen. Daneben will man den EU-Bürgern die Vorzüge von Sprachkenntnissen deutlich machen und die Mehrsprachigkeit fördern. Eingeführt wurde der jährlich stattfindende Aktionstag im Jahr 2001.

International Meet-ups

Stephan Behringer gründete seinen „Language Exchange“ im Jahr 2014 – so lautete der Titel bis August 2018. Mit seinem Projekt unterstützt er gleich mehrfach das Vorhaben des Europarats. Die Treffen finden von April bis September im Martinz in der Martinstraße 21 immer Mittwoch („Let’s TALK! Würzburg International Wednesday“) und Samstag („Let’s MEET! Würzburg! International Saturday“) von 19 bis 23 Uhr statt. Von Oktober bis März gibt es dann eine neue Location. Sobald diese endgültig feststeht, wird sie auf www.international-meetups.com bekannt gegeben. Man kann jederzeit dazu stoßen, erklärt der Organisator. Neue Teilnehmer werden innerhalb weniger Minuten gleich in die Gruppe integriert.

Die Idee

Die Idee zu einem internationalen Austausch reifte bei ihm vor vier Jahren. „Ich hatte damals den Spanisch-Sprachstamm organisiert. Da aber kleine Stammtische oft nicht dauerhaft sind, wollte ich solche Veranstaltungen eine Nummer größer aufziehen“, schildert er. Ein guter Freund hatte ein ähnliches Konzept in Valencia, Spanien, mit bis zu 200 Teilnehmern. „Da ich oft beruflich dort war, bin ich Stammgast gewesen“. Mittlerweile wurde aus Behringers‘ Idee der „International MeetUPs“ das größte, regelmäßige internationale Treffen in Deutschland in momentan fünf Großstädten: München, Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg und eben Würzburg.

„Du hast so viele Leben wie Du Sprachen sprichst“

Stephan Behringer spricht selbst elf Sprachen, davon sieben fließend, und verfügt über einen sehr großen, internationalen Freundeskreis. „Da ich selbst als Teilnehmer von internationalen Treffen weltweit so viele tolle Dinge erlebt und Menschen kennengelernt habe, wollte ich solche Treffen auch in meiner Heimatstadt Würzburg regelmäßig organisieren“. Jetzt, nach vier Jahren, sind seine Treffen unter dem neuen Namen „International MeetUPs“ fest etabliert mit regelmäßig über 50 Teilnehmern pro Abend.

Fragt man den Würzburger, warum die Kenntnis einer Fremdsprache so wichtig sei – neben der vorrangigen Funktion der grenzüberschreitenden Verständigung von Bürgern, antwortet er: „In unserer heutigen, offenen Welt sehe ich Englisch als Standard, was idealerweise um mindestens eine weitere Fremdsprache erweitert werden sollte. Du hast so viele Leben wie Du Sprachen sprichst“, habe ich einmal gelesen und da ist wohl was dran.

Dazu kommt auch eine weitere persönliche Komponente: „Man entwickelt sich selbst weiter, entdeckt neue Horizonte, kann beim Reisen Länder, Kulturen und Menschen viel näher kommen und vielleicht eine neue Sprache auch beruflich gewinnbringend einsetzen“.

Internationale Teilnehmer aus der ganzen EU

Weil er mit seiner Veranstaltung auch nachhaltig zum „Europäischen Tag der Sprachen“ am 26. September beitragen möchte, hat er seit dem Start vor vier Jahren Inhalt und Form der Veranstaltung weiter entwickelt. „Jeder Teilnehmer beim Stammtisch hat ein persönliches Namensschild mit seinem Vornamen, Herkunftsland und der gesprochenen Sprachen“, erklärt er. In der Nähe des Eingangsbereiches gibt es einen Bereich, wo bestehende und neue Teilnehmer erst einmal ankommen und sich kennenlernen können. Auf den Tischen liegen Fahnen verschiedener Länder, wo in der jeweiligen Sprache gesprochen wird. „Wir leben den europäischen Gedanken durch unsere vielen internationalen Teilnehmer aus den EU-Ländern. Für den 26. September überlegen wir uns natürlich noch etwas Besonderes“, sagt Stephan Behringer.

Von der 19-Jährigen bis zum 70-Jährigen

Wer ist angesprochen? „Wir sind offen für alle Nationalitäten, Altersgruppen und Bevölkerungsschichten. So haben wir von der 19 jährigen Studentin, bis zum 70-jährigen Pensionär schon jeden bei uns begrüßt. Bei einem typischen Treffen gibt es etwa ein Drittel Deutsche sowie zwei Drittel internationale Gäste“. Gesprochen wird üblicherweise in Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Russisch. Gelegentlich wird auch in Chinesisch, Japanisch und Koreanisch sowie Türkisch und Arabisch geplaudert.

Stephan Behringer meint: “Natürlich verbinden wir auch die Muttersprachler und Lernenden eher seltener Sprache miteinander, da wir diese am Namensschild leicht erkennen können“. Gut erinnert er sich an die staunenden Blicke eines Gastes aus dem Iran. „Das habe ich bis heute nicht vergessen, als ihn plötzlich ein Deutscher auf Farsi (Persisch) ansprach. Solche Überraschungen können praktisch an jedem Abend passieren“.

Geplant in weiteren europäischen Städten

Langfristig möchte er das bisher gut funktionierende Konzept mittels Franchising zu zunächst auf weitere deutsche Großstädte und nachfolgend gerne auch auf Europa verbreiten. „Wir haben schon alles erlebt: Freundschaften, Geschäftsanbahnung, gemeinsame Unternehmungen, feste Partnerschaften, Leute, die sich seit Jahren nicht gesehen hatten. Oder: Ein tot geglaubter Cousin aus Syrien trifft seinen Cousin in Sicherheit in Deutschland“, schildert Stephan Behringer.

Wenn das kein Grund ist, bei den „International MeetUPs“ in Würzburg“ vorbeizuschauen?

Artikel beruht auf eine Pressemitteilung von Stephan Behringer.

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