Landesgartenschaugelände am Hubland. Foto: Pascal Höfig
Landesgartenschaugelände am Hubland. Foto: Pascal Höfig

Fazit LGS 2018: „Die Landesgartenschau tut weh“

Wie schon im Vorfeld berichtet, werden bis zu ihrem Ende am 7. Oktober deutlich weniger Besucher als erwartet die Landesgartenschau 2018 in Würzburg besichtigen und erleben. Im Vorfeld der Blumenschau hoffte man auf über eine Million Besucher, Ende August war die Anzahl von den Veranstaltern schließlich auf 700.000 Besucher relativiert worden, die Hitze des diesjährigen Sommers wurde dabei als ein schwerwiegender Grund genannt. Nun hofft man noch auf einen besucherreichen Spätsommer.

Millionenverlust für Steuerzahler

Laut dem BR droht der Landesgartenschau ein Millionenverlust. Am heutigen 11. September luden Christian Schuchardt, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg, Roland Albert, Vorsitzender der Bayerischen Landesgartenschau GmbH, sowie die beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau Würzburg 2018 GmbH Claudia Knoll und Klaus Heuberger zu einer Pressekonferenz und standen für Fragen zur Verfügung.

Hitze war Hauptgrund

Auch an diesem Termin wurde wieder mehrmals betont, dass die Hitze der Hauptgrund gewesen wäre, warum die angepeilten Besucherzahlen nicht eingehalten werden könnten. Zudem wäre der Schnee in den ersten Wochen dazugekommen, der zum Start dafür sorgte, dass keine Grünflächen vorhanden waren. Keine der letzten Landesgartenschauen in den südlichen Bundesländern hätte allerdings die Besucherprognosen erreicht und da bei allen heiße Wetterverhältnisse herrschten, sei die Witterung als Grund plausibel.

Schatten könne nicht „gezaubert“ werden

Außerdem müsse man, so die Verantwortlichen, beachten, dass der Auftrag in Bayern immer dabei liegt ein neues Gelände zu erschließen. Es könne nicht einfach ein Park umzäunt werden, den man Landesgartenschau nennt. Gerade am Hubland sei es eine besondere Herausforderung gewesen, so musste eine Grünanlage aus einem gärtnerisch ungünstigen Gelände geschaffen werden. Kein Baum sei älter als ein Jahr, „da könne kein Schatten gezaubert werden“.

Pressekonferenz der Landesgartenschau-Verantwortlichen am 11. September 2018. Foto: Sarah Willer

Pressekonferenz der Landesgartenschau-Verantwortlichen am 11. September 2018. Foto: Sarah Willer

Prognose war nicht aus dem Leeren gegriffen

Auf die Kritiken der Besucher sei eingegangen worden, die Bahn wurde eingerichtet, um die Wege zu verkürzen und Schirmchen wurden verteilt, um der Hitze entgegen zu wirken, so OB Schuchardt. Fraglich sei aber dennoch, warum beispielsweise die Bahn nicht schon im Vorhinein eingerichtet wurde. Auch die Prognosen waren nicht aus dem Leeren gegriffen, Bamberg hatte 1,1 Millionen Besucher bei seiner LGS erreicht, Bayreuth letztes Jahr hatte die 900.000 Besucher Marke geknackt. Ein Lichtblick wären die Dauerkarten gewesen, mit rund 22.000 hätte man hier die Erwartungen übertroffen.

Die Landesgartenschau tue weh

„Der Besucher muss lernen dass die Landesgartenschauen keine Blümchenschauen mehr sind“, sagte Knoll. Die Gartenschau tue, in Bezug auf die Besucherzahlen, weh, aber dennoch polarisiere sie und noch keine LGS hätte solch engagierte Partner wie die in Würzburg gehabt, so die Geschäftsführerin weiter. Man habe sich sehr große Mühe mit dem Konzept gegeben, auch in diesem Bezug sei die Kritik der Besucher schmerzlich. Dennoch könne viel mitgenommen werden für die nächsten Schauen. Das hilft der Stadt Würzburg jetzt jedoch nicht mehr.

Auch die Sozialen Medien wurden angesprochen und dass sich die Viralität der dortigen Kritiken auf die Reputation ausgewirkt hätte. Auf die Bewertungen hatte man keinen Einfluss und wie Facebook und Co. nunmal so sind, konnten schlechte Bewertungen nicht zurückgeholt werden. Ein Gegensteuern sei schwierig geworden.

Keine Aussage zu den Verlusten

120 Millionen Euro wurden bewegt um den neuen Stadtteil Hubland zu etablieren, Wohnraum zu gestalten und Platz für die Universität zu schaffen. 32 Millionen kostet die Landesgartenschau. Auf die Frage, wie hoch sich der Verlust der Landesgartenschau denn belaufe, wurden keine konkreten Angaben gemacht. Das könne erst gesagt werden, wenn auch die letzten Wochen vorbei sind. Man müsse jetzt das Positive, nämlich die Erschließung eines neuen Areals, sehen, das ansonsten nicht in so einer Geschwindigkeit und Qualität entstehen hätte können.

Laut BR-Berichten könnten sich die Verluste auf zwei Millionen Euro belaufen. Dass es bei rund 250.000 fehlenden Besuchern (die Prognosen wurden von rund einer Million im Vorfeld über 950.000 währenddessen schließlich auf 700.000 heruntergeschraubt) wohl zu einem Verlust kommt, dürfte nicht überraschen. So würde die Landesgartenschau wohl auch den Steuerzahlern weh tun.

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